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Geizkragen, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Geizkragens · Nominativ Plural: Geizkragen
Grammatik A , CH , D-Süd Substantiv · Nominativ Plural: Geizkrägen
Aussprache  [ˈgaɪ̯ʦkʀaːgn̩]
Worttrennung Geiz-kra-gen
Wortzerlegung Geiz1 Kragen
eWDG und ZDL

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend Synonym zu GeizhalsWDG
Beispiele:
Das Stück, basierend auf dem Klassiker von Charles Dickens, handelt von dem bekanntesten Geizkragen aller Zeiten, der an Weihnachten Besuch von drei Geistern erhält. [Saarbrücker Zeitung, 02.12.2021]
Klar, [das Massaker von] Butscha ist eine Inszenierung und laut Russland bestellt von USA, EU und Nato. Diese drei Schurken und außerdem Geizkragen haben das Video nicht bei Profis, etwa bei Hollywood, sondern bei einer No‑Name‑Production im Auftrag gegeben. [Frankfurter Rundschau, 22.04.2022]
Sie [Chinesen in Thailand] gelten als Billigtouristen, Rüpel und Geizkrägen, die, abgesehen von ihrer Pauschalreise im Land, keinen Rappen ausgeben. [Luzerner Zeitung, 02.07.2018]
[Die Zeitung] POTATO widmet sich den Sparfüchsen, Knauserern, Pfennigfuchsern und Geizkragen: In unserer neuen Ausgabe dreht sich alles um das brandaktuelle Thema Sparen. [Saarbrücker Zeitung, 05.11.2008]
Der Geizkragen Dagobert Duck hatte einen riesigen Goldspeicher, in dem er zu seinem größten Vergnügen baden konnte. [Badische Zeitung, 24.07.2013]
Wie bitter leid tat mir nun meine Gutgläubigkeit, als ich sah, wie mich dieser tiefäugige Geizkragen um meinen Lohn prellte. [Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690–1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 55113]

letzte Änderung:

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geiz · geizen · Geiztrieb · geizig · Geizhals · Geizkragen · ehrgeizig · Ehrgeiz
Geiz m. ‘übertriebene Sparsamkeit, Habsucht, Knauserei’, mhd. gīz (Hs. geitz, 14. Jh.) ist wohl (wie auch zu erschließendes gīze, Ende 13. Jh.) rückgebildet aus mhd. gītsen ‘gierig, habgierig sein’, das selbst eine Weiterbildung von gleichbed. mhd. gīten darstellt (vgl. auch aengl. gītsian ‘verlangen, begehren’). Zugrunde liegt das Substantiv ahd. (9. Jh.), mhd. gīt ‘Habsucht, Gier’. Mhd. gītsen führt zu nhd. geizen Vb. ‘übertrieben sparsam sein, knausern’, älter auch ‘heftig verlangen, streben nach’. Außergerm. sind lit. geĩsti ‘wünschen, begehren, verlangen’, gaĩdas ‘heftiges Verlangen, leidenschaftliche Begierde, Gier’, aslaw. žьdati, russ. ždat’ (ждать) ‘warten, erwarten’ vergleichbar, so daß ie. *gheidh- ‘begehren, gierig sein’ erschlossen werden kann. Die heutige Bedeutung, aus ‘Gier nach Reichtum’ entstanden, setzt sich im 18. Jh. durch. Das in älterer Zeit fachsprachlich im Gartenbau übliche Geiz ‘Nebenschößling’ (Anfang 18. Jh.), dafür heute Geiztrieb m. (19. Jh.), geht von der Vorstellung aus, daß dieser den Pflanzen gierig den Saft aussauge. – geizig Adj. ‘übertrieben sparsam, knauserig’, älter ‘begierig verlangend’, spätmhd. gīzig; voraus gehen bzw. daneben stehen (abgeleitet von ahd. mhd. gīt, s. oben) ahd. gītag (9. Jh.), mhd. gītec, gītic, frühnhd. geitig ‘gierig, habgierig’. Geizhals m. ‘übertrieben sparsamer Mensch, Knauserer’, eigentlich ‘gieriger Rachen’ (Ende 15. Jh.); entsprechend Geizkragen m. (Mitte 19. Jh.), zu Kragen (s. d.) in seiner frühen Bedeutung ‘Hals’. ehrgeizig Adj. (um 1500); vgl. mhd. ēr(en)gītec. Daraus rückgebildet Ehrgeiz m. ‘Streben nach Ehren, übersteigerter Eifer, sich auszuzeichnen’ (1. Hälfte 16. Jh.); vgl. mhd. ērgītecheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
Filz · Knicker  ●  Sparfuchs  positiv · Geizhals  ugs., Hauptform · Geizkragen  ugs. · Knauser  ugs. · Knauserer  ugs. · Pfennigfuchser  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen
Zitationshilfe
„Geizkragen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geizkragen>.

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