Geizkragen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungGeiz-kra-gen
WortzerlegungGeiz1Kragen
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend
Synonym zu Geizhals
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geiz · geizen · Geiztrieb · geizig · Geizhals · Geizkragen · ehrgeizig · Ehrgeiz
Geiz m. ‘übertriebene Sparsamkeit, Habsucht, Knauserei’, mhd. gīz (Hs. geitz, 14. Jh.) ist wohl (wie auch zu erschließendes gīze, Ende 13. Jh.) rückgebildet aus mhd. gītsen ‘gierig, habgierig sein’, das selbst eine Weiterbildung von gleichbed. mhd. gīten darstellt (vgl. auch aengl. gītsian ‘verlangen, begehren’). Zugrunde liegt das Substantiv ahd. (9. Jh.), mhd. gīt ‘Habsucht, Gier’. Mhd. gītsen führt zu nhd. geizen Vb. ‘übertrieben sparsam sein, knausern’, älter auch ‘heftig verlangen, streben nach’. Außergerm. sind lit. geĩsti ‘wünschen, begehren, verlangen’, gaĩdas ‘heftiges Verlangen, leidenschaftliche Begierde, Gier’, aslaw. žьdati, russ. ždat’ (ждать) ‘warten, erwarten’ vergleichbar, so daß ie. *gheidh- ‘begehren, gierig sein’ erschlossen werden kann. Die heutige Bedeutung, aus ‘Gier nach Reichtum’ entstanden, setzt sich im 18. Jh. durch. Das in älterer Zeit fachsprachlich im Gartenbau übliche Geiz ‘Nebenschößling’ (Anfang 18. Jh.), dafür heute Geiztrieb m. (19. Jh.), geht von der Vorstellung aus, daß dieser den Pflanzen gierig den Saft aussauge. geizig Adj. ‘übertrieben sparsam, knauserig’, älter ‘begierig verlangend’, spätmhd. gīzig; voraus gehen bzw. daneben stehen (abgeleitet von ahd. mhd. gīt, s. oben) ahd. gītag (9. Jh.), mhd. gītec, gītic, frühnhd. geitig ‘gierig, habgierig’. Geizhals m. ‘übertrieben sparsamer Mensch, Knauserer’, eigentlich ‘gieriger Rachen’ (Ende 15. Jh.); entsprechend Geizkragen m. (Mitte 19. Jh.), zu ↗Kragen (s. d.) in seiner frühen Bedeutung ‘Hals’. ehrgeizig Adj. (um 1500); vgl. mhd. ēr(en)gītec. Daraus rückgebildet Ehrgeiz m. ‘Streben nach Ehren, übersteigerter Eifer, sich auszuzeichnen’ (1. Hälfte 16. Jh.); vgl. mhd. ērgītecheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
Sparfuchs  positiv · ↗Geizhals  ugs., Hauptform · Geizkragen  ugs. · ↗Knauser  ugs. · Knauserer  ugs. · ↗Pfennigfuchser  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schließlich ist Weihnachten, da wollen wir nicht als Geizkragen dastehen.
Die Welt, 21.12.2001
Er muss erleben, dass die Erhöhung seiner Gage, die er sich selbstlos zugestanden hatte, von den Geizkragen in der Regierung nicht bewilligt wird.
Die Zeit, 29.03.2010, Nr. 13
Sie zählt immer die Nordseekrabben darin - es werden jedes Mal mehr, der Koch ist kein Geizkragen.
Bild, 13.12.2002
Der schönste Schmuck für einen weißen Frauenhals ist ein Geizkragen.
Tucholsky, Kurt: Das Wirtshaus im Spessart. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1927], S. 20550
Dies findet einer seiner Kollegen derart brutal, dass er den Geizkragen zur Rede stellt und ihn am liebsten erschießen will.
Der Tagesspiegel, 05.01.2004
Zitationshilfe
„Geizkragen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geizkragen>, abgerufen am 23.05.2019.

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