Geflecht, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Geflecht(e)s · Nominativ Plural: Geflechte
Aussprache  [gəˈflɛχt]
Worttrennung Ge-flecht
Wortbildung  mit ›Geflecht‹ als Letztglied: Adergeflecht · Bastgeflecht · Beziehungsgeflecht · Binsengeflecht · Drahtgeflecht · Eisengeflecht · Haargeflecht · Korbgeflecht · Nervengeflecht · Pilzgeflecht · Rohrgeflecht · Strohgeflecht · Weidengeflecht · Wurzelgeflecht · Zweiggeflecht
eWDG

Bedeutungen

1.
aus biegsamem Material Geflochtenes, Flechtwerk
Beispiele:
ein Geflecht aus Bast, Binsen, Stroh
aus etw. ein Geflecht anfertigen, herstellen
das Haar in senkrechten Geflechten (= Flechten) um ihren südländischen Kopf geordnet [ A. ZweigRegenbogen58]
2.
dichtes, verzweigtes Netz
Beispiele:
ein Geflecht von Zweigen, Wurzeln
das Geflecht der Adern
unter dem schützenden Geflechte (= Gezweig) des Wacholders [ Stifter3,19]
übertragen
Beispiel:
ein Geflecht von Widersprüchen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

flechten · Flechte · Geflecht · verflechten · Verflechtung · entflechten · Entflechtung
flechten Vb. ‘winden, ineinander verschlingen’, ahd. flehtan (9. Jh.), mhd. vlehten, asächs. flehtan, mnd. mnl. nl. vlechten, anord. fletta sind wie lat. plectere, aslaw. plesti, russ. plestí (плести) ‘flechten’ (ursprünglich wohl präsentische?) t-Erweiterungen und führen mit griech. plékein (πλέκειν) ‘flechten’ auf ie. *plek- ‘flechten, zusammenwickeln’ (wozu Flachs, s. d., und mit sk-Suffix germ. *flahskō bzw. *flahskōn, nhd. Flasche, s. d.). Verwandtes aind. prásnaḥ ‘Turban, Kopfbinde’ weist dagegen auf ie. *plek̑-. Beide Formen der Gutturalerweiterung sind wahrscheinlich Weiterbildungen der unter falten (s. d.) behandelten Wurzel ie. *pel-. Flechte f. ‘Zopf, Hautausschlag’, mhd. vlehte ‘Hautausschlag, Flechtwerk, Zopf’; vgl. got. flahta ‘Flechtwerk’; dann auch (an Flechtwerk erinnernde) ‘niedere Pflanze’ (18. Jh., doch bereits bei Bock 1539 Flechtenskraut). Geflecht n. ‘Flechtwerk’, ahd. gifleht (9. Jh.); vgl. auch ahd. giflehtida (9. Jh.). verflechten Vb. ‘ineinanderschlingen, fest verbinden’ (17. Jh.), im 20. Jh. besonders zu wirtschaftlichen Großunternehmen; Verflechtung f. ‘Zusammenhang, Verbindung’ (um 1800), auch in bezug auf Wirtschaftsunternehmen (20. Jh.); Gegensatz entflechten Vb. ‘auflösen, trennen’ (20. Jh.), Entflechtung f.

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Gebilde · Geflecht · Konstrukt · Konstruktion
Unterbegriffe
  • Fantasiestaat · Mikronation · Scheinstaat
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Geflecht‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geflecht‹.

Verwendungsbeispiele für ›Geflecht‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im komplexen Geflecht eines Romans geht das ja in Ordnung.
Süddeutsche Zeitung, 21.05.2004
In diesem Geflecht sind wir mehr zu Hause als im eigenen Garten.
Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 417
Außerdem ist es nicht möglich, das Geflecht der natürlichen Interpretationen auch nur teilweise auseinanderzunehmen.
Feyerabend, Paul: Wider den Methodenzwang, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1976, S. 109
Die heute schon so kleine Welt mit ihrem Geflecht gegenseitiger Abhängigkeiten verlangt nach größeren politischen Ordnungen.
Die Zeit, 18.09.1964, Nr. 38
Das Geflecht kann gebeizt oder mit Ölfarbe gestrichen sein, meist bleibt es naturfarben.
o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 171
Zitationshilfe
„Geflecht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geflecht>, abgerufen am 17.10.2021.

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