Gentilordnung

GrammatikSubstantiv
WorttrennungGen-til-ord-nung
Wortzerlegunggentil-Ordnung
eWDG, 1967

Bedeutung

Wissenschaft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gentilgesellschaft · Gentilordnung · Gentilorganisation
Gentilgesellschaft f. ‘auf den Sippenverband gegründete soziale Organisationsform in der Urgesellschaft’. Das durch Engels („Der Ursprung der Familie“, 1884) zusammen mit gleichartigen Bildungen wie Gentilordnung f. Gentilorganisation f. als Terminus der marxistischen Geschichtswissenschaft eingeführte Kompositum enthält als erstes Glied lat. gentīlis ‘zum Geschlecht, Sippenverband gehörig’. Dieses Adjektiv ist abgeleitet von lat. gēns (Genitiv gentis), Substantivbildung zu lat. gignere (genitum) ‘(er)zeugen, gebären’ (verwandt mit ↗Genus und ↗Kind, s. d.), der Bezeichnung für das auf gemeinsame Abstammung zurückgeführte Geschlecht, den Sippenverband, der in der Antike bei Römern und Griechen als soziale und kultische Gemeinschaft noch in Resten erhalten ist und in dem Engels (die Untersuchungen des amerikanischen Völkerkundlers Morgan weiterführend) die für die Urgesellschaft allgemein geltende Form des Zusammenlebens zu erkennen meint.

Verwendungsbeispiel
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der chinesische Feudalismus hat sich direkt aus der ursprünglichen Gentilordnung entwickelt und hat einen Entwicklungsgrad erreicht wie in keinem anderen Land der Welt.
Die Zeit, 10.10.1969, Nr. 41
Zitationshilfe
„Gentilordnung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gentilordnung>, abgerufen am 11.11.2019.

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