Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Geldsack, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Geldsack(e)s · Nominativ Plural: Geldsäcke
Aussprache 
Worttrennung Geld-sack
Wortzerlegung Geld Sack

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [veraltet] Synonym zu Geldbeutel
    1. [umgangssprachlich, bildlich] ...
  2. 2. [salopp, abwertend] Synonym zu Geldmann
eWDG

Bedeutungen

1.
veraltet Synonym zu Geldbeutel
Beispiel:
Mit wichtiger Miene öffnete der Bauer den Geldsack [ PolenzBüttnerbauer1,66]
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
auf dem Geldsack sitzen (= kein Geld ausgeben)
der Erlös sollte dazu dienen, das Loch im Geldsack zu stopfen (= die finanziellen Verhältnisse zu verbessern)
2.
salopp, abwertend Synonym zu Geldmann
Beispiele:
die Herrschaft der Geldsäcke
in diesem Lokal verkehren die Geldsäcke
unser Kampf gilt … den korrupten und schmarotzenden Geldsäcken [ PutlitzUnterwegs96]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geld · Gelder · Papiergeld · geldlich · Geldbeutel · geldgierig · Geldsack · Geldsäckel · Geldschneiderei · Geldschrank · Geldstrafe · Geldsumme
Geld n. ‘Zahlungsmittel’ in Form von Münzen und Banknoten, ahd. gelt (um 800), asächs. geld ‘Bezahlung, Vergeltung, Lohn, Opfer’, mhd. mnd. mnl. gelt ‘Bezahlung, Vergütung, Zahlung, Schuldforderung, Preis, Zahlungsmittel’, afries. jeld, aengl. gield ‘Opfer, Zahlung, Abgabe, Tribut, Vergeltung, Bruderschaft’ (s. Gilde), anord. gjald ‘Bezahlung, Lohn, Strafe, Steuer’, got. gild ‘Steuer, Zins’, germ. *gelda- ist ein Verbalsubstantiv zu dem unter gelten (s. d.) behandelten Verb. Es gehört anfangs in die kultische und rechtliche Sphäre und bedeutet ‘Opfer, Buße, Tribut’, eigentlich ‘das, womit man Opfer, Buße erstatten, entrichten kann’, begegnet später im wirtschaftlichen Bereich für ‘Abgabe, Zahlung’ (in Zusammensetzungen wie Brücken-, Wege-, Kost-, Lehr-, Schulgeld bewahrt) und bezeichnet schließlich das, ‘was als Zahlungsmittel dient’. Vom 14. Jh. an nimmt Geld allmählich seine heutige Bedeutung ‘gesetzliches Zahlungsmittel’ an. Neben der Schreibung mit -d im Nhd. (aus flektierten Formen des Mhd.) hält sich auslautendes -t bis ins 17. Jh., in Entgelt (s. gelten) bis heute. Im 17. Jh. wird der Plur. Gelder ‘für einen bestimmten Zweck vorgesehene größere Geldsumme, feste Beträge’ gebildet. Da sich im Gebrauchswert des Geldes der Wert aller anderen Waren ausdrückt, gewinnt das Geld eine zentrale Position im gesellschaftlichen und im persönlichen Leben, die sprachlich in zahlreichen Umschreibungen, Entlehnungen, Redensarten und Sprichwörtern ihren Niederschlag findet (s. Blech, Kies2, Kröte, Moos2, Moneten, Pinke, Pulver, Zaster; vgl. das liebe Geld, nicht für Geld und gute Worte, Geld haben wie Heu, Geld regiert die Welt, Zeit ist Geld). Nach dem gemünzten Geld kommt Geld in Banknoten in Umlauf, daher Papiergeld n. (Anfang 18. Jh.), nach engl. paper-money (1691) und frz. papiermonnaie (1727). geldlich Adj. ‘das Geld betreffend, finanziell’ (15. Jh.). Geldbeutel m. ‘Geldbörse, Portemonnaie’ (17. Jh.). geldgierig Adj. (16. Jh.). Geldsack m. ‘Geldbeutel, geiziger Reicher’ (vgl. nl. geldzak) und Geldsäckel m. ‘Geldbeutel’ (16. Jh.). Geldschneiderei f. ‘Wucher’ (um 1700), eigentlich ‘betrügerische Münzbeschneidung’. Geldschrank m. ‘Stahlschrank zum Aufbewahren von Geld und Wertsachen’ (17. Jh.). Geldstrafe f. ‘Zahlung einer festgesetzten Summe als Strafe für eine Rechtsverletzung’ (15. Jh.). Geldsumme f. (Anfang 16. Jh.), älter eine Summe Geldes (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Brieftasche · Geldbeutel · Geldbörse · Geldsack · Portemonnaie · Portmonee  ●  Geldtasche  österr.
Synonymgruppe
(ein) Krösus · (ein) Nabob · (ein) Reicher · (ein) Schwerreicher · Finanzgröße · Finanzkapitalist · Finanzmagnat · Geldaristokrat · Milliardär · Millionär · Superreicher · reicher Mann  ●  (ein) Rockefeller  ugs. · Geldsack  derb · Pfeffersack  ugs.
Oberbegriffe
  • führende Figur
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Geldsack‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geldsack‹.

Verwendungsbeispiele für ›Geldsack‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Rund 20 Minuten später hieven sie sich beladen mit Geldsäcken wieder in den Hubschrauber. [Die Zeit, 22.09.2010 (online)]
Der Käufer muss alle Münzen nehmen – und die füllen achteinhalb Geldsäcke. [Die Zeit, 29.07.2010 (online)]
Geldsäcke haben dadurch also kaum noch die Chance, sich in Arme zu verlieben. [Süddeutsche Zeitung, 31.07.2004]
Noch immer warten prall gefüllte Geldsäcke auf ihre neuen Besitzer. [Bild, 21.06.2000]
Denn wir verlosen heute Abend noch mal fünf Geldsäcke – dreimal je 1111 Mark. [Bild, 16.05.2000]
Zitationshilfe
„Geldsack“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geldsack>.

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