Geleise, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Geleises · Nominativ Plural: Geleise
Aussprache
WorttrennungGe-lei-se (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltend Gleis
Beispiele:
Mit einem einzigen Satz überquerte Ellen das Geleise [AichingerHoffnung132]
Und doch laufen meine Gedanken immer aufs neue nach dieser Richtung hin ... wie auf ein totes Geleise [SchnitzlerFlucht174]
übertragen
Beispiel:
Er strich den Schopf zurück ... als wollte er nun eigenhändig die verfahrene Welt anpacken und ins rechte Geleise rücken [CramerKonzessionen401]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gleis · Geleise · Geleis · entgleisen
Gleis Geleise Geleis n. ‘aus zwei parallellaufenden Schienen bestehende Fahrspur’, spätmhd. geleise ‘Radspur, getretener Weg’ (14. Jh.) ist eine Kollektivbildung zu dem im Nhd. untergegangenen Substantiv mhd. leis(e) f. ‘Spur’, ahd. in waganleisa ‘Wagenspur’ (9. Jh.), das mit lat. līra (aus *leisā) ‘Ackerfurche’, dēlīrus ‘geistig aus dem Gleis gekommen, verrückt’ (s. ↗Delirium), aslaw. lěcha, russ. (landschaftlich) lechá (леха) ‘Beet, Ackerfurche’, lit. lýsė ‘Gartenbeet’ verwandt ist und zu der unter ↗leisten (s. d.) angeführten Wurzel ie. *leis- ‘am Boden gezogene Spur, Furche’ gehört. entgleisen Vb. ‘aus den Gleisen springen’, übertragen ‘vom rechten Weg abkommen, sich taktlos, ungeschickt benehmen’ (Mitte 19. Jh.).

Thesaurus

Eisenbahn
Synonymgruppe
Gleis  ●  Geleise  schweiz., österr.
Unterbegriffe
  • totes Gleis  ●  Blindgleis  fachspr. · Kopfgleis  fachspr. · ↗Sackgleis  fachspr. · Stumpengleis  fachspr., schweiz. · Stumpfgleis  fachspr. · Stutzgleis  fachspr.
  • Anschlussgleis · ↗Gleisanschluss
  • Umfahrgleis · Umsetzgleis
  • Fächergleis · Strahlengleis
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Strecke alt ausgefahren bewegen eingefahren falsch fest gewohnt schieben tot verlegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geleise‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie bewegt sich, einmal schneller, einmal langsamer, stets auf den gleichen Geleisen.
Süddeutsche Zeitung, 06.07.1998
Die geschwächte Wirtschaft ertrage keine Experimente, aber auch die ausgefahrenen bisherigen Geleise genügten nicht.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1933]
Und dennoch hat mich nie die Sehnsucht befallen, den von ihnen vorgezogenen Geleisen folgen zu wollen.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26478
Und so ging mein Leben wieder im alten Geleise, eintönig und beengt, wie immer.
Müller-Jahnke, Clara: Ich bekenne. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1904], S. 9224
Seine liturgischen, hymnologischen und katechetischen Arbeiten bleiben in den ausgefahrenen Geleisen konfessionalistischer Terminologie.
Voeltzel, R.: Horning. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 14850
Zitationshilfe
„Geleise“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geleise>, abgerufen am 17.10.2019.

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