Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gegenreformation, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gegenreformation · Nominativ Plural: Gegenreformationen · wird meist im Singular verwendet
Worttrennung Ge-gen-re-for-ma-ti-on
Wortzerlegung gegen Reformation
Duden, GWDS, 1999

Bedeutung

historisch im 16. und 17. Jahrhundert   Gegenbewegung der katholischen Kirche gegen die Reformation
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reformieren · reformiert · Reformierte · Reformation · Gegenreformation · Reformator · Reform
reformieren Vb. ‘erneuern, umgestalten, verbessern’, auch mhd. reformieren, entlehnt aus lat. reformāre ‘umgestalten, -bilden, verwandeln, abändern, verbessern, wiederherstellen’; vgl. lat. formāre ‘formen, gestalten’, zu lat. forma ‘Gestalt, Figur, Äußeres’ (s. Form). Zunächst ‘in seiner ursprünglichen Gestalt wiederherstellen’ (vom Zustand der Kirche, der Klöster u. dgl., 15. Jh.), dann (auch allgemein) ‘umgestalten, verbessern, erneuern’ (16. Jh.), vor allem bezogen auf die reformatorische Tätigkeit Luthers und die protestantische Kirchenreform. Dazu reformiert Part.adj. ‘aus den kirchlichen Reformbestrebungen Zwinglis und Calvins hervorgegangen’ (um 1600), vgl. reformierte Kirche; substantiviert Reformierte Plur. für die Anhänger dieser Kirchen (Mitte 17. Jh.). – Reformation f. ‘Erneuerung, Umgestaltung’, frühnhd. reformacye (Anfang 15. Jh.), reformatze, reformacion, reformation (15. Jh.), entlehnt aus gleichbed. lat. reformātio (Genitiv reformātiōnis). Seit der 1. Hälfte des 16. Jhs. bezeichnet der Ausdruck vornehmlich die lutherische Erneuerungsbewegung, seit der Aufklärung auch eine ‘Erneuerung des politischen, sozialen und geistigen Lebens’. Gegenreformation f. ‘Gegenbewegung der katholischen Kirche (1555 bis 1648) gegen die Reformation’ (geprägt 1776 von dem Staatsrechtler Pütter, Göttingen). Reformator m. ‘Umgestalter, Verbesserer’, speziell (auf Luther bezogen) ‘Erneuerer der Kirche’, Entlehnung (2. Hälfte 16. Jh., bis ins 18. Jh. mit lat. Flexion) von gleichbed. lat. reformātor. Reform f. ‘planmäßige Umgestaltung, Neuordnung, Verbesserung bestehender Einrichtungen und Verhältnisse durch Beseitigung von Mißständen’, Übernahme (um 1700) von frz. réforme ‘Veränderung, Verbesserung’ (auch ‘Wiederherstellung der alten Regel in einem Orden, Veränderung der christlichen Lehre und Ordnung durch die protestantische Bewegung’), Verbalsubstantiv zu frz. réformer ‘umgestalten, verbessern’, afrz. reformer ‘neu gestalten, neu bilden’, nach lat. reformāre (s. oben).

Typische Verbindungen zu ›Gegenreformation‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gegenreformation‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gegenreformation‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Gegenreformation sah freilich in ihm noch im Tode ihren Gegner. [Stupperich, R.: Bucer. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 8298]
So fand die beginnende Gegenreformation einen in sich uneinigen Gegner vor, den sie daher auch schnell in die Verteidigung drängen konnte. [Wiora, Walter u. a.: Deutschland. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1954], S. 25252]
Doch für eine planvolle Gegenreformation ist der Prior zu modern. [Die Zeit, 03.04.1995, Nr. 14]
Die Gegenreformation ist noch lange nicht abgeschlossen, das Volk weiß inzwischen zuviel. [Die Zeit, 21.10.1977, Nr. 43]
Die Männer der Gegenreformation befassen sich in keiner Weise mit einer Erneuerung der theologischen Methoden. [o. A.: Die Kirche im Zeitalter des Absolutismus und der Aufklärung. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1970], S. 2643]
Zitationshilfe
„Gegenreformation“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gegenreformation>.

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