Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Genie, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Genies · Nominativ Plural: Genies
Aussprache  [ʒeˈniː]
Worttrennung Ge-nie
Wortbildung  mit ›Genie‹ als Erstglied: Geniecorps · Genieepoche · Geniekorps · Geniekult · Geniestreich · Genietruppe · Geniezeit · genial · geniehaft
 ·  mit ›Genie‹ als Letztglied: Allroundgenie · Computergenie · Dichtergenie · Finanzgenie · Musikgenie · Originalgenie · Pumpgenie · Rechengenie · Sprachengenie · Sprachgenie · Universalgenie
Herkunft aus géniefrz ‘Begabung, Geist, Talent’
eWDG

Bedeutungen

1.
höchste schöpferische Geisteskraft
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
das Genie des Erfinders, Künstlers
ein Musiker mit Genie
dem Genie Beethovens, Goethes huldigen
Genie besitzen, haben
Als Frau muß sie Stolz empfinden, von einem Manne solchen Genies geliebt zu werden [ St. ZweigBalzac285]
2.
hochbegabter, schöpferischer Mensch
Beispiele:
ein großes, militärisches, musikalisches, künstlerisches, verkanntes, wissenschaftliches Genie sein
umgangssprachlicher ist ein verbummeltes, verkrachtes Genie
ein Genie der Tat, des Wortes
die Bestimmung, Leistung, das Wesen des Genies
Es gefiel ihm … sich als außerbürgerlich, als Sonderling oder Genie zu fühlen [ HesseSteppenw.4,235]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Genie · genial · kongenial · Genialität
Genie n. ‘höchste schöpferische Geisteskraft, hochbegabter schöpferischer Mensch’, Entlehnung (Anfang 18. Jh.) von frz. génie ‘Begabung, Geist, Talent’, das zurückgeht auf lat. genius ‘Schutzgeist’, spätlat. ‘schöpferische Begabung, Talent’ (s. Genius), zugleich aber auch lat. ingenium ‘Charakter, Begabung, Geist, Witz’ wiedergibt, auf dessen Einfluß der Genuswechsel im Dt. vom Maskulinum (noch bei Lessing, Schiller) zum heute allein gültigen Neutrum zurückzuführen ist. genial Adj. ‘von schöpferischer hoher Begabung’, seit Schiller übliche Verkürzung von genialisch (18. Jh.), das im Dt. zu Genie gebildet ist und nur formal, nicht nach Herkunft und Inhalt lat. geniālis ‘zum Genius gehörig, ehelich, festlich, heiter’ nahesteht. kongenial Adj. ‘geistig ebenbürtig’ (18. Jh.); s. kon-. Genialität f. ‘schöpferische Begabung’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Genie · Genius  ●  Einstein  ugs. · Intelligenzbestie  ugs. · Intelligenzbolzen  ugs. · Intelligenzler  ugs. · brillanter Kopf  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Genie‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Genie‹.

Verwendungsbeispiele für ›Genie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es bedarf keines asketischen Bemühens, um erleuchtet, ein Genie zu sein. [Ball, Hugo: Der Künstler und die Zeitkrankheit. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1926], S. 1205]
Nein, seine Würde steckte in seiner Arbeit, das heißt in seinem Genie. [Genazino, Wilhelm: Die Liebesblödigkeit, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2005, S. 95]
Aber sie hätte sich in ein Genie doch nie verlieben können. [Wondratschek, Wolf: Mozarts Friseur, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 50]
Für das Genie tritt der Genuß an die Stelle der Arbeit. [Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 13784]
Diese Genies hätten sich in jeder Zeit durchgesetzt, so wie wir Spieler uns heute auch durchgesetzt hätten. [Der Spiegel, 02.06.1997]
Zitationshilfe
„Genie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Genie>.

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