Geifer, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Geifers · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Gei-fer
Wortbildung  mit ›Geifer‹ als Erstglied: ↗Geiferlatz · ↗Geiferlätzchen  ·  mit ›Geifer‹ als Grundform: ↗geifern

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. aus dem Mund fließender Speichel
  2. 2. [abwertend, übertragen] wütendes, boshaftes Reden
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
aus dem Mund fließender Speichel
Beispiele:
sein Bart war nass von Geifer
Schrecklich hängt der Kopf abgeklappt am Fell herunter ... überlaufen von Blut und Geifer [ DöblinAlexanderpl.149]
2.
abwertend, übertragen wütendes, boshaftes Reden
Beispiele:
alles, was er über ihn sagt, ist Geifer und Entstellung
Hass und Geifer der Gegner rührte ihn nicht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geifer · geifern · giepern · jiepern
Geifer m. ‘ausfließender Speichel, in bösen Worten ausgestoßene Wut’, spätmhd. geifer gehört zu einem Verb, das in bair. gaifen ‘klaffen, spöttisch den Mund verziehen’, nd. gīpen, jīpen ‘den Mund aufreißen, nach Luft schnappen, streben nach’, mnl. ghīpen, nl. gijpen ‘nach Luft schnappen’ vertreten ist. Vgl. mit abweichendem Stammvokal anord. geipa ‘schwatzen’. Die Formen schließen sich an eine Labialerweiterung der Wurzel ie. *g̑hēi-, *g̑hē- ‘gähnen, klaffen, offenstehen’ (s. ↗gähnen) an. Vom Substantiv abgeleitet geifern Vb. ‘seine Wut auslassen’ (so daß Geifer ausfließt), ‘zornig keifen’ (um 1500). giepern, jiepern Vb. (nd., berlin.) ‘begierig sein, sehr nach etw. verlangen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Geifer · ↗Sabber  ●  ↗Seiber  ugs.
Assoziationen
  • (jemandem) fließt Speichel aus dem Mund · ↗geifern  ●  (eine) feuchte Aussprache (haben)  ugs., scherzhaft-ironisch · ↗sabbeln  ugs., norddeutsch · ↗sabbern  ugs. · ↗schlabbern  ugs. · ↗seibern  ugs. · ↗trenzen  ugs., österr.

Typische Verbindungen zu ›Geifer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geifer‹.

Verwendungsbeispiele für ›Geifer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Glaube nur nicht, daß dein Geifer mich trifft oder mich gar naß macht.
Süddeutsche Zeitung, 17.10.1995
Schrecklich hängt der Kopf abgeklappt am Fell herunter, zwischen den beiden Tischbeinen, überlaufen von Blut und Geifer.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 147
Die Polizisten pöbeln und prügeln, die Journalisten lachen scheppernd und höhnisch, der Geifer tropft aus den Worten.
Der Tagesspiegel, 29.11.1999
Diese hatte Schaum oder Geifer um Nase und Mund und atmete in flachen, kleinen Stößen.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 681
Doch der Geifer, mit dem sich in diesen Tagen Journalisten auf den Papst stürzen, erinnert an eine Meute ausgehungerter Wölfe.
Die Zeit, 09.02.2009, Nr. 06
Zitationshilfe
„Geifer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geifer>, abgerufen am 20.10.2020.

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