Gemenge, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gemenges · Nominativ Plural: Gemenge
Aussprache
WorttrennungGe-men-ge
Grundformmengen
Wortbildung mit ›Gemenge‹ als Letztglied: ↗Handgemenge
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
das Durcheinandergemengte
a)
Chemie Gemisch von Stoffen, in dem die Einzelbestandteile ihre charakteristischen Eigenschaften im Gegensatz zu der chemischen Verbindung beibehalten und das durch physikalische Methoden in seine Bestandteile zerlegt werden kann
Beispiele:
das Gemenge ist ein heterogenes Gemisch
Gesteine sind ein Gemenge von Mineralien
die Emulsion ist ein Gemenge von zwei Flüssigkeiten
Nebel, Schaum ist ein Gemenge aus einem flüssigen und einem gasförmigen Stoff
b)
Landwirtschaft Mischsaat aus zwei oder mehreren Fruchtarten, die gleichzeitig auf demselben Feld angebaut werden
Beispiele:
ein Gemenge von Getreide, Halm- und Hülsenfrüchten
das Gemenge dient der Gewinnung von Körner- oder Grünfutter
auf diesen Feldern wachsen Kartoffeln, Roggen, Gerste und Gemenge
c)
Beispiele:
ein buntes Gemenge von Samenkörnern war daraus [aus der Tüte] hervorgerollt [Anzengr.1,131]
[in ihrer Wohnung] am Corso trafen sie mit einem Gemenge internationalen Artistentums, Theatervolk, Malern und Musikern ... zusammen [Th. MannFaustus6,298]
auf einem chaotischen Gemenge von verworrenen, komplexen und inkommensurablen inneren Erlebnissen [Hofmannsth.ProsaII 264]
Gewühl
Beispiel:
Mitten in dieses Gemenge von rasenden, jagenden, blassen, schlotternden Menschen saust eine Granate nach der anderen [Kisch1,363]
2.
Handgemenge, Schlägerei
Beispiele:
ein wüstes Gemenge
mit jmdm. ins Gemenge kommen, geraten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mengen · vermengen · Gemenge · mang
mengen Vb. ‘mischen’, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. mengen, asächs. mengian, mnl. menghen, minghen, nl. mengen, afries. menga, aengl. mengan (dazu die Weiterbildung engl. to mingle) führen auf westgerm. *mangjan und sind vergleichbar mit griech. (ion.) mássein, (att.) máttein (μάσσειν, μάττειν, aus *mṇki̯-) ‘kneten, zubereiten’, aslaw. mękъkъ, russ. mjágkij (мягкий) ‘weich’, lit. mìnkyti ‘(Teig) kneten’, aslaw. mǫka, russ. muká (мука) ‘Mehl’. Erschließbar ist ie. *men(ə)k- ‘kneten, quetschen, weich’. vermengen Vb. ‘durcheinandermischen’, mhd. vermengen. Gemenge n. ‘Mischung, Durcheinander, Gewühl’, mhd. gemenge. mang Präp. (nordd. umgangssprachlich) ‘unter, zwischen’, mnd. manc; vgl. asächs. an gimang Adv. ‘dazwischen, darunter, zusammen’, aengl. ongemang, ongemong Adv. ‘darunter, inzwischen’, Präp. ‘unter, zwischen’ (engl. among), mnd. gemanc Adv. und Präp., zu asächs. gimang ‘Menge, Schar, Haufen, Gesellschaft’, mhd. gemanc ‘Gemenge, Vermischung’, aengl. gemang ‘Mischung, Menge, Schar, Versammlung’. Heute umgangssprachlich auch mittenmang Adv. ‘dazwischen, inmitten, mitten darunter’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gemenge · ↗Gemisch · ↗Mischung · ↗Mixtur · ↗Vermischung
Unterbegriffe
  • Azeotrop · azeotropes Gemisch
Assoziationen
Synonymgruppe
Gedränge · Gemenge · ↗Getümmel · ↗Gewimmel · ↗Gewoge · ↗Gewühl  ●  Wuling  regional · ↗Geschiebe  ugs. · ↗Gewurl  ugs., landschaftlich, süddt. · ↗Gewusel  ugs., landschaftlich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angst Hafer Schwefel Stil bunt komplex seltsam unübersichtlich wild

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gemenge‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das floatende Gemenge aus dokumentarischem Material strebt in verschiedene Richtungen.
Süddeutsche Zeitung, 16.11.1996
Ohne ihren Gang wäre ich nicht mit den Männern in den gelben Overalls ins Gemenge gekommen.
Loest, Erich: Völkerschlachtdenkmal, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1987 [1984], S. 6
Publizisten sind mitten im Gemenge, machen sich aber nicht gemein.
Die Zeit, 24.11.2006, Nr. 48
Dieses Gemenge läßt sich von Mai bis August aussäen und wirkt sehr günstig auf den Milchertrag.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 214
Die Örtlichkeit ist ein Gemenge aus einer Privatheilanstalt und mehreren anderen Lokalen.
Freud, Sigmund: Die Traumdeutung, Leipzig u. a.: Deuticke 1914 [1900], S. 242
Zitationshilfe
„Gemenge“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gemenge>, abgerufen am 14.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Gemellus
Gemeinwortschatz
Gemeinwohlorientierung
Gemeinwohl
gemeinwirtschaftlich
Gemengelage
Gemengsel
gemessen
Gemessenheit
Gemetzel