Gehorsam, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gehorsams · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGe-hor-sam (computergeneriert)
Grundformgehorsam
Wortbildung mit ›Gehorsam‹ als Erstglied: ↗Gehorsamspflicht · ↗Gehorsamsverweigerung · ↗gehorsamspflichtig
 ·  mit ›Gehorsam‹ als Letztglied: ↗Kadavergehorsam
eWDG, 1967

Bedeutung

das Gehorchen, die Befolgung von Geboten, Befehlen
Beispiele:
bedingungsloser, blinder, unbedingter, soldatischer Gehorsam
Gehorsam gegenüber seinen Vorgesetzten
Gehorsam leisten
zu Gehorsam verpflichtet sein
jmdm. den Gehorsam aufkündigen, verweigern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gehorsam · Gehorsam · Gehorsamkeit
gehorsam Adj. ‘folgsam, willig, brav’, ahd. gihōrsam, hōrsam (8. Jh.), mhd. mnd. gehōrsam, mnl. ghehoorsaem, nl. gehoorzaam, aengl. (ge)hīersum, (ge)hȳrsum. Das Adjektiv entsteht als Wiedergabe des den christlichen Gehorsamkeitsbegriff gegenüber Gott und der klerikalen Hierarchie ausdrückenden lat. oboediēns Part.adj. ‘willfährig, fügsam’. Dieses geht aus dem Part. Präs. von lat. oboedīre ‘jmdm. Gehör schenken, gehorchen, gehorsam sein’ hervor. Das Germ. knüpft an das dem lat. Wort zugrundeliegende Simplex lat. audīre ‘hören’ an und leitet das Adjektiv von dem unter ↗hören (s. d.) behandelten Verb mit dem Suffix zur Bezeichnung von Charaktereigenschaften germ. -sama- (s. ↗-sam) ab. Gehorsam m. ‘Folgsamkeit’, ahd. gihōrsamī f. (um 1000), hōrsamī f. (9. Jh.), mhd. gehōrsam(e) f., daneben gehōrsam m.; seit dem 16. Jh. überwiegt die maskuline Form. Noch im 18. Jh. steht Gehorsam auch für ‘Gefängnis’, entstanden wohl aus einer Wendung wie in den Gehorsam gehen ‘in Haft gehen’. Gehorsamkeit f. ‘Folgsamkeit’, vgl. mhd. gehōrsamecheit ‘Gehorsam, Gelübde’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Folgeleistung · ↗Folgsamkeit · ↗Fügsamkeit · Gehorsam · ↗Gehorsamkeit
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Armut Befehl Demut Disziplin Ehelosigkeit Ehrfurcht Fleiß Gehorsam Gelübde Glauben Keuschheit Obrigkeit Pflichterfüllung Treue Tugend Unterordnung Untertan Unterwerfung absolut aufkündigen bedingungslos blind geloben nacheilend schulden soldatisch unbedingt verweigern vorauseilend vorgesetzt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gehorsam‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das heißt also, dann würde ich mich im Gehorsam dieser Entscheidung fügen.
Süddeutsche Zeitung, 30.11.1999
Wenn diese überhaupt existiert, wirkt sie sich nach den neuen Erkenntnissen nicht auf den destruktiven Gehorsam aus.
Der Tagesspiegel, 07.09.1999
Das Handeln des Christen im Gehorsam seines Herrn ist grundsätzlich unteilbar.
Frör, K.: Erziehung. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 7762
Dieser leistete ihr längst in allen Dingen geradezu sklavischen Gehorsam.
Friedländer, Hugo: Die Ermordung des Grafen Komarowski vor dem Schwurgericht zu Venedig. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 821
Zitationshilfe
„Gehorsam“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gehorsam>, abgerufen am 10.12.2019.

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