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Gelage, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gelages · Nominativ Plural: Gelage
Aussprache 
Worttrennung Ge-la-ge
Wortbildung  mit ›Gelage‹ als Letztglied: Biergelage · Festgelage · Fressgelage · Saufgelage · Trinkgelage · Zechgelage
eWDG

Bedeutung

abwertend Fest, Zusammenkunft mit üppiger Trinkerei und Esserei
Beispiele:
sie feierten ein wüstes Gelage
Die Tanzereien und Gelage gingen in diesem Winter besonders flott im Kretscham von Halbenau [ PolenzBüttnerbauer1,426]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gelage n. ‘üppiges Gastmahl’ stammt aus dem nd.-nl. Bereich, vgl. mnd. gelach ‘Trink-, Tischgesellschaft, Gildenmahlzeit, Zeche’, mnl. ghelach, ghelāghe ‘Festmahl, Zeche’, nl. gelag ‘Trinkgelage, Zeche’. Über niederrhein. gelōch, geloyg (14. Jh.) dringt das Wort in vielen Formen ins Md. und Obd., vgl. hess. gloge (15. Jh.), glag (16. Jh.), omd. gelach (Anfang 16. Jh.), Gelack (17. Jh.), obd. gloch, gelōch (16. Jh.). Im 18. Jh. setzt sich Gelag, im 19. Jh. Gelage als korrekt empfundene Form der Literatursprache durch. Die Kollektivbildung zu den Formen von legen (s. d.) bedeutet eigentlich ‘(zum Essen und Trinken) Zusammengelegtes’ (vgl. got. gabaúr ‘Festgelage, Schmaus’, eigentlich ‘Zusammengetragenes’, zu got. gabaíran ‘zusammengetragen’).

Thesaurus

Synonymgruppe
Alkoholexzess · Alkoholgelage · Gelage · Rauschtrinken · Saufexzess · Suff · Trinkgelage · Zecherei · Zechgelage · wüstes Gelage  ●  Binge-Drinking  engl. · (das) Kneipen  fachspr., burschenschaftlich, Jargon · Bacchanal  geh. · Besäufnis  ugs. · Druckbetankung  ugs., fig. · Kampftrinken (neudeutsch)  ugs. · Kneipabend  fachspr., burschenschaftlich, Jargon · Komasaufen  ugs. · Komatrinken (neudeutsch)  ugs. · Konvivium  geh., lat. · Sauferei  ugs. · Saufgelage  ugs., Hauptform · Sauforgie  ugs. · Sturztrunk  geh., veraltet · Symposion (Antike)  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Gelage‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gelage‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gelage‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Grobkörnige Fotos von ausschweifenden Gelagen beschwören die dunklen Gemälde der flämischen Maler aus der Renaissance. [Die Zeit, 14.01.2004, Nr. 03]
Der General ist noch ziemlich verkatert von dem Gelage in der vergangenen Nacht. [Die Zeit, 08.09.2003, Nr. 36]
Nun darf man sich den Verlag nicht als ewiges Gelage vorstellen. [Die Zeit, 11.06.2001, Nr. 24]
Niemals wieder durfte er so hemmungslos herumprügeln, bacchantische Gelage feiern und andere Dinge tun, die braven Kindern verboten waren. [Süddeutsche Zeitung, 18.08.2001]
Bei Gelagen der fränkischen oder späteren Zeit ist sicher nie die Rede davon gewesen. [Fischer, Hermann: Grundzüge der Deutschen Altertumskunde, Leipzig: Quelle & Meyer 1917 [1908], S. 55]
Zitationshilfe
„Gelage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gelage>.

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