Gelatine, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gelatine · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGe-la-ti-ne (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Gelatine‹ als Erstglied: ↗gelatineartig  ·  mit ›Gelatine‹ als Letztglied: ↗Blattgelatine · ↗Nitrogelatine · ↗Schweinegelatine
eWDG, 1967

Bedeutung

pulverförmiger oder in dünne Blätter gepresster, farbloser, geschmackloser und geruchloser Leim, der aus tierischen Knochen und Bindegewebe gewonnen und besonders zum Eindicken von Säften verwendet wird
Beispiele:
rote, weiße, gefärbte Gelatine
Gelatine in wenig heißer Flüssigkeit gut auflösen
Gelatine darf nicht kochen, weil sie dann die Bindekraft verliert
ein Gelee mit Gelatine herstellen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gelatine · Gel · gelatinieren
Gelatine f. aus Knochen und Bindegewebe gewonnene Leimsubstanz zum Eindicken von Säften, (in der Photographie) zur Herstellung von Filmmaterial. In der Alchimistensprache findet sich seit dem 16. Jh. ein lat. gelatina ‘Gallertstoff’ (bis zu Beginn des 18. Jhs. mit lat. Endungen). Dieses setzt wohl gleichbed. ital. gelatina oder über Italien hinaus verbreitetes mlat. gelatina fort, Weiterbildungen vom femininen Part. Perf. ital. gelata bzw. lat. gelāta, zu ital. gelare, lat. gelāre ‘gefrieren, gerinnen’ und ‘gefrieren, gerinnen lassen’ (s. ↗Gallert, ↗Gelee). Erst im 19. Jh. wird der Ausdruck im Dt. allgemein üblich, wobei sich unter Einfluß von gleichbed. frz. gélatine, das seinerseits aus ital. gelatina entlehnt ist, namentlich im Anlaut frz. Aussprache einbürgert. Gel n. ‘gallertartig ausgeflockter Niederschlag’ (20. Jh.), Kurzwort zu Gelatine. gelatinieren Vb. ‘zu Gelatine erstarren’ (1. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gallert · ↗Gallerte · Gelatine · ↗Gelee

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausfuhrverbot Bullensamen Bullensperma Eiweiß Embargo Exportverbot Fette Gummibärchen Joghurt Leim Milch Rinderknochen Rinderprodukt Rindersamen Rindersperma Rindertalg Sahne Salz Same Sperma Talg Zucker aufgelöst ausgedrückt eingeweicht gemahlen gewonnen hydrolysiert tierisch verwendet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gelatine‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Findet die Gelatine auf geheimnisvolle Weise den Weg dorthin, wo sie wirken soll?
Die Zeit, 21.11.2011, Nr. 47
Vielleicht ist Gelatine drin, die möglicherweise aus kranken Kühen gewonnen worden ist.
Süddeutsche Zeitung, 23.12.2000
Den Eiweißarten ähnlich ist auch der tierische Leim (Gelatine) zusammengesetzt.
o. A.: N. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 36553
Rühre die aufgelöste Gelatine gründlich darunter und fülle die Masse in die mit kaltem Wasser ausgespülten Kompottschälchen.
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 218
Ihm folgt ein weiterer Klärungsvorgang unter Zumengung diverser Stoffe (zum Beispiel Gelatine).
o. A. [thi.]: Federweißer. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1982]
Zitationshilfe
„Gelatine“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gelatine>, abgerufen am 23.09.2019.

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