Genie, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Genies · Nominativ Plural: Genies
Aussprache
WorttrennungGe-nie
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Genie‹ als Erstglied: ↗Genieepoche · ↗Geniekult · ↗Geniestreich · ↗Genietruppe · ↗Geniezeit · ↗geniehaft
 ·  mit ›Genie‹ als Letztglied: ↗Dichtergenie · ↗Finanzgenie · ↗Musikgenie · ↗Originalgenie · ↗Pumpgenie · ↗Rechengenie · ↗Sprachengenie · ↗Sprachgenie · ↗Universalgenie
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
nur im Singular
höchste schöpferische Geisteskraft
Beispiele:
das Genie des Erfinders, Künstlers
ein Musiker mit Genie
dem Genie Beethovens, Goethes huldigen
Genie besitzen, haben
Als Frau muß sie Stolz empfinden, von einem Manne solchen Genies geliebt zu werden [St. ZweigBalzac285]
2.
hochbegabter, schöpferischer Mensch
Beispiele:
ein großes, militärisches, musikalisches, künstlerisches, verkanntes, wissenschaftliches Genie sein
umgangssprachlich er ist ein verbummeltes, verkrachtes Genie
ein Genie der Tat, des Wortes
die Bestimmung, Leistung, das Wesen des Genies
Es gefiel ihm ... sich als außerbürgerlich, als Sonderling oder Genie zu fühlen [HesseSteppenw.4,235]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Genie · genial · kongenial · Genialität
Genie n. ‘höchste schöpferische Geisteskraft, hochbegabter schöpferischer Mensch’, Entlehnung (Anfang 18. Jh.) von frz. génie ‘Begabung, Geist, Talent’, das zurückgeht auf lat. genius ‘Schutzgeist’, spätlat. ‘schöpferische Begabung, Talent’ (s. ↗Genius), zugleich aber auch lat. ingenium ‘Charakter, Begabung, Geist, Witz’ wiedergibt, auf dessen Einfluß der Genuswechsel im Dt. vom Maskulinum (noch bei Lessing, Schiller) zum heute allein gültigen Neutrum zurückzuführen ist. genial Adj. ‘von schöpferischer hoher Begabung’, seit Schiller übliche Verkürzung von genialisch (18. Jh.), das im Dt. zu Genie gebildet ist und nur formal, nicht nach Herkunft und Inhalt lat. geniālis ‘zum Genius gehörig, ehelich, festlich, heiter’ nahesteht. kongenial Adj. ‘geistig ebenbürtig’ (18. Jh.); s. ↗kon-. Genialität f. ‘schöpferische Begabung’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Genie · ↗Genius  ●  Einstein  ugs. · ↗Intelligenzbestie  ugs. · ↗Intelligenzbolzen  ugs. · ↗Intelligenzler  ugs. · brillanter Kopf  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fleiß Genie Grat Irrsinn Originalität Scharlatan Talent Wahnsinn beieinanderliegen dichterisch einsam exzentrisch frühreif hervorbringen kreativ künstlerisch mathematisch musikalisch poetisch rhetorisch schaffend schlampert schlampig schöpferisch unverstanden vergessen verkannt verkennen verkommen versoffen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Genie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und über allem liegt das freundliche Lächeln eines musikalischen Genies.
Die Welt, 12.10.2004
Aber sie hätte sich in ein Genie doch nie verlieben können.
Wondratschek, Wolf: Mozarts Friseur, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 50
Aber wir brauchen nicht viele Genies, wir brauchen gute Handwerker.
Der Tagesspiegel, 24.02.2001
Um in die Geschichte eintreten zu können, brauchten die Frauen nicht dringlich Kunst, sondern ein Genie.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 1037
An Genies und solche, die es werden wollen, wendet sich Albert Einstein.
C't, 2000, Nr. 3
Zitationshilfe
„Genie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Genie>, abgerufen am 15.10.2019.

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