Gegenwart, die
GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungGe-gen-wart (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Zeit, in der wir leben, Jetztzeit
Beispiele:
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
die Kunst, Kultur der Gegenwart
das Projekt ist bis in die Gegenwart fortgeführt worden
diese Sitte hat sich bis in die Gegenwart gehalten
das Buch spiegelt die Gegenwart wider
die Gegenwart findet ihren Ausdruck in der Kunst
sie versuchte, der Gegenwart zu entfliehen
die Flucht aus der Gegenwart
eine Bejahung der Gegenwart
Sprachwissenschaft Tempus des gegenwärtigen Geschehens, Präsens
Beispiel:
ein Verb in der Gegenwart konjugieren
Umgebung
Beispiel:
das Buch fesselte ihn so, dass die Gegenwart um ihn versank
2.
Anwesenheit, Dasein
Beispiele:
seine Gegenwart ist bei diesem Treffen nicht erwünscht
seine Gegenwart störte sehr
da Liebe ... auf die Dauer Nähe und Gegenwart des Geliebten braucht [St. ZweigBalzac411]
in Gegenwart vonim Beisein von
Beispiele:
in Gegenwart von anderen hat er ihn beschimpft
in Gegenwart der Mutter wagte niemand, seine Bedenken zu äußern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gegen · gen · entgegen · entgegnen · Entgegnung · Gegenfüßler · Gegengift · Gegensatz · gegenseitig · Gegenstand · gegenständlich · Gegenwart · gegenwärtig · vergegenwärtigen · gegenüber · Gegenüber
gegen Präp. ‘wider (zur Abwehr von, zum Schutz vor), in Richtung auf, in Beziehung auf, fast, annähernd, im Austausch für’, ahd. gagan, gegin Präp. Adv. (9. Jh.), gagani, gegini Adv. (9. Jh.), mhd. gegen Präp., gegen(e), gagen(e) Adv., kontrahiert gein, gēn (daraus als Richtungsangabe nhd. gen Präp. asächs. gegin-, mnd. jēgen, mnl. jeghen(s), nl. jegens, aengl. gegn, gēn Adv., anord. gegn Präp. Adv. ist, da außergerm. Vergleichsmöglichkeiten fehlen, etymologisch ungeklärt. gegen gibt ursprünglich die Richtung an ‘auf etw. zu, auf etw. hin’ (räumlich gegen den Baum laufen, zeitlich gegen Abend), dann auch das Verhältnis zu Menschen oder Sachverhalten (gütig gegen alte Leute, empfindlich gegen Kälte). Daraus entwickelt sich eine Bedeutung ‘wider’ im Sinne eines absichtlichen Entgegenwirkens, einer Feindseligkeit (gegen jmdn. kämpfen, gegen jeden Versöhnungsversuch sein). Häufig in nominalen Zusammensetzungen, z. B. für die entsprechende Erwiderung eines Vorgangs (Gegendruck, -gruß, -wirkung), einer feindlichen Absicht (Gegenwehr, -stoß), für Personen und Sachverhalte, die einander völlig (Gegenbild, -stück), rivalisierend (Gegenkönig, -spieler, -partei) oder in umgekehrtem Sinne, also gegenläufig (Gegenrichtung, -strömung, -rhythmus) entsprechen. entgegen Adv. ‘in Richtung auf’, Präp. ‘im Gegensatz zu’, ahd. ingagan, ingegin Präp. ‘gegen, entgegen’ (8. Jh.), ingagani, ingegini Adv. (um 800), mhd. engegen Präp., engegen(e), engagen(e) Adv., asächs. angegin, aengl. (westsächs.) ongēan, ongēn, (angl.) angægn, ongegn, engl. again; im Nhd. an das Präfix ↗ent- (s. d.) angelehnt; dazu entgegnen Vb. ‘erwidern, antworten’ (16. Jh.); vgl. dagegen ahd. ingaganen, ingeginen ‘entgegenkommen, empfangen, zurückkehren’ (9. Jh.), mhd. engegenen ‘begegnen’; Entgegnung f. ‘Erwiderung’ (19. Jh.). Gegenfüßler m. ‘auf dem entgegengesetzten Punkt der Erdkugel lebender Mensch’, übertragen ‘Widersacher’, Übersetzung (17. Jh.) von ↗Antipode (s. d.); älter gegenfüßig (16. Jh.). Gegengift n. ‘einem anderen Gift entgegenwirkendes Gift’, griech. antídoton (ἀντίδοτον), lat. antidotum nachgebildet (17. Jh.). Gegensatz m. ‘das Entgegengesetzte, Widerspruch, Kontrast, Feindschaft’, zuerst (15. Jh.) in der Rechtssprache ‘Gegenbehauptung, -argumentation’. gegenseitig Adj. ‘wechselseitig, beiderseitig’ (18. Jh.), anfangs ‘auf der entgegengesetzten Seite befindlich, der Gegenpartei angehörend’. Gegenstand m. ‘Ding, Thema, Angelegenheit’, zuerst ‘Widerstand’ (16. Jh.), ‘Gegensatz’, auch ‘das Entgegenstehende’ (17. Jh.), dann (Ende 17. Jh.) Übersetzung von Objekt bzw. lat. obiectum in philosophischer Sprache, davon ausgehend die heutige allgemeine Verwendung; gegenständlich Adj. um 1800 für objektiv, heute im Sinne von ‘dinglich, konkret’ als Gegensatz zu begrifflich. Gegenwart f. ‘Jetztzeit, Anwesenheit, Dasein’, ahd. gaganwart, geginwart (9. Jh.), mhd. gegenwart; vgl. auch ahd. gaganwerta (8. Jh.), gaganwertī, geginwertī (8. Jh.), gaganwurti (10. Jh.), mhd. gegenwurt, -würte ‘Gegenwart, Anblick, Angesicht’; zum zweiten Kompositionsglied s. ↗-wärts. Seit dem 19. Jh. grammatischer Terminus für ↗Präsens (s. d.), wofür älter gegenwürtig(e) Zeit (um 1400), die gegenwärtige Zeit oder die Gegenwart (Campe 1801); gegenwärtig Adj. ‘in der Gegenwart lebend, augenblicklich, jetzig’, ahd. gaganwertīg, geginwertīg (9. Jh.), mhd. gegenwertec, -würtec; vergegenwärtigen Vb. ‘(sich) deutlich in der Gegenwart vorstellen’ (17. Jh.), zu gegenwärtigen (15. Jh.). gegenüber Adv. Präp. ‘auf der anderen Seite, im Hinblick auf, gegen, zu’, aus gegen und ↗über (s. d.) zusammengewachsen (16. Jh.), anfangs daher getrennt geschrieben mit dem abhängigen (von der Präp. gegen regierten) Kasus zwischen beiden Bestandteilen (noch im 18. Jh. gegen ihm über); substantiviert Gegenüber n. ‘das oder der auf der anderen Seite Befindliche’ (um 1800), nach frz. le vis-à-vis.
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
Anwesenheit (einer Person) · Beisein · Dasein · Präsenz · Zugegensein  geh.
Assoziationen
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Jetzt
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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Also hast du doch wieder die Augen geöffnet und dich der Gegenwart zugewandt.
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 137
Gibt nicht der, der davon nicht träumt, ein Stück Gegenwart auf?
Die Zeit, 18.10.1996, Nr. 43
Sie sollten sich nicht genieren, in Gegenwart der Kinder zärtlich zum Partner zu sein.
Ichenhäuser, Ernst Z.: Erziehung zum guten Benehmen, Berlin: Volk u. Wissen 1983, S. 14
Sie sind, solange sie in ihren Funktionen stehen, mit jeder Gegenwart gleichzeitig.
Gadamer, Hans-Georg: Wahrheit und Methode, Tübingen: Mohr 1960, S. 107
Die Mutter verbietet ihnen aber, in Gegenwart des Vaters auf diesem Instrument zu blasen.
Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 465
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
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Antike Bezug Brücke Erinnerung Galerie Geschichte Herausforderungen Historie Komponisten Kunst Künstler Literatur Mittelalter Moderne Museum Musik Parallelen Probleme Schriftsteller Tradition Vergangenheit Zukunft ewige hineinragt hineinreicht jeweiligen lebendige reale triste unmittelbare

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