Gemahl, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gemahl(e)s · Nominativ Plural: Gemahle · wird meist im Singular verwendet (in Verbindung mit Possessivpronomen)
Aussprache 
Worttrennung Ge-mahl
Wortbildung  mit ›Gemahl‹ als Erstglied: Gemahlin  ·  mit ›Gemahl‹ als Letztglied: Ehegemahl1 · Ehegemahl2
eWDG

Bedeutung

gehoben Ehemann, Gatte
Beispiele:
die Fürstin und ihr Gemahl weilen in B zur Kur
und möchten gern dem künftigen Gemahl / Noch vor dem Feldzug die Verlobte zeigen [ SchillerPiccolominiII 2]
drückt besondere Ehrerbietung aus
Grammatik: in Verbindung mit mit vorangestelltem »Herr«
Beispiele:
wie geht es Ihrem Herrn Gemahl?
grüßen Sie bitte Ihren Herrn Gemahl!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gemahl · Gemahlin
Gemahl m. ‘Ehemann, Gatte’, ahd. gimahalo (11. Jh.), mhd. gemahel(e) bezeichnet ursprünglich den ‘Bräutigam’, jedoch schon in ahd. Zeit auch den ‘Ehemann’; vgl. (latinisiertes) langobard. gamahalos (Akkusativ Plur.) ‘durch Vertrag (also durch Eheschließung oder durch Vertrag über Eideshilfe) bestimmte Eideshelfer’. Dies ist ein Nomen agentis zu dem im Nhd. untergegangenen, heute durch vermählen (s. d.) ersetzten Verb ahd. gimahalen ‘sprechen, (durch Vertrag) sich eine Frau zur Braut oder Ehefrau nehmen bzw. erkaufen, verloben’ (um 800), mhd. gemahelen, gemehelen ‘verloben, verheiraten’, zum Simplex ahd. mahalen ‘reden, ein Übereinkommen, einen Vertrag schließen, zur Braut, zur Frau nehmen’, daher auch ‘zusammensprechen, verloben’ (8. Jh.), mhd. mahelen, mehelen, (md.) mālen, mēlen ‘vor Gericht laden, anklagen, versprechen, zur Frau nehmen (erkaufen), verloben, vermählen’, asächs. mahlian ‘reden, verloben’, aengl. maþelian, anord. mæla ‘reden, sprechen’, got. maþljan ‘reden’, das zu ahd. mahal ‘Gericht, Gerichtsstätte, Versammlung, Vertrag’ (8. Jh.), mhd. mahel, māl ‘Versammlung(sort), Gericht(sstätte), (Ehe)vertrag’, asächs. mahal ‘Gericht(sstätte), Versammlung, Rede’, aengl. mæþel ‘Versammlung, Rede’, anord. māl ‘Versammlung, Sprache, Rede, Rechtssache’, got. maþl ‘Versammlungsort, Markt’ gebildet ist. Dieses das Suffix ie. -tlo- enthaltende germ. *maþla- ‘öffentliche Versammlung, Verhandlung’ läßt sich mit armen. matč̣im ‘nähere mich’ auf eine Wurzel ie. *mōd-, *mād-, *məd- ‘begegnen, herbeikommen’ zurückführen, zu der aus dem germ. Sprachbereich auch noch aengl. anord. mōt, mhd. muoʒe ‘Begegnung’, ahd. muoʒen ‘feindlich begegnen’ (9. Jh.), asächs. mōtian, aengl. mētan, engl. to meet ‘begegnen’, meeting ‘Zusammenkunft’ (s. Meeting), anord. mœta, got. gamōtjan ‘begegnen’ gehören. Seit dem 16. Jh. ist Gemahl auch als Neutrum bezeugt, anfangs als gemeinsame Bezeichnung für beide Geschlechter, oft aber allein auf die ‘Ehefrau’ bezogen; heute nur noch in gehobener Sprache. Gemahlin f. ‘Ehefrau’, frühnhd. gemahelin, gemehelin, auch ‘Braut’ (15. Jh.), seit dem 17. Jh. in heutiger Verwendung. Vgl. ahd. gimahala (11. Jh.), mhd. gemahel(e) ‘Ehefrau, Braut’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandes) Alter · Angetrauter · Ehegatte · Ehegespons · Ehepartner · Gatte · Gemahl · Lebensgefährte · Mann · Partner  ●  Ehemann  Hauptform · Gespons  veraltet · bessere Hälfte  scherzhaft · (jemandes) Kerl  ugs. · (jemandes) Macker  ugs. · (jemandes) Männe  ugs., regional · Göttergatte (spöttisch)  ugs. · Mustergatte (leicht ironisch)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Gemahl‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gemahl‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gemahl‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nicht nur für mich, für uns alle ist der Tod Ihres Herrn Gemahls ein herber Verlust. [Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 612]
Vor mir auf dem Tisch liegt übrigens mein Herr Gemahl in eigener Uniform. [Brief von Irene G. an Ernst G. vom 09.03.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Sie dokumentieren vor allem ihre starke Stellung am Hof, gleichberechtigt neben ihrem königlichen Gemahl. [Die Zeit, 25.06.2003, Nr. 26]
Eine sinnenfreudige junge Frau liegt in den Armen ihres ebenso jungen Gemahls. [Süddeutsche Zeitung, 20.01.2001]
Als ich sechs war, lernte ich meinen späteren Gemahl kennen, und als ich neunzehn war, haben wir geheiratet. [Süddeutsche Zeitung, 29.05.1999]
Zitationshilfe
„Gemahl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gemahl>.

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