Gelass, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gelasses · Nominativ Plural: Gelasse
Aussprache
WorttrennungGe-lass
formal verwandt mitlassen
Ungültige SchreibungGelaß
Rechtschreibregeln§ 2
Wortbildung mit ›Gelass‹ als Letztglied: ↗Nebengelass
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben, veraltet meist kleinerer Raum, Nebenraum, Zimmer
Beispiele:
ein enges, winziges, dumpfes, finsteres Gelass
er hatte sich in ein stilles Gelass des Hauses zurückgezogen, um ungestört arbeiten zu können
ein gedrängt praktisch eingerichtetes kleines Gelaß [Th. Mann12,372]
Die allgemeine Unzufriedenheit erstreckte sich von den kahlsten Gelassen in die bequemen Wohnungen [H. MannZeitalter344]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gelaß n. ‘Raum, Zimmer’. Der seit dem 18. Jh. in diesem Sinne verwendete Ausdruck ist heute selten und gehört der gehobenen Sprache an. Seine eigentlich Bedeutung ‘Raum, worin man etw. (zurück)lassen kann’ wird aus ↗lassen (s. d.) im Sinne von ‘nicht mitnehmen, zurücklassen’ erschlossen; vgl. mhd. gelæʒe ‘Niederlassung und deren Ort’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kammer · ↗Stube  ●  ↗Raum  Hauptform · ↗Zimmer  Hauptform · ↗Bude  ugs. · Gelass  geh. · ↗Gemach  geh., veraltend · ↗Kabinett  geh., österr. · ↗Kabuff  ugs., abwertend · ↗Loch  ugs., abwertend · ↗Rumpelkammer  ugs., abwertend · ↗Räumlichkeit  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

abwarten angehen antworten beobachten betrachten blicken dunkel düster eng entgegennehmen entgegensehen ertragen fensterlos finster hinnehmen kommentieren reagieren registrieren schildern schmal unterirdisch verfolgen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gelass‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In diesen Gelassen reist man nicht, man wird verfrachtet, ergeben vor sich hinstarrend.
Süddeutsche Zeitung, 16.10.1999
Gelassen sitzt er am Rand und greift nur gelegentlich in das Spiel ein.
Der Tagesspiegel, 15.12.1998
Gelassen ging er an den Wagen und schaltete das Radio ab.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 894
Nun stand er inmitten des weiten, halbdunklen Gelasses, alle seine Sinne lebhaft erregt.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das dritte Reich des Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1925], S. 640
Gelassen floß die Lava zwischen die Häuser, füllte sie, verschluckte sie.
Frisch, Max: Stiller, Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann 1997 [1954], S. 39
Zitationshilfe
„Gelass“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gelass>, abgerufen am 10.12.2019.

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