Genremaler, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Genremalers · Nominativ Plural: Genremaler
Worttrennung Gen-re-ma-ler
Wortzerlegung GenreMaler
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

Malerei, Kunst Maler, der in seinen Bildern einfache Menschen in ihrem Alltag und ihrer natürlichen Umgebung zeigt, in sogenannten Genreszenen wiedergibt oder gestaltet
Synonym zu Sittenmaler, siehe auch Genremalerei
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein holländischer, bedeutender, beliebter Genremaler
in Koordination: Genremaler und Radierer
Beispiele:
Der niederländische Genremaler schildert gekonnt das dörfliche Leben in seinen vielfältigen Varianten, sei es im häuslichen Bereich oder auch bei Tanz und Trunk. [Die Welt, 25.06.2005]
Ein italienischer Genremaler, der Neapolitaner Gaspare Traversi, schuf seine Bilder […] parallel zur Entwicklung und Blütezeit der »Opera buffa napolitana« um die Mitte des 18. Jahrhunderts, bei der das Alltagsleben des niederen sozialen Milieus durch entlarvende Situationen der Lächerlichkeit preisgegeben wurde. [de.wikipedia.org, aufgerufen am 12.03.2015]
Ein freundlicher Genremaler, ein verkanntes Genie, ein Eigenbrötler, Familienmensch, guter Onkel, heimlich Liebender? Wer war denn nun Wilhelm Busch? [Der Spiegel, 22.12.2007]
Der Historienmaler sollte wie der Autor einer Tragödie auf Ermahnung und Erhabenheit der Seele abzielen, der Genremaler wie der Komödiendichter auf Didaktik durch Mimesis – als wachsamer Beobachter der Sitten[…]. [Muhr, Stefanie: Der Effekt des Realen, Köln: Böhlau Verlag 2006, S. 183]
Erst im 20. Jahrhundert kam der flämische Genremaler David Teniers d. J. (1610–1690) aus der Mode[…]. Genau das, was ihn zuvor so erfolgreich gemacht hatte, brachte ihn jetzt ins Abseits: Die Leichtigkeit des Seins, die seine Gemälde ausstrahlen, die Heiterkeit, Gelassenheit, ja Wohlerzogenheit seiner Bauern, Soldaten und Wäscherinnen vermochte nun nicht mehr zu faszinieren. [Die Welt, 29.11.2005]
Die pöbelnden, saufenden und hurenden Bauern der niederländischen Genremaler des 17. Jahrhunderts amüsieren noch immer das Publikum der großen Kunstmuseen. [Die Welt, 05.02.2004]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Genre · Genremaler · Genremalerei · Genrebild
Genre n. (bis ins 19. Jh. auch m.) ‘Art des künstlerischen Gestaltens, (künstlerische) Gattung’. Aus lat. genus (Genitiv generis) ‘Abstammung, Geschlecht, Gattung, Art und Weise’ (s. ↗Genus) entlehntes frz. genre ‘Gattung, Art, Stil’ wird in den 70er Jahren des 18. Jhs. als Fachwort der Kunsttheorie (besonders ‘Schreibart’ in der Literatur, doch ebenso ‘Gattung, Manier’ in anderen künstlerischen Bereichen) ins Dt. übernommen. Von der Mitte des 19. Jhs. an ist außerdem (gleichfalls nach frz. Vorbild) nichtterminologischer Gebrauch im Sinne von ‘Art, Sorte’ bezeugt. Selten findet sich das Simplex Genre dagegen (seit Mitte 19. Jh.) für frz. genre ‘Szenen aus dem Alltag einer bestimmten Gesellschaftsschicht darstellender Zweig der bildenden Kunst’. Diese Verwendung bleibt im Dt. vorwiegend in Zusammensetzungen wie Genremaler m. (Ende 18. Jh.), Genremalerei f. Genrebild n. (beide 1. Hälfte 19. Jh.) erhalten, die den Fügungen frz. peintre, peinture, tableau de genre folgen.

Typische Verbindungen zu ›Genremaler‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Genremaler‹.

Zitationshilfe
„Genremaler“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Genremaler>, abgerufen am 13.04.2021.

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