Geiz, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Geizes · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Geiz‹ als Erstglied: ↗Geizhals · ↗Geizkragen  ·  mit ›Geiz‹ als Letztglied: ↗Ehrgeiz
eWDG

Bedeutungen

1.
übertriebene, abstoßend wirkende Sparsamkeit
Beispiele:
jmd. ist von Geiz besessen
sein schnöder, schmutziger Geiz war schuld an dem Zerwürfnis
sprichwörtlich Geiz ist die Wurzel alles Übels
2.
veraltet heftiges Verlangen
Beispiel:
Mich locket nicht des eiteln Ruhmes Geiz [ SchillerStuartII 6]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geiz · geizen · Geiztrieb · geizig · Geizhals · Geizkragen · ehrgeizig · Ehrgeiz
Geiz m. ‘übertriebene Sparsamkeit, Habsucht, Knauserei’, mhd. gīz (Hs. geitz, 14. Jh.) ist wohl (wie auch zu erschließendes gīze, Ende 13. Jh.) rückgebildet aus mhd. gītsen ‘gierig, habgierig sein’, das selbst eine Weiterbildung von gleichbed. mhd. gīten darstellt (vgl. auch aengl. gītsian ‘verlangen, begehren’). Zugrunde liegt das Substantiv ahd. (9. Jh.), mhd. gīt ‘Habsucht, Gier’. Mhd. gītsen führt zu nhd. geizen Vb. ‘übertrieben sparsam sein, knausern’, älter auch ‘heftig verlangen, streben nach’. Außergerm. sind lit. geĩsti ‘wünschen, begehren, verlangen’, gaĩdas ‘heftiges Verlangen, leidenschaftliche Begierde, Gier’, aslaw. žьdati, russ. ždat’ (ждать) ‘warten, erwarten’ vergleichbar, so daß ie. *gheidh- ‘begehren, gierig sein’ erschlossen werden kann. Die heutige Bedeutung, aus ‘Gier nach Reichtum’ entstanden, setzt sich im 18. Jh. durch. Das in älterer Zeit fachsprachlich im Gartenbau übliche Geiz ‘Nebenschößling’ (Anfang 18. Jh.), dafür heute Geiztrieb m. (19. Jh.), geht von der Vorstellung aus, daß dieser den Pflanzen gierig den Saft aussauge. geizig Adj. ‘übertrieben sparsam, knauserig’, älter ‘begierig verlangend’, spätmhd. gīzig; voraus gehen bzw. daneben stehen (abgeleitet von ahd. mhd. gīt, s. oben) ahd. gītag (9. Jh.), mhd. gītec, gītic, frühnhd. geitig ‘gierig, habgierig’. Geizhals m. ‘übertrieben sparsamer Mensch, Knauserer’, eigentlich ‘gieriger Rachen’ (Ende 15. Jh.); entsprechend Geizkragen m. (Mitte 19. Jh.), zu ↗Kragen (s. d.) in seiner frühen Bedeutung ‘Hals’. ehrgeizig Adj. (um 1500); vgl. mhd. ēr(en)gītec. Daraus rückgebildet Ehrgeiz m. ‘Streben nach Ehren, übersteigerter Eifer, sich auszuzeichnen’ (1. Hälfte 16. Jh.); vgl. mhd. ērgītecheit.

Typische Verbindungen zu ›Geiz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geiz‹.

Verwendungsbeispiele für ›Geiz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Geiz ist zwar nicht geil, teuer aber auch nicht toll.
Der Tagesspiegel, 13.12.2002
Denn Geiz vermag sich nur auf den eigenen Besitz zu erstrecken.
Bild, 20.06.1998
Die erzieherische Härte der Mutter erwies sich als verkappter Geiz.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 396
Mit dem schwindenden Winter war auch der Geiz wieder abgetaut.
Winckler, Josef: Der tolle Bomberg, Rudolstadt: Greifenverl. [1956] [1922], S. 349
Die Geize zehren den Stock aus und müssen als schmarotzende Organe betrachtet werden.
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 248
Zitationshilfe
„Geiz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geiz#1>, abgerufen am 15.06.2021.

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Geiz, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Geizes · Nominativ Plural: Geize
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Geiz‹ als Erstglied: ↗Geiztrieb
eWDG

Bedeutung

Gartenbau Geiztrieb
Beispiel:
von den Tomaten, Weinreben die Geize entfernen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geiz · geizen · Geiztrieb · geizig · Geizhals · Geizkragen · ehrgeizig · Ehrgeiz
Geiz m. ‘übertriebene Sparsamkeit, Habsucht, Knauserei’, mhd. gīz (Hs. geitz, 14. Jh.) ist wohl (wie auch zu erschließendes gīze, Ende 13. Jh.) rückgebildet aus mhd. gītsen ‘gierig, habgierig sein’, das selbst eine Weiterbildung von gleichbed. mhd. gīten darstellt (vgl. auch aengl. gītsian ‘verlangen, begehren’). Zugrunde liegt das Substantiv ahd. (9. Jh.), mhd. gīt ‘Habsucht, Gier’. Mhd. gītsen führt zu nhd. geizen Vb. ‘übertrieben sparsam sein, knausern’, älter auch ‘heftig verlangen, streben nach’. Außergerm. sind lit. geĩsti ‘wünschen, begehren, verlangen’, gaĩdas ‘heftiges Verlangen, leidenschaftliche Begierde, Gier’, aslaw. žьdati, russ. ždat’ (ждать) ‘warten, erwarten’ vergleichbar, so daß ie. *gheidh- ‘begehren, gierig sein’ erschlossen werden kann. Die heutige Bedeutung, aus ‘Gier nach Reichtum’ entstanden, setzt sich im 18. Jh. durch. Das in älterer Zeit fachsprachlich im Gartenbau übliche Geiz ‘Nebenschößling’ (Anfang 18. Jh.), dafür heute Geiztrieb m. (19. Jh.), geht von der Vorstellung aus, daß dieser den Pflanzen gierig den Saft aussauge. geizig Adj. ‘übertrieben sparsam, knauserig’, älter ‘begierig verlangend’, spätmhd. gīzig; voraus gehen bzw. daneben stehen (abgeleitet von ahd. mhd. gīt, s. oben) ahd. gītag (9. Jh.), mhd. gītec, gītic, frühnhd. geitig ‘gierig, habgierig’. Geizhals m. ‘übertrieben sparsamer Mensch, Knauserer’, eigentlich ‘gieriger Rachen’ (Ende 15. Jh.); entsprechend Geizkragen m. (Mitte 19. Jh.), zu ↗Kragen (s. d.) in seiner frühen Bedeutung ‘Hals’. ehrgeizig Adj. (um 1500); vgl. mhd. ēr(en)gītec. Daraus rückgebildet Ehrgeiz m. ‘Streben nach Ehren, übersteigerter Eifer, sich auszuzeichnen’ (1. Hälfte 16. Jh.); vgl. mhd. ērgītecheit.

Typische Verbindungen zu ›Geiz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geiz‹.

Verwendungsbeispiele für ›Geiz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Geiz ist zwar nicht geil, teuer aber auch nicht toll.
Der Tagesspiegel, 13.12.2002
Denn Geiz vermag sich nur auf den eigenen Besitz zu erstrecken.
Bild, 20.06.1998
Die erzieherische Härte der Mutter erwies sich als verkappter Geiz.
Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind – Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 396
Mit dem schwindenden Winter war auch der Geiz wieder abgetaut.
Winckler, Josef: Der tolle Bomberg, Rudolstadt: Greifenverl. [1956] [1922], S. 349
Die Geize zehren den Stock aus und müssen als schmarotzende Organe betrachtet werden.
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 248
Zitationshilfe
„Geiz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geiz#2>, abgerufen am 15.06.2021.

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