Geier, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Geiers · Nominativ Plural: Geier
Aussprache
WorttrennungGei-er
Wortbildung mit ›Geier‹ als Erstglied: ↗Geiernase · ↗Geierschnabel  ·  mit ›Geier‹ als Letztglied: ↗Bartgeier · ↗Gänsegeier · ↗Kuttengeier · ↗Mönchsgeier · ↗Pleitegeier · ↗Reichsgeier · ↗Schmutzgeier
 ·  mit ›Geier‹ als Grundform: ↗geiern
eWDG, 1967

Bedeutung

fast ausschließlich von Aas lebender, großer Raubvogel, besonders der wärmeren Gebiete, der einen langen, starken, vor der Spitze des Oberschnabels hakig herabgebogenen Schnabel und große, breite, meist abgerundete Flügel hat
Beispiele:
ein beutegieriger Geier
aus allen Richtungen fliegen die Geier herbei, sobald einer von ihnen ein Aas erspäht hat
umgangssprachlichweiß der Geier, wie die Bücher hierher gekommen sind! (= Ausruf des Erstaunens)
sprichwörtlichwo ein Aas ist, da sammeln sich die Geier
Er hätte nichts sagen sollen, denn wie ein Geier schoß die Frau auf ihn nieder [FalladaKleiner Mann14]
salopp in Verwünschungen
Beispiele:
hol' dich, hol's der Geier!
dass dich der Geier!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geier · Aasgeier
Geier m. Der Name des großen aasfressenden Raubvogels ahd. (9. Jh.), asächs. mhd. gīr, mnd. gīr, gīre, mnl. ghier, nl. gier (germ. *gira-) ist Substantivierung eines mit r-Suffix zur Wurzelform ie. *g̑hēi-, *g̑hī- ‘gähnen, klaffen, offenstehen’ (s. ↗gähnen) gebildeten Adjektivs; vgl. mhd. gīre ‘verlangend’, frühnhd. (heute noch mundartlich) geier ‘geld-, freßgierig’, mnd. gīr, mnl. ghier ‘begierig’, dazu ahd. hofagīr ‘habgieriger Höfling’ (um 1000) und die Abstrakta ahd. gīra (11. Jh.), gīrheit (um 1000), frühnhd. Geierheit. (Zur Existenz einer zugehörigen Verbalform s. ↗Gier.) Daher ist der Vogelname zu verstehen als ‘einer, der das Maul aufsperrt, gierig ist’. Aasgeier m. (16. Jh.), häufig Schimpfwort.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aas Adler Beute Bussard Eule Falke Fraß Fressen Habicht Hyäne Kadaver Kranich Krähe Rabe Raubvogel Schakal Storch Sturzflug Taube Wolf fressen gierig herfallen hermachen hocken kreisen kreisend lauern schwul zerfleischen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geier‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nachts kommen hier die Geier, sagt der Mann im schönsten Haus des Dorfes.
Der Tagesspiegel, 16.11.2004
Vier kahlköpfige Geier hocken lauernd auf einem Ast und warten.
Bild, 22.05.2000
Unter den sorgfältig gescheitelten, seidezarten langen grauen Haaren bekam er die scharfen Züge eines alten gierigen Geiers.
Koeppen, Wolfgang: Tauben im Gras. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1951], S. 36
Eben einen stattlichen jungen Mann, dem der Erfolg schon aus den Knopflöchern quillt, weiß der Geier.
Brussig, Thomas: Wasserfarben, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1991], S. 45
Das Schicksal hat sich über mich gestürzt wie ein Geier über eine Taube und mich Stück für Stück zerrissen.
Ebner-Eschenbach, Marie von: Der Herr Hofrat. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 10973
Zitationshilfe
„Geier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geier>, abgerufen am 18.11.2019.

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