Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gelassenheit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gelassenheit · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ge-las-sen-heit
eWDG

Bedeutung

ruhige Beherrschtheit
Beispiele:
(heitere) Gelassenheit zur Schau tragen, zeigen
er sprach mit Gelassenheit
etw. mit (stoischer) Gelassenheit aufnehmen, hinnehmen, zur Kenntnis nehmen
Welch eisigkalte Gelassenheit gehörte für jenen einen dazu … unter der Kleidung eine 7,65 durchs Tor zu tragen [ ApitzNackt36]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gelassen · Gelassenheit
gelassen Part.adj. ‘äußere und innere Ruhe bewahrend, beherrscht’. Das Adjektiv mhd. gelāʒen, entwickelt aus dem Part. Prät. von ahd. lāʒan, mhd. lāʒen (s. lassen) bzw. von dem im Nhd. untergegangenen Präfixverb ahd. gilāʒan (9. Jh.), mhd. gelāʒen ‘sich benehmen, gebärden, (er-, los-, unter-, ver)lassen, sich niederlassen’, bedeutet in der Sprache der Mystiker und noch der Pietisten (18. Jh.) ‘gottergeben’, d. h. eigentlich wer die Welt und sich selbst ‘gelassen’ und sich dafür Gott überlassen hat. Das Wort verliert im Laufe der Zeit seinen religiösen Charakter und nimmt allgemein die Bedeutung ‘maßvoll in der Gemütsbewegung’ an. – Gelassenheit f. ‘ruhige Beherrschtheit’, mhd. gelāʒenheit ‘Gottergebenheit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gelassenheit · Gemütsruhe · Gleichmut · Seelenruhe · Unerschütterlichkeit · innere Ruhe · stoische Ruhe · unerschütterlicher Gleichmut  ●  Ataraxie  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
Abgeklärtheit · Beherrschtheit · Beherrschung · Besonnenheit · Charakterstärke · Gefasstheit · Gelassenheit · Gemütsruhe · Gesetztheit · Gleichmut · Gleichmütigkeit · Leidenschaftslosigkeit · Seelenruhe · Unerschütterlichkeit · stoische Haltung  ●  Ataraxie  fachspr., sehr selten, Philosophie · Contenance  geh., franz. · Kontenance  geh.

Typische Verbindungen zu ›Gelassenheit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gelassenheit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gelassenheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit beschaulicher Gelassenheit begegnet man hier den Dingen des Lebens. [Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR – ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 242]
Daraufhin schlug in Rom die bisherige Gelassenheit in frenetische Wut um. [Heuß, Alfred: Das Zeitalter der Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 9062]
Wer sich so völlig auf Gott verläßt, erlangt den inneren Frieden, die unerschütterliche Ruhe des Herzens, die zufriedene Gelassenheit. [Khoury, Adel Theodor: Mystik. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 6218]
Eigenartigerweise hat sich bei mir da so eine gewisse Gelassenheit herangebildet. [Die Zeit, 21.10.1999, Nr. 43]
Die Gelassenheit, die Sie erleben, da ist auch ein Zwang dahinter. [Die Zeit, 27.05.1999, Nr. 22]
Zitationshilfe
„Gelassenheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gelassenheit>.

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