Gelbsucht, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungGelb-sucht (computergeneriert)
WortzerlegunggelbSucht
Wortbildung mit ›Gelbsucht‹ als Erstglied: ↗gelbsüchtig
eWDG, 1967

Bedeutung

Medizin Krankheit, Infektionskrankheit, bei der durch Übertritt von Gallenfarbstoff ins Blut und in das Gewebe gelbliche Verfärbung der Haut und des Weißen im Auge hervorgerufen wird
Beispiele:
eine infektiöse Gelbsucht
die epidemische Gelbsucht hat nach dem zweiten Weltkrieg in vielen Ländern Europas zugenommen
übertragen
Beispiel:
salopp sich [Dativ] die Gelbsucht an den Hals ärgern (= sich sehr ärgern)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gelb · gehl · gel · gilben · vergilben · gelblich · Gelbschnabel · Gelbsucht · gelbsüchtig
gelb Adj. Das germ. Farbadjektiv ahd. (8. Jh.), asächs. gelo, mhd. gel, mnd. gēl, mnl. ghēle, nl. geel, aengl. geolu, geolo, engl. yellow (germ. *gelwa-), ablautend anord. gulr, norw. schwed. dän. gul (germ. *gulwa-) führt mit aind. háriḥ ‘fahl, gelblich, grünlich’, awest. zaray- ‘gelb(lich), goldfarben’, griech. chlōrós (χλωρός) ‘blaßgrün, grüngelb’, lat. helvus ‘honiggelb’, air. gel ‘leuchtend weiß’, lit. žel̃vas ‘grünlich, gelblich’, aslaw. zelenъ, russ. zelënyj (зелёный) ‘grün’ zu der vielfach erweiterten Wurzel ie. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’, in Farbbezeichnungen besonders ‘gelb, grün’, neben der Varianten wie *ghel(ə)- oder *g‐ͧhel(ə)- angesetzt werden. Gleichen Ursprungs sind ↗Galle, ↗Gold, ↗Glanz, ↗Glas, ↗gleißen, ↗glimmen, ↗glotzen, ↗glühen, ↗glatt (s. d.). Das auslautende -b im Nhd. (zuerst 15. Jh. in obd. Mundarten) stammt aus den flektierten Formen (Genitiv ahd. gel(a)wes, mhd. gelwes) des wa-Stammes (germ. *gelwa-). Die alte, im Mhd. entstandene endungslose Form gel hat sich in gehl, gel Adj. in verschiedenen Mundarten erhalten (s. auch ↗fahl, ↗falb). gilben Vb. ‘gelb werden’ (Anfang 16. Jh.), mhd. gilwen (transitiv) ‘gelb machen’, sich gilwen ‘gelb werden’, daneben mhd. gelwen ‘gelb werden’; vergilben Vb. ‘sich gelb färben, vor Alter fahl, farblos werden’ (besonders von Papier, Laub, Geweben), ‘gelb, fahl, farblos machen’, mhd. vergelwen ‘gelb werden’ und vergilwen ‘gelb machen oder werden’. gelblich Adj. ‘leicht gelb, ins Gelbe spielend’ (17. Jh.), älter gelblicht (16. Jh.), mhd. gelblo(h)t, gelwelot, dazu die Nebenformen gilblich (18. Jh.) und gilblicht (15. Jh.). Gelbschnabel m. ‘unreifer, unerfahrener Mensch’ (16. Jh.), heute üblicher ↗Grünschnabel (s. d.), eigentlich ‘junger Vogel, der noch gelb um den Schnabel ist’, wie gleichbed. frz. béjaune, bec-jaune und nl. geelbek. Gelbsucht f. (Infektions)krankheit mit gelblicher Färbung der Haut durch Übertreten von Gallenfarbstoff ins Blut, ahd. gelosuht, gelewasuht (10. Jh.), mhd. gelsuht (s. ↗Sucht). gelbsüchtig Adj. ‘an Gelbsucht erkrankt’, ahd. gelosuhtīg (11. Jh.), mhd. gelsühtec.

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Gelbsucht  ●  ↗Ikterus  fachspr.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aids Cholera Durchfall Erreger Fieber Gelbfieber Grippe Herzinfarkt Impfstoff Krankenhaus Krankheit Leberzirrhose Lungenentzündung Malaria Neugeborene Ruhr Symptom Tuberkulose Typhus Ursache ansteckend chronisch diagnostizieren erkranken impfen infektiös katarrhalisch leiden verursachen verwechseln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gelbsucht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die klassische Gelbsucht, die so schnell verschwindet, wie sie gekommen ist.
Der Tagesspiegel, 09.11.2003
Sie leidet an Hepatitis C, einer besonders schweren Form von Gelbsucht.
Bild, 25.07.2002
Die Geschichte fing mit einer schweren Gelbsucht vor sieben Jahren an.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 69
Die Gelbsucht entsteht zwischen dem zweiten und fünften Lebenstage bei vielen Kindern.
Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 951
Diese Experimente über die Ursache der ansteckenden Gelbsucht wurden für die Waffen-SS und die Wehrmacht ausgeführt, nicht wahr?
o. A.: Einhundertneunundneunzigster Tag. Freitag, 9. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 10835
Zitationshilfe
„Gelbsucht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gelbsucht>, abgerufen am 15.10.2019.

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