Gedränge, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gedränges · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGe-drän-ge
Grundformdrängen
Wortbildung mit ›Gedränge‹ als Letztglied: ↗Festgedränge · ↗Marktgedränge
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
das Drängeln, die Drängelei
Beispiele:
an den Grabbeltischen im Kaufhaus herrscht großes Gedränge
umgangssprachlich es gab, entstand vor der Theaterkasse ein großes, fürchterliches, schreckliches Gedränge
salopp es gab, entstand vor der Konzertkasse ein wüstes Gedränge
der Verkehrsunfall, ein Zwischenfall verursachte ein Gedränge
drängelnde Menschenmenge
Beispiele:
in ein Gedränge geraten
im Gedränge eingekeilt sein
sich im Gedränge (aus den Augen) verlieren
sie wurden im Gedränge voneinander getrennt
das Kind wurde im Gedränge beinahe zerdrückt
sich aus dem Gedränge herausarbeiten
der Dieb tauchte im Gedränge unter, verschwand im Gedränge
Rugby enge Gegenüberstellung der Mannschaften in gebückter Haltung
2.
umgangssprachlich
Beispiel:
mit der Zeit, dem Termin (schwer) ins Gedränge (= Druck, Bedrängnis) kommen, geraten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Drang · Andrang · Drangsal · drangsalieren · drängen · drängeln · Gedränge
Drang m. ‘Trieb, Streben, Gedränge, Bedrängnis, Druck’, mhd. dranc m. n. ‘Gedränge, Bedrängnis’, mnd. dranc, mnl. nl. drang, aengl. geþrang ‘Gedränge, Menge, Lärm’, engl. throng ‘Gedränge, Menge, Schar’, anord. þrǫng f. ‘Gedränge, Enge, Kelter’, norw. trang stehen im Ablaut zu dem unter ↗dringen (s. d.) behandelten Verb. Mhd. dranc bezieht sich vornehmlich auf das wogende Getümmel in der Schlacht, ‘Gedränge der Menschen im Kampf’. Mit der Bedeutung ‘innerer Trieb, geistiges Streben, Impuls’ (entwickelt im 18. Jh.) wird Drang rasch zum Modewort (vgl. die formelhafte Verbindung Sturm und Drang, Klinger 1776). Andrang m. ‘das Andrängen’ (18. Jh.). Drangsal f. ‘Zwang, Bedrängnis, Gewalttätigkeit’, spätmhd. drancsal, ursprünglich auch n., selten m.; mit der Nachsilbe ↗-sal (s. d.) wohl aus älterem, von drängen abgelöstem drangen (s. unten ↗drängen) abgeleitet; dazu drangsalen Vb. (19. Jh.), häufiger drangsalieren Vb. ‘quälen, belästigen’ (19. Jh.). drängen Vb. ‘drücken, nötigen, vertreiben’, Kausativum zu ↗dringen (s. d.), also eigentlich ‘dringen machen’. Ahd. threngen (um 1000), mhd. drengen setzt sich gegenüber ahd. thrangōn (9. Jh.), mhd. drangen ‘drücken, belästigen, nötigen’ durch; drängen übernimmt im 18. Jh. den transitiven Gebrauch von dringen ‘zusammendrücken’. drängeln Vb. ‘sehr, wiederholt drängen, drücken’, Iterativbildung (19. Jh., vereinzelt schon 17. Jh.) zu drängen. Gedränge n. ‘unruhiges Treiben, Andrang, Menge’, ahd. githrengi ‘Handgemenge’ (9. Jh.), mhd. gedrenge ‘Kampfgewühl, unwegsam verwachsener Boden, Bedrängung, Beengung’ ist entweder als Kollektivum zum Substantiv Drang (s. oben) oder als Verbalabstraktum zu den oben unter drängen genannten schwachen Verben (oder zum starken Verb dringen?) gebildet, wird heute aber als zu drängen gehörend empfunden; ins Gedränge kommen ‘in Schwierigkeiten geraten’ (um 1700).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gedränge · ↗Gemenge · ↗Getümmel · ↗Gewimmel · ↗Gewoge · ↗Gewühl  ●  Wuling  regional · ↗Geschiebe  ugs. · ↗Gewurl  ugs., landschaftlich, süddt. · ↗Gewusel  ugs., landschaftlich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anstehen Bahnsteig Büfett Einlass Geschiebe Geschrei Geschubse Gewimmel Gewoge Glühweinstand Hektik Lärm Schlangestehen Tanzfläche Wühltisch anrempeln bahnen beängstigend chaotisch dicht fürchterlich heillos herrschen lebensgefährlich niedertrampeln quetschen tottrampeln trampeln wüst ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gedränge‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch die anschließende Party im Sage Club artete in ein ziemliches Gedränge aus.
Die Welt, 01.12.2000
Wer es schafft, in ihrer Nähe zu stehen, der kann nicht umfallen, so groß ist das Gedränge.
Der Tagesspiegel, 01.02.1997
Im Gedränge ließ er sich durch das enge Tor schieben.
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 10
Gleich ist sie bei ihm u. im Gedränge um das Kind bemüht.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1957. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1957], S. 886
Schon schoben sich Abteilungen heimkehrender Arbeiter durch das abendliche Gedränge.
Mann, Heinrich: Der Untertan, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1918], S. 118
Zitationshilfe
„Gedränge“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gedränge>, abgerufen am 18.10.2019.

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