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Geisel, die oder der

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Geisel · Nominativ Plural: Geiseln
Nebenform Geisel · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Geisels · Nominativ Plural: Geisel
Aussprache 
Worttrennung Gei-sel
Wortbildung  mit ›Geisel‹ als Erstglied: Geiseldrama · Geiselerschießung · Geiselmord · Geiselmörder · Geiselnahme · Geiselnehmer
eWDG

Bedeutung

jmd., der der (kriegführenden) gegnerischen Seite mit seinem Leben als Pfand für die Erfüllung bestimmter Forderungen dient
Beispiele:
Geiseln schicken, stellen
jmdn. als Geisel behalten, festhalten, verhaften, festsetzen
nach der Genfer Konvention ist die Tötung von Geiseln verboten
Es sind weder Geiseln getötet worden, noch Juden und Kommunisten [ H. MannZeitalter19]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geisel f. (selten m.) ‘Bürgschaftsgefangener, Pfand’, langobard. gīsil ‘wer mit seiner Person haftet, Bürge, Zeuge’, ahd. gīsal (8. Jh.), mhd. gīsel ‘Kriegs-, Bürgschaftsgefangener, Bürge’, asächs. gīsal, mnd. gīsel(e) (neben gīse), mnl. ghīsel, aengl. gīsl, gīsel, anord. gīsl (germ. *geisla-), vgl. auch die Namen got. (latinisiert) Gīslamundus, nhd. Gisela, sind vielleicht aus dem Kelt. entlehnt und gehen über air. gīall, kymr. gwystl ‘Geisel’ und ablautendes ir. gell ‘Einsatz, Pfand’ auf ie. *gheidhtlo- ‘Bürgschaft, Pfand’ zurück, eine Suffixbildung zur Wurzel ie. *gheidh- ‘begehren, gierig sein’, wozu auch nhd. Geiz (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Entführter · Geisel · Gekidnappter
Oberbegriffe
  • Betroffener · Leidtragender · Opfer  ●  Geschädigter  fachspr., Amtsdeutsch

Typische Verbindungen zu ›Geisel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geisel‹.

Befreiung Ermordung Farc Freilassung Schicksal befreien befreit entführt enthaupten erschießen festgehalten festhalten freibekommen freigelassen freikommen freilassen getötet halten malaysisch nehmen philippinisch südkoreanisch töten verblieben verschleppen verschleppt

Verwendungsbeispiele für ›Geisel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Heute nacht lasse ich deine Mutter als Geisel zu mir bringen. [Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 478]
Doch er befand sich zu diesem Zeitpunkt noch als Geisel in Rom, und dort dachte man nicht daran, ihn freizugeben. [Hoffmann, Wilhelm: Roms Aufstieg zur Weltherrschaft. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 8936]
Der Irak spreche zwar von »Gästen«, aber in Wirklichkeit handele es sich um Geiseln. [Nr. 390: Telefongespräch Kohl mit Bush vom 22. August 1990. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1990], S. 4335]
Nicht nur in diesem Fall hat der 1997 verstorbene Geisel recht behalten. [konkret, 1998]
Indem sie sie verschweigen, werden sie selbst zu Opfern, machen sie sich zu Geiseln ihrer eigenen Strategie. [Die Zeit, 17.10.1997, Nr. 43]
Zitationshilfe
„Geisel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geisel>.

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