Gehabe, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gehabes · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ge-ha-be
Wortzerlegung  ge- haben
Wortbildung  mit ›Gehabe‹ als Letztglied: Imponiergehabe · Machogehabe
eWDG

Bedeutungen

1.
abwertend geziertes, wichtigtuerisches Betragen, Getue
Beispiele:
mir fiel sein komisches, wichtiges Gehabe auf
so ein blödes, dummes Gehabe!
Das war wirklich unausstehlich, dies Gehabe! [ ViebigDie vor d. Toren127]
2.
Synonym zu Gehaben (1)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gehaben · Gehaben · Gehabe
gehaben Vb. reflexiv ‘sich benehmen, verhalten’, ahd. gihabēn ‘(be)halten, ein-, zurückhalten, enthalten, sich verhalten, befinden’ (um 800), mhd. gehaben ‘halten, sich befinden, besitzen, behaupten’, mnd. gehebben, aengl. gehabban, got. gahaban ‘ergreifen, be-, festhalten, sich enthalten’ sind Präfixbildungen zu den unter haben (s. d.) behandelten Simplexformen. Das Verb wird im Nhd. des 19. Jhs. aufgegeben; heute nur noch in der Abschiedsformel gehab dich wohl. Dazu der substantivierte Infinitiv Gehaben n. ‘Verhalten, Benehmen’, mhd. gehaben. Gehabe n. ‘Verhalten, Ziererei, Getue’, wohl Neubildung des 19. Jhs. und nicht ahd. gihaba f. ‘Haltung, Benehmen’ (um 800), mhd. gehabe f. ‘Haltung, Benehmen, Aussehen’ fortsetzend.

Thesaurus

Synonymgruppe
(großes) Getöse · (großes) Tamtam · Aufhebens · Aufregung · Aufsehen · Federlesen(s) · Gesums · Getue · Gewese · Hype · Schaumschlägerei · Theaterdonner · Wirbel · viel Lärm um nichts  ●  (einen) ganz großen Bahnhof (machen)  fig. · Aufruhr  fig. · Hysterie  fig. · (großes) Trara  ugs. · (übertrieben viel) Tamtam (um etwas)  ugs., salopp, Hauptform · Aufgeregtheit  geh. · Aufriss  ugs. · Bohei  ugs. · Buhei  ugs. · Furore (machen)  geh. · Gehabe  ugs. · Gemach(e)  ugs. · Geschiss  derb · Getrommel  ugs. · Riesenbohei  ugs. · Rummel  ugs. · Sturm im Wasserglas  ugs. · Tebs  ugs., sehr selten · Theater  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Allüren · Angabe · Gehabe · Getue · Geziere · Ziererei  ●  Affektiertheit  geh. · Affigkeit  ugs. · Faxen  ugs. · Gedöns  ugs. · Gekünsteltheit  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(das) Auftreten · Gebaren  ●  Attitüde  geh., franz., bildungssprachlich · Gehabe  geh., abwertend · Gestus  geh., bildungssprachlich · Habitus  geh., bildungssprachlich
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Gehabe‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gehabe‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gehabe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man dürfe sich nicht auf "weinerliches Gehabe" zurückziehen, wettert er.
Die Welt, 05.01.2004
Selbst diejenigen, die ihr Interesse an der Wissenschaft bekunden, treffen hierzulande schon früh auf ein autoritäres Gehabe, das bereits Generationen von Forschern geprägt hat.
Der Tagesspiegel, 23.09.1999
Sie tat es auf so uneitle Weise, daß ich mir vornahm, mein prestigebedachtes Gehabe besser unter Kontrolle zu halten.
Becker, Jurek: Amanda herzlos, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1993 [1992], S. 125
Das großspurige, überlegene Gehabe, das ich mir angewöhnt hatte, habe ich auch in das Seminar mitgebracht.
Schlink, Bernhard: Der Vorleser, Zürich: Diogenes 1995, S. 82
Noch Minuten vorher war sie Frank Lutz und mir durch ihr wichtigtuerisches und arrogantes Gehabe aufgefallen.
Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 102
Zitationshilfe
„Gehabe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gehabe>, abgerufen am 27.01.2022.

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