Gemütskrankheit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gemütskrankheit · Nominativ Plural: Gemütskrankheiten
Aussprache  [gəˈmyːʦkʀaŋkhaɪ̯t]
Worttrennung Ge-müts-krank-heit
Wortzerlegung GemütKrankheit
eWDG, 1967 und ZDL, 2020

Bedeutung

veraltend psychisch bedingte Krankheit; Psychose
Beispiele:
an einer Gemütskrankheit leidenQuelle: WDG, 1967
Stiess das Thema Depression bei der Fachwelt denn nicht auf Interesse? Depressionen – damals sprach man noch von Gemütskrankheiten – ordnete man dem geistigen Bereich zu. Die Idee, dass physische Stoffe auch bei Gemütskrankheiten wirken könnten, war unvorstellbar. [Neue Zürcher Zeitung, 07.09.2017]
Das Paar zieht nach der Pensionierung aufs Land, was bei der Mutter eine Geistes‑ und Gemütskrankheit auslöst; sie sieht sich von Spionen und anderen Verfolgern umstellt, verfällt in Depressionen, verbringt immer wieder Monate in psychiatrischen Anstalten. [Die Welt, 28.06.2014]
Je begüterter die über 55jährigen Bewohner einer reichen kalifornischen Vorstadt waren, desto seltener litten sie an der Gemütskrankheit, fand Catherine West vom Buck Center für Altersforschung heraus. [Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, 2000. Zitiert nach: Bild der Wissenschaft, 1999, Nr. 3.]
Eine ärztliche Untersuchung ist bei allen Nervenleidenden recht angebracht, da sich bei der Vielseitigkeit ihrer Ursachen und Erscheinungsformen (man denke nur an Gemütskrankheiten) nicht alle Fälle durch das Einnehmen von Pillen allein heilen oder auch nur wesentlich und dauernd günstig beeinflussen lassen. [o. A.: Heumann-Heilmittel, o. O.: [1936], S. 35]

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Zitationshilfe
„Gemütskrankheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gem%C3%BCtskrankheit>, abgerufen am 21.09.2020.

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