Genist, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Genist(e)s · Nominativ Plural: Geniste
Aussprache 
Worttrennung Ge-nist (computergeneriert)

Bedeutungsübersicht+

  1. [veraltend] ...
    1. 1. Strohabfall, Reisigabfall, Gestrüpp
    2. 2. Nest
eWDG

Bedeutung

veraltend
1.
Strohabfall, Reisigabfall, Gestrüpp
Beispiel:
Eine dicke zähe Schlickschicht bedeckt das Fallaub, nasses Genist hängt in wirren Haufen in den Zweigen des Unterholzes [ Löns6,344]
übertragen
Beispiel:
ein Genist von Einbildungen [ M. WalserHalbzeit217]
2.
Nest
Beispiel:
Die verjagten Vögel kehren zeternd zu ihrem Genist zurück [ StrittmatterOchsenkutscher21]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nest · Genist(e) · nisten · Nesthäkchen
Nest n. ‘Wohn- und Brutstätte (besonders der Vögel, Insekten), Bau, Höhle, Schlupfwinkel’, auch ‘Heim, Bett, abgelegenes Dorf’, ahd. nest (8. Jh.), mhd. nest, nist ‘Nest, Lager für Vögel oder Säugetiere’, mnd. mnl. nl. aengl. engl. nest (westgerm. *nista-, *nesta-) führen mit aind. nīḍám ‘Ruheplatz, Lager, Vogelnest’ sowie möglicherweise mit (volksetymologisch umgestalteten) lit. lìzdas, aslaw. gnězdo, russ. gnezdó (гнездо) ‘Nest’ auf neutrales ie. *nizdom ‘das Niedersetzen, Niedersitzen’ bzw. ‘Ort des Niedersitzens’, während aind. nīḍáḥ ‘Ruheplatz, Lager, Vogelnest’, lat. nīdus ‘Nest’, mir. net maskulines ie. *nizdos voraussetzen. Auszugehen ist (wie bei ähnlich gebildetem ↗Ast, s. d.) von einem Kompositum ie. *nizdo-, das sich aus in ↗nieder (s. d.) enthaltenem ie. *ni- ‘nieder’ und der Schwundstufe der Wurzel ie. *sed- (s. ↗sitzen) zusammensetzt. Erwogen wird auch eine Anknüpfung des ersten Kompositionsgliedes an ie. *eni ‘in’ (s. ↗in) bzw. ablautendes *ni- und Deutung als ‘Ort des Einsitzens’. Dazu das Kollektivum Genist(e) n. ‘das aus Halmen, Stroh u. dgl. zusammengefügte Nest’, mhd. geniste. nisten Vb. ‘ein Nest bauen, ein Nest bewohnen’, ahd. (um 1000), mhd. nisten, mnd. nesten. Nesthäkchen n. ‘zuletzt ausgebrütetes, im Nest hockendes Vögelchen, jüngstes Kind einer Ehe’ (18. Jh.) für älteres Nestheckel, Nestheckchen, Nesthöckchen, Nesthöckelchen (17. Jh.), zu ↗hocken (s. d.).
Zitationshilfe
„Genist“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Genist>, abgerufen am 03.03.2021.

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