Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.
Bitte unterstützen Sie das Projekt mit Ihrer Teilnahme an unserer aktuellen Umfrage!

Gen, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gens · Nominativ Plural: Gene · wird meist im Plural verwendet
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Gen‹ als Erstglied: Gen-Schere · Genabschnitt · Genanalyse · Genausstattung · Gencode · Gendatei · Gendiagnostik · Genexpression · Genkode · Genlaboratorium · Genmutation · Genpatent · Genpool · Genschere · Gensequenz · Gentechnik · Gentransfer · Genvariante · Genökologie
 ·  mit ›Gen‹ als Grundform: gen-
Herkunft zu génosgriech (γένος) ‘Geschlecht, Abstammung, Herkunft, Ursprung’
eWDG

Bedeutung

Biologie Erbanlage innerhalb des Chromosoms
Beispiele:
der Aufbau, die Erforschung, Veränderung der Gene
Der fundamentalste, aber zugleich auch problematischste Begriff der Vererbungswissenschaft ist das ›Gen [ Forschungen1959]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gegen · gen · entgegen · entgegnen · Entgegnung · Gegenfüßler · Gegengift · Gegensatz · gegenseitig · Gegenstand · gegenständlich · Gegenstück · Gegenwart · gegenwärtig · vergegenwärtigen · gegenüber · Gegenüber
gegen Präp. ‘wider (zur Abwehr von, zum Schutz vor), in Richtung auf, in Beziehung auf, fast, annähernd, im Austausch für’, ahd. gagan, gegin Präp. Adv. (9. Jh.), gagani, gegini Adv. (9. Jh.), mhd. gegen Präp., gegen(e), gagen(e) Adv., kontrahiert gein, gēn (daraus als Richtungsangabe nhd. gen Präp. asächs. gegin-, mnd. jēgen, mnl. jeghen(s), nl. jegens, aengl. gegn, gēn Adv., anord. gegn Präp. Adv. (germ. *gagna-, *gegni-) ist, da außergerm. Vergleichsmöglichkeiten fehlen, etymologisch ungeklärt. gegen gibt ursprünglich die Richtung an ‘auf etw. zu, auf etw. hin’ (räumlich gegen den Baum laufen, zeitlich gegen Abend), dann auch das Verhältnis zu Menschen oder Sachverhalten (gütig gegen alte Leute, empfindlich gegen Kälte). Daraus entwickelt sich eine Bedeutung ‘wider’ im Sinne eines absichtlichen Entgegenwirkens, einer Feindseligkeit (gegen jmdn. kämpfen, gegen jeden Versöhnungsversuch sein). Häufig in nominalen Zusammensetzungen, z. B. für die entsprechende Erwiderung eines Vorgangs (Gegendruck, -gruß, -wirkung), einer feindlichen Absicht (Gegenwehr, -stoß), für Personen und Sachverhalte, die einander völlig (Gegenbild, -stück), rivalisierend (Gegenkönig, -spieler, -partei) oder in umgekehrtem Sinne, also gegenläufig (Gegenrichtung, -strömung, -rhythmus) entsprechen. – entgegen Adv. ‘in Richtung auf’, Präp. ‘im Gegensatz zu’, ahd. ingagan, ingegin Präp. ‘gegen, entgegen’ (8. Jh.), ingagani, ingegini Adv. (um 800), mhd. engegen Präp., engegen(e), engagen(e) Adv., asächs. angegin, aengl. (westsächs.) ongēan, ongēn, (angl.) angægn, ongegn, engl. again; im Nhd. an das Präfix ent- (s. d.) angelehnt; dazu entgegnen Vb. ‘erwidern, antworten’ (16. Jh.); vgl. dagegen ahd. ingaganen, ingeginen ‘entgegenkommen, empfangen, zurückkehren’ (9. Jh.), mhd. engegenen ‘begegnen’; Entgegnung f. ‘Erwiderung’ (19. Jh.). Gegenfüßler m. ‘auf dem entgegengesetzten Punkt der Erdkugel lebender Mensch’, übertragen ‘Widersacher’, Übersetzung (17. Jh.) von Antipode (s. d.); älter gegenfüßig (16. Jh.). Gegengift n. ‘einem anderen Gift entgegenwirkendes Gift’, Übersetzung (17. Jh.) von mfrz. frz. contrepoison oder unmittelbar von diesem zugrundeliegenden griech.-lat. antidotum (s. Antidot). Gegensatz m. ‘das Entgegengesetzte, Widerspruch, Kontrast, Feindschaft’, zuerst (15. Jh.) in der Rechtssprache ‘Gegenbehauptung, -argumentation’. gegenseitig Adj. ‘wechselseitig, beiderseitig’ (18. Jh.), anfangs ‘auf der entgegengesetzten Seite befindlich, der Gegenpartei angehörend’. Gegenstand m. ‘Ding, Thema, Angelegenheit’, zuerst ‘Widerstand’ (16. Jh.), ‘Gegensatz’, auch ‘das Entgegenstehende’ (17. Jh.), dann (Ende 17. Jh.) Übersetzung von Objekt bzw. lat. obiectum in philosophischer Sprache, davon ausgehend die heutige allgemeine Verwendung; gegenständlich Adj. um 1800 für objektiv, heute im Sinne von ‘dinglich, konkret’ als Gegensatz zu begrifflich. Gegenstück n. ‘etw. Entsprechendes, Passendes’, auch ‘Gegenteil’, Übersetzungswort (18. Jh.) von Pendant (s. d.). Gegenwart f. ‘Jetztzeit, Anwesenheit, Dasein’, ahd. gaganwart, geginwart (9. Jh.), mhd. gegenwart; vgl. auch ahd. gaganwerta (8. Jh.), gaganwertī, geginwertī (8. Jh.), gaganwurti (10. Jh.), mhd. gegenwurt, -würte ‘Gegenwart, Anblick, Angesicht’; zum zweiten Kompositionsglied s. -wärts. Seit dem 19. Jh. grammatischer Terminus für Präsens (s. d.), wofür älter gegenwürtig(e) Zeit (um 1400), die gegenwärtige Zeit oder die Gegenwart (Campe 1801); gegenwärtig Adj. ‘in der Gegenwart lebend, augenblicklich, jetzig’, ahd. gaganwertīg, geginwertīg (9. Jh.), mhd. gegenwertec, -würtec; vergegenwärtigen Vb. ‘(sich) deutlich in der Gegenwart vorstellen’ (17. Jh.), zu gegenwärtigen (15. Jh.). gegenüber Adv. Präp. ‘auf der anderen Seite, im Hinblick auf, gegen, zu’, aus gegen und über (s. d.) zusammengewachsen (16. Jh.), anfangs daher getrennt geschrieben mit dem abhängigen (von der Präp. gegen regierten) Kasus zwischen beiden Bestandteilen (noch im 18. Jh. gegen ihm über); substantiviert Gegenüber n. ‘das oder der auf der anderen Seite Befindliche’ (um 1800), nach frz. le vis-à-vis.

Gen n. ‘Erbfaktor, Träger der Vererbung in den Chromosomen’, gelehrte Bildung des dänischen Botanikers Johannsen in einer dt. verfaßten Schrift („Elemente der exacten Erblichkeitslehre“, 1909) in Anlehnung an die unter -gen (s. d.) genannte griech.-lat. Wortgruppe.

Thesaurus

Synonymgruppe
(bestimmter) Erbfaktor · (eine) Erbanlage · DNA-Abschnitt  ●  Gen  Hauptform
Biologie
Synonymgruppe
Erbanlagen · Erbgut · Erbsubstanz · Gen(e) · Genom  ●  Erbinformation(en)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Gen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gen‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als deine Kinder geboren waren, hast du wieder an die Macht der Gene geglaubt. [Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 229]
Im einfachsten Fall liegen nur zwei solcher Gene ungekoppelt vor. [Bresch, Carsten: Klassische und molekulare Genetik, Berlin u. a.: Springer 1965 [1964], S. 271]
Ein Gen bleibt meist über unübersehbar viele Generationen unverändert, aber doch nicht ausnahmslos. [Lenz, F.: Vererbungslehre. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 44471]
Wenn man tatsächlich die Ursache dafür finden will, tut man gut daran, die verantwortlichen Gene zu finden. [Der Spiegel, 22.07.1991]
Das eingepflanzte Gen wirkt dann häufig nur schwach, und solche Pflanzen sind nicht sehr stabil. [Die Zeit, 19.11.1998, Nr. 48]
Zitationshilfe
„Gen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gen>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Gemütszustand
Gemütswert
Gemütswelt
Gemütsverfassung
Gemütsveranlagung
Gen-Schere
Genabschnitt
Genanalyse
Genauigkeit
Genauigkeitsgrad