Gefälligkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gefälligkeit · Nominativ Plural: Gefälligkeiten
Aussprache
WorttrennungGe-fäl-lig-keit
Wortzerlegunggefällig-keit
Wortbildung mit ›Gefälligkeit‹ als Erstglied: ↗Gefälligkeitsdemokratie · ↗Gefälligkeitsstempel · ↗gefälligkeitshalber
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Gefallen, (kleine) uneigennützige Hilfeleistung
Beispiele:
jmdn. um eine Gefälligkeit bitten
jmdm. eine (kleine) Gefälligkeit erweisen
jmdm. mit kleinen Diensten und Gefälligkeiten an die Hand gehen
2.
ansprechende, gefällige Art
Beispiel:
Eine gediegene Handwerksarbeit; nichts von der törichten Gefälligkeit der Massenfabrikation [JahnnHolzschiff76]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gefallen · gefällig · Gefälligkeit · Gefallsucht
gefallen Vb. ‘zusagen, anziehend, angenehm, hübsch sein’, ahd. gifallan ‘fallen, zufallen, zuteil werden, zutreffen, zusagen’ (um 800), mhd. mnd. mnl. nl. gevallen, aengl. gefeallan stehen als Präfixbildungen zu dem unter ↗fallen (s. d.) angeführten Verb. Die im Nhd. allein herrschende Bedeutung ist von (durch den Fall der Würfel oder das Los) ‘zufallen, zuteil werden’ und daher ‘angenehm sein’ herzuleiten (s. ↗Fall); vgl. mhd. mir gevellet eʒ wol eigentlich ‘ich habe ein gutes Los gezogen, Glück gehabt’ (schon ahd. wol gifallan). gefällig Adj. ‘zuvorkommend, hilfsbereit, angenehm, hübsch’, ahd. gifellīg ‘gelegen, geeignet, recht’ (um 1000), mhd. gevellec, -vellic ‘angemessen, möglich, günstig, gefallend’. Gefälligkeit f. ‘Hilfe, Entgegenkommen’, mhd. gevellekeit ‘was gefällt, Gunst’. Gefallsucht f. ‘ausgeprägter Drang zu gefallen, Eitelkeit’ (18. Jh.; s. ↗Sucht), zuerst Übersetzungswort für ↗Koketterie (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gefallen · Gefälligkeit · ↗Liebenswürdigkeit
Synonymgruppe
Entgegenkommen · ↗Freundlichkeit · Gefälligkeit · ↗Höflichkeit · ↗Verbindlichkeit  ●  ↗Courtoisie  geh., franz. · ↗Zuvorkommenheit  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Entgegenkommen · Gefälligkeit · ↗Großzügigkeit · ↗Kompromissbereitschaft · ↗Kulanz · ↗Umgänglichkeit · Zuvorkommen  ●  ↗Beau Geste  geh., franz. · ↗Konzilianz  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abhängigkeit Austausch Bekannter Bestechung Dank Freundlichkeit Geflecht Gefälligkeit Gegenzug Geschenk Höflichkeit Nachbarschaftshilfe Selbsthilfe Sumpf bloß dekorativ erbitten erkaufen erweisen erwiesen gegenseitig gelegentlich harmlos optisch pur rein revanchieren rächen sexuell wechselseitig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gefälligkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erlaubt bleiben nach dem neuen Gesetz Gefälligkeiten, deren Ziel nicht der dauerhafte Gewinn ist.
Der Tagesspiegel, 07.05.2004
Zunächst waren es nur Gefälligkeiten, später habe ich geschäftlich geschmuggelt.
Bild, 13.06.2001
Wir mußten bis fast sechs Uhr in unserem Office warten, nachdem wir Bachelor gebeten hatten, uns eine Gefälligkeit zu erweisen.
Cotton, Jerry [d.i. Hober, Heinz Werner]: Die Killer sind unter uns, Bergisch Gladbach: Bastei [1971] [1956], S. 7
Sie weiß also schon, was du ihr sagen wirst, und errötet nur aus Gefälligkeit.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 10166
Er setzt sich, bedankt sich für die Gefälligkeit, nippt einmal kurz und ist gleich darauf fest eingenickt.
Wondratschek, Wolf: Mozarts Friseur, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 13
Zitationshilfe
„Gefälligkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gefälligkeit>, abgerufen am 22.10.2019.

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