Geldsumme, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Geldsumme · Nominativ Plural: Geldsummen
Aussprache
WorttrennungGeld-sum-me
WortzerlegungGeldSumme
ZDL-Verweisartikel, 2020

Bedeutung

Synonym zu Geldbetrag
Beispiele:
Fast täglich melden die Medien eine Entführung meist junger Menschen, um von relativ wohlhabenden Familien horrende Geldsummen zu erpressen. [Welt am Sonntag, 19.09.2004]
Ermittlungen in Italien zeigen, dass gerade die Mafia enorme Geldsummen, die unter anderem aus dem Kokainhandel stammten, durch den Immobilienerwerb reinzuwaschen versucht. [Süddeutsche Zeitung, 08.12.2018]
Im Investmentbanking hielt er es nur kurz aus, das virtuelle Verschieben von großen Geldsummen, ohne selber etwas wirklich zu erschaffen, erfüllte ihn einfach nicht. [Welt am Sonntag, 15.10.2017, Nr. 42]
Nutzer, die Verbrechern auf den Leim gegangen sind, zahlten nach Polizeiangaben Geldsummen zwischen 10 000 und drei Millionen Euro. [Spiegel, 10.08.2007 (online)]
Unter dem schweren Verdacht, als geschäftsführender Vorsitzender des Westberliner Jugenderholungswerkes erhebliche Geldsummen veruntreut zu haben, ist am Freitag der Referent in der Abteilung Jugend und Sport […] vom Dienst suspendiert worden. [Berliner Zeitung, 05.02.1963]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein beträchtliche, enorme, erhebliche, hohe, riesige Geldsumme
als Akkusativobjekt: einen Geldsumme fordern, erbeuten, erhalten, überweisen, zahlen
als Aktivsubjekt: ein Geldsumme fließt
als Genitivattribut: die Höhe, die Zahlung einer Geldsumme
in Präpositionalgruppe/-objekt: über eine [bestimmte] Geldsumme verfügen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geld · Gelder · Papiergeld · geldlich · Geldbeutel · geldgierig · Geldsack · Geldsäckel · Geldschneiderei · Geldschrank · Geldstrafe · Geldsumme
Geld n. ‘Zahlungsmittel’ in Form von Münzen und Banknoten, ahd. gelt (um 800), asächs. geld ‘Bezahlung, Vergeltung, Lohn, Opfer’, mhd. mnd. mnl. gelt ‘Bezahlung, Vergütung, Zahlung, Schuldforderung, Preis, Zahlungsmittel’, afries. jeld, aengl. gield ‘Opfer, Zahlung, Abgabe, Tribut, Vergeltung, Bruderschaft’ (s. ↗Gilde), anord. gjald ‘Bezahlung, Lohn, Strafe, Steuer’, got. gild ‘Steuer, Zins’, germ. *gelda- ist ein Verbalsubstantiv zu dem unter ↗gelten (s. d.) behandelten Verb. Es gehört anfangs in die kultische und rechtliche Sphäre und bedeutet ‘Opfer, Buße, Tribut’, eigentlich ‘das, womit man Opfer, Buße erstatten, entrichten kann’, begegnet später im wirtschaftlichen Bereich für ‘Abgabe, Zahlung’ (in Zusammensetzungen wie Brücken-, Wege-, Kost-, Lehr-, Schulgeld bewahrt) und bezeichnet schließlich das, ‘was als Zahlungsmittel dient’. Vom 14. Jh. an nimmt Geld allmählich seine heutige Bedeutung ‘gesetzliches Zahlungsmittel’ an. Neben der Schreibung mit -d im Nhd. (aus flektierten Formen des Mhd.) hält sich auslautendes -t bis ins 17. Jh., in Entgelt (s. ↗gelten) bis heute. Im 17. Jh. wird der Plur. Gelder ‘für einen bestimmten Zweck vorgesehene größere Geldsumme, feste Beträge’ gebildet. Da sich im Gebrauchswert des Geldes der Wert aller anderen Waren ausdrückt, gewinnt das Geld eine zentrale Position im gesellschaftlichen und im persönlichen Leben, die sprachlich in zahlreichen Umschreibungen, Entlehnungen, Redensarten und Sprichwörtern ihren Niederschlag findet (s. ↗Blech, ↗Kies2, ↗Kröte, ↗Moos2, ↗Moneten, ↗Pinke, ↗Pulver, ↗Zaster; vgl. das liebe Geld, nicht für Geld und gute Worte, Geld haben wie Heu, Geld regiert die Welt, Zeit ist Geld). Nach dem gemünzten Geld kommt Geld in Banknoten in Umlauf, daher Papiergeld n. (Anfang 18. Jh.), nach engl. paper-money (1691) und frz. papiermonnaie (1727). geldlich Adj. ‘das Geld betreffend, finanziell’ (15. Jh.). Geldbeutel m. ‘Geldbörse, Portemonnaie’ (17. Jh.). geldgierig Adj. (16. Jh.). Geldsack m. ‘Geldbeutel, geiziger Reicher’ (vgl. nl. geldzak) und Geldsäckel m. ‘Geldbeutel’ (16. Jh.). Geldschneiderei f. ‘Wucher’ (um 1700), eigentlich ‘betrügerische Münzbeschneidung’. Geldschrank m. ‘Stahlschrank zum Aufbewahren von Geld und Wertsachen’ (17. Jh.). Geldstrafe f. ‘Zahlung einer festgesetzten Summe als Strafe für eine Rechtsverletzung’ (15. Jh.). Geldsumme f. (Anfang 16. Jh.), älter eine Summe Geldes (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Geldbetrag · Geldsumme
Unterbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Geldsumme‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Höhe Verfügung Zahlung abheben beachtlich bedeutend benötigt bestimmt beträchtlich enorm erbeuten erheblich erpressen gefordert groß hoch rauben spenden stattlich unbekannt verbunden zahlen übergeben überweisen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geldsumme‹.

Verwendungsbeispiele für ›Geldsumme‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur Männer, die zuvor attraktive Frauen gesehen hatten, wählten die schnell erhältliche niedrige Geldsumme.
Süddeutsche Zeitung, 11.12.2003
Sie mußte ihn beschwören, telegraphisch eine beträchtliche Geldsumme zu überweisen.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 17
In diesen Fällen gibt ein Muslim stets einem bestimmten Armen eine gewisse Geldsumme.
Heine, Peter: Abgabe (gesetzliche). In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 33
Ich bin glücklicherweise nicht von den verlockend hohen Geldsummen abhängig und kann es mir leisten, dankend abzulehnen.
Wallraff, Günter: Ganz unten, Berlin: Aufbau-Verl.1986 [1985], S. 170
Da er mit so hohen Geldsummen manipulierte, schien das erstere doch wahrscheinlicher.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 275
Zitationshilfe
„Geldsumme“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geldsumme>, abgerufen am 22.02.2020.

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