Geldschneiderei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Geldschneiderei · Nominativ Plural: Geldschneidereien
Aussprache
WorttrennungGeld-schnei-de-rei
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp, abwertend Forderung, die im Verhältnis zum Wert einer Sache oder als Gegenwert für eine Leistung zu hoch erscheint
Beispiel:
dieser Mantel kostet 400 Euro, das ist doch Geldschneiderei!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geld · Gelder · Papiergeld · geldlich · Geldbeutel · geldgierig · Geldsack · Geldsäckel · Geldschneiderei · Geldschrank · Geldstrafe · Geldsumme
Geld n. ‘Zahlungsmittel’ in Form von Münzen und Banknoten, ahd. gelt (um 800), asächs. geld ‘Bezahlung, Vergeltung, Lohn, Opfer’, mhd. mnd. mnl. gelt ‘Bezahlung, Vergütung, Zahlung, Schuldforderung, Preis, Zahlungsmittel’, afries. jeld, aengl. gield ‘Opfer, Zahlung, Abgabe, Tribut, Vergeltung, Bruderschaft’ (s. ↗Gilde), anord. gjald ‘Bezahlung, Lohn, Strafe, Steuer’, got. gild ‘Steuer, Zins’, germ. *gelda- ist ein Verbalsubstantiv zu dem unter ↗gelten (s. d.) behandelten Verb. Es gehört anfangs in die kultische und rechtliche Sphäre und bedeutet ‘Opfer, Buße, Tribut’, eigentlich ‘das, womit man Opfer, Buße erstatten, entrichten kann’, begegnet später im wirtschaftlichen Bereich für ‘Abgabe, Zahlung’ (in Zusammensetzungen wie Brücken-, Wege-, Kost-, Lehr-, Schulgeld bewahrt) und bezeichnet schließlich das, ‘was als Zahlungsmittel dient’. Vom 14. Jh. an nimmt Geld allmählich seine heutige Bedeutung ‘gesetzliches Zahlungsmittel’ an. Neben der Schreibung mit -d im Nhd. (aus flektierten Formen des Mhd.) hält sich auslautendes -t bis ins 17. Jh., in Entgelt (s. ↗gelten) bis heute. Im 17. Jh. wird der Plur. Gelder ‘für einen bestimmten Zweck vorgesehene größere Geldsumme, feste Beträge’ gebildet. Da sich im Gebrauchswert des Geldes der Wert aller anderen Waren ausdrückt, gewinnt das Geld eine zentrale Position im gesellschaftlichen und im persönlichen Leben, die sprachlich in zahlreichen Umschreibungen, Entlehnungen, Redensarten und Sprichwörtern ihren Niederschlag findet (s. ↗Blech, ↗Kies, ↗Kröte, ↗Moos, ↗Moneten, ↗Pinke, ↗Pulver, ↗Zaster; vgl. das liebe Geld, nicht für Geld und gute Worte, Geld haben wie Heu, Geld regiert die Welt, Zeit ist Geld). Nach dem gemünzten Geld kommt Geld in Banknoten in Umlauf, daher Papiergeld n. (Anfang 18. Jh.), nach engl. paper-money (1691) und frz. papiermonnaie (1727). geldlich Adj. ‘das Geld betreffend, finanziell’ (15. Jh.). Geldbeutel m. ‘Geldbörse, Portemonnaie’ (17. Jh.). geldgierig Adj. (16. Jh.). Geldsack m. ‘Geldbeutel, geiziger Reicher’ (vgl. nl. geldzak) und Geldsäckel m. ‘Geldbeutel’ (16. Jh.). Geldschneiderei f. ‘Wucher’ (um 1700), eigentlich ‘betrügerische Münzbeschneidung’. Geldschrank m. ‘Stahlschrank zum Aufbewahren von Geld und Wertsachen’ (17. Jh.). Geldstrafe f. ‘Zahlung einer festgesetzten Summe als Strafe für eine Rechtsverletzung’ (15. Jh.). Geldsumme f. (Anfang 16. Jh.), älter eine Summe Geldes (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abzockerei · ↗Geldmacherei · Geldschneiderei · Profitmacherei · ↗Wucher  ●  ↗Abzocke  ugs., Hauptform · ↗Beutelschneiderei  geh., veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

rein

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geldschneiderei‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch was ist medizinisch wirklich sinnvoll, was ist Geldschneiderei, und was ist schon gefährlich?
Die Zeit, 10.04.2013, Nr. 11
Wir beschließen, die Geldschneiderei zu boykottieren und keine weiteren Museen zu betreten.
Süddeutsche Zeitung, 03.07.2001
Nach einer Analyse von zehn Mitteln gegen Kahlköpfigkeit waren alle Präparate untauglich, Geldschneiderei.
Bild, 02.07.1999
Aber im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sind offenbar auch die Möglichkeiten der Geldschneiderei unbegrenzt.
Die Welt, 28.07.2004
Geldschneiderei kann man Microsoft angesichts der elektronischen Verfügbarkeit zumindest kaum noch unterstellen.
C't, 1994, Nr. 5
Zitationshilfe
„Geldschneiderei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geldschneiderei>, abgerufen am 08.12.2019.

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