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Geißel, die

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GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Geißel · Nominativ Plural: Geißeln
Aussprache 
Worttrennung Gei-ßel (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Geißel‹ als Erstglied: Geißelfaden · Geißelhieb · Geißeltier · Geißeltierchen
 ·  mit ›Geißel‹ als Letztglied: Gottesgeißel  ·  mit ›Geißel‹ als Grundform: geißeln

Bedeutungsübersicht

  1. 1. [landschaftlich, besonders süddeutsch, österreichisch, schweizerisch] Peitsche
    1. [bildlich] ...
    2. [übertragen] Heimsuchung, Plage
  2. 2. [Biologie] Protoplasmafaden, der den Geißeltierchen zur Fortbewegung dient
eWDG

Bedeutungen

1.
landschaftlich, besonders süddeutsch, österreichisch, schweizerisch Peitsche
Beispiele:
der Kutscher schwang die Geißel
mit der Geißel hieb der Bauer auf das Pferd ein
ich hab schon geglaubt, er kriegt eine mit der Geißel über [ BrechtPuntila5]
historisch, ReligionSie schlug sich mit Geißeln, sie zerfetzte ihre eigenen Kleider [ WeismantelRiemenschneider97]
bildlich
Beispiel:
gehobenin weiten Gebieten der Erde schwingt der Hunger noch seine Geißel
übertragen Heimsuchung, Plage
Beispiele:
der Krieg, die Tuberkulose ist eine Geißel der Menschheit
Und was er spricht, ist Geißel, und was er schreibt, ist Blut [ UhlandSängers Fluch]
2.
Biologie Protoplasmafaden, der den Geißeltierchen zur Fortbewegung dient
Beispiel:
Die Geißel ist ein beweglicher, beim Schwimmen nach vorn gerichteter Protoplasmafortsatz [ BrehmTierleben1,16]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Geißel · geißeln
Geißel f. ‘Peitsche, Stab mit Riemen zur Selbstkasteiung’, ahd. geis(i)la ‘Geißel, Peitsche, Gerte’ (um 800), mhd. geisel (auch übertragen ‘Landplage’), mnd. geisele, mnl. ghēsele, gheisele, nl. gesel, anord. geisl ‘Stab, Stock’ und mit Ablaut langobard. gisil (Quantität unsicher) ‘kleiner Stab, Pfeilschaft’ sind als Gerätebezeichnungen mit l-Suffix zu germ. *gaiza- ‘Speer’ (s. Ger) bzw. dessen lautlicher Vorform germ. *gaisa- gebildet. Geißel wird heute nur noch übertragen (‘Landplage, Strafe’) und als historische Bezeichnung für das Instrument zur Selbstkasteiung gebraucht; in allen übrigen Verwendungen ist es weitgehend von Peitsche (s. d.) verdrängt. Die nhd. Schreibung Geißel dient zur Unterscheidung gegenüber Geisel. – geißeln Vb. ‘züchtigen, anprangern’, mhd. geiselen.

Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Geißel · Gerte · Peitsche · Reitgerte · Rute
Assoziationen
  • Nilpferdpeitsche · dicke Peitsche
  • Hiebe · Körperstrafe · Prügel · Schläge · Tracht Prügel · Züchtigung · es setzt Prügel · es setzt was · es setzt was mit dem Rohrstock  ●  (dann hat dein) Arsch Kirmes derb · (die) Jacke voll ugs. · (eine) Wucht ugs., regional · (es gibt) langen Hafer ugs. · (es gibt) was hinter die Löffel ugs. · (es gibt) was hinter die Ohren ugs. · Abreibung ugs. · Dresche ugs. · Haue ugs. · Keile kriegen ugs. · Kloppe ugs. · Senge ugs. · den Arsch voll kriegen derb · langen Hafer kriegen ugs.

Assoziationen

Fluch · Geißel · Unglück · Unheil · Unsegen · Unstern · Verhängnis
Assoziationen

Biologie
Flagellum · Geißel
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Geißel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geißel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Geißel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Peitschenförmige Bewegungen der Geißel dagegen dienen dazu, die Richtung des Schwimmens mit einem Ruck zu verändern. [Hesse, Richard: Der Tierkörper als selbständiger Organismus, Leipzig u. a.: B. G. Teubner 1910, S. 108]
Denn der islamistische Terror ist vor allem eine Geißel der islamischen Welt. [Die Zeit, 02.05.2011, Nr. 18]
Der islamistische Terror ist vor allem eine Geißel der islamischen Welt. [Die Zeit, 01.11.2010, Nr. 44]
Zwei der schlimmsten Geißeln, die die moderne Medizin kennt, trafen ihn. [Die Zeit, 19.07.2010, Nr. 29]
Anderseits haben die einzelnen Teile der Geissel allein keine erkennbare Funktion. [Die Zeit, 25.03.2009, Nr. 14]
Zitationshilfe
„Geißel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gei%C3%9Fel>.

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Worthäufigkeit

selten häufig

Wortverlaufskurve

Wortverlaufskurve 1600−1999
Wortverlaufskurve ab 1946

Geografische Verteilung

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