Geflügel, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Geflügels · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGe-flü-gel
GrundformFlügel1
Wortbildung mit ›Geflügel‹ als Erstglied: ↗Geflügelaufzucht · ↗Geflügelausstellung · ↗Geflügelbetrieb · ↗Geflügelfarm · ↗Geflügelfleisch · ↗Geflügelhalter · ↗Geflügelhaltung · ↗Geflügelhof · ↗Geflügelmast · ↗Geflügelpest · ↗Geflügelsalat · ↗Geflügelschau · ↗Geflügelschere · ↗Geflügelzucht · ↗Geflügelzüchter · ↗geflügelfromm
 ·  mit ›Geflügel‹ als Letztglied: ↗Bratgeflügel · ↗Hausgeflügel · ↗Lebendgeflügel · ↗Mastgeflügel · ↗Rassegeflügel · ↗Schlachtgeflügel · ↗Wassergeflügel · ↗Wildgeflügel
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
als Nutz- und Haustiere gehaltene Vögel
Beispiele:
[…] bei Geflügel (Puten, Hühner) darf der Schnabel nur mit Sondererlaubnis gekappt werden – bislang war das besonders in Legebatterien der Fall, damit sich die Tiere nicht gegenseitig verletzen. [Bild, 24.06.1997]
Wegen der Vogelgrippe hat Hessen landesweit eine Stallpflicht für Geflügel angeordnet. [Spiegel, 22.11.2016 (online)]
Die zwei Wohnhäuser mit den kaputten Dächern haben sie inzwischen selbst renoviert, den verfallenen Stall für die Rinder instandgesetzt und neue Ställe für die Schafe und das Geflügel dazugebaut[…]. [Süddeutsche Zeitung, 12.05.2015]
Das Geflügel streunt tags herum und kehrt am Abend in den Stall zurück. [Der Spiegel, 20.04.1987]
Der Wert des Grünfutters ist für unser Geflügel nunmehr wohl in seinem vollen Umfange auch in jenen Kreisen erkannt, die ihm längere Zeit mehr oder weniger gleichgültig, wenn nicht ablehnend gegenüberstanden. [Die Landfrau, 25.10.1924]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: freilaufendes, lebendes, zahmes Geflügel
als Akkusativobjekt: Geflügel halten, schlachten
in Präpositionalgruppe/-objekt: etw. an das Geflügel verfüttern
als Passivsubjekt: das Geflügel wird [in den Stall] eingesperrt
2.
Geflügelfleisch
Beispiele:
Besonders häufig mit Keimen belastet sind […] rohe tierische Lebensmittel wie Fleisch und Geflügel […]. [Spiegel, 26.01.2017 (online)]
In der Zwischenzeit flachgedrückte Hähnchenbrüste mit Pecorino oder Mozzarella bestreuen und das Gemüse darauf verteilen. Das Geflügel fest zusammenrollen und mit Küchengarn verschnüren. [Die Zeit, 20.11.2016 (online)]
Was muss man beim Umgang mit Geflügel in der Küche beachten? Desinfektionsmittel sind nicht nötig, aber wer mit rohem Geflügel hantiert hat, sollte sich die Hände anschließend mit warmem Wasser und Seife waschen. [Süddeutsche Zeitung, 17.11.2016]
Der größere Teil des Büfetts sollte aus den dem Hauptgericht entsprechenden Speisen – also Braten, Schinken, Geflügel, eventuell Fisch, Salate und Soßen – bestehen, der kleinere aus den Nachspeisen und einer Käseplatte. [Giesder, Gabriele: Gutes Benehmen, Düsseldorf: Econ-Taschenbuch-Verl. 1991 [1986], S. 138]
Er wandte den aufrechten Oberkörper höflich dem Nachbarn zu, mit dem er plauderte […], während er sein Stück Geflügel zerlegte […]. [Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 42]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: gebratenes, gekochtes, rohes, tiefgefrorenes Geflügel
als Akkusativobjekt: Geflügel kaufen, verkaufen, essen, verzehren
in Präpositionalgruppe/-objekt: der Verzehr von Geflügel
3.
Gesamtheit der Vögel
Beispiele:
Sie sind[…] der Auffassung, dass das Geflügel, vor allem die Wildvögel, vor der deutschen Agrarwirtschaft bewahrt werden müsse. [Die Welt, 05.12.2016]
[…] nicht etwa höher im Kurs stehendes Geflügel wie Schnepfen, Rebhühner oder Fasane verkörpern also das permanente Wohlleben, sondern ausgerechnet dem bescheidenen Täubchen soll die Krone gebühren. [Frankfurter Rundschau, 26.02.1999]
Das kleine Geflügel brauche der Adler nicht zu fürchten, das sei froh, sich unter seine Fittiche verkriechen zu können; aber die Geier und Falken, die suchten Gelegenheit, ihm die Federn auszurupfen. [Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 420]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geflügel n. ‘eßbares Federvieh’, spätmhd. gevlügel(e) (14. Jh.), Kollektivum zu mhd. vlügel ‘Flügel’, ursprünglich alle Vögel als flügeltragendes Getier; erst im 19. Jh. wird die Bedeutung auf ‘eßbares Federvieh’ eingeschränkt. Zur Etymologie s. ↗Flügel. Älter ist das Kollektivum ahd. gifugili ‘Vögel’ (9. Jh.), zu ahd. fogal, fugal (s. ↗Vogel), mhd. gevügel(e), nhd. Gefügel (bis ins 17. Jh.), daneben (mit Angleichung des Vokals an Vogel) spätmhd. (md.) gevogele, nhd. Gevögel.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brutei Ei Fisch Fleisch Freilandhaltung Geflügelprodukt Gemüse Importstopp Importverbot Kaninchen Käse Lamm Milchprodukt Obst Rind Rindfleisch Schlachtverbot Schwein Schweinefleisch Speiseeis Stallpflicht Tiermehl Verzehr Vieh Wild Wildvogel gebraten geschlachtet infiziert verfüttern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geflügel‹.

Zitationshilfe
„Geflügel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geflügel>, abgerufen am 25.03.2019.

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