Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Genuss, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Genusses · Nominativ Plural: Genüsse
Aussprache 
Worttrennung Ge-nuss (computergeneriert)
Ungültige Schreibung Genuß
Rechtschreibregeln § 2, § 25 (E1)
Wortbildung  mit ›Genuss‹ als Erstglied: Genuss-Specht · Genuss-Sucht · Genuss-süchtig · Genussgift · Genussmensch · Genussmittel · Genussrecht · Genussspecht · Genusssucht · Genüssling · genussfreudig · genussfähig · genussreich · genusssüchtig · genussvoll
 ·  mit ›Genuss‹ als Letztglied: Alkoholgenuss · Branntweingenuss · Fleischgenuss · Hochgenuss · Kaffeegenuss · Kunstgenuss · Lebensgenuss · Musikgenuss · Naturgenuss · Opiumgenuss · Ruhegenuss · Sinnengenuss · Tabakgenuss · Versorgungsgenuss · Vollgenuss · Zinsgenuss
eWDG

Bedeutungen

1.
die Aufnahme von Essen und Trinken
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
nach dem Genuss von Pilzen bekam er eine Vergiftung
der Genuss von Rauschgift ist verboten
der Genuss starker alkoholischer Getränke ist schädlich
2.
das, was jmdm. Freude, Annehmlichkeit bereitet, die Befriedigung
Beispiele:
ein erlaubter, hemmungsloser, ungeregelter, ungetrübter, verbotener, wilder Genuss
ein ästhetischer, künstlerischer, literarischer, lukullischer, musikalischer Genuss
das Konzert war ein Genuss
etw. zu einem Genuss machen
sich einem Genuss hingeben
sich [Dativ] einen Genuss gönnen, den Genuss von etw. verschaffen
[ein] Lüstling, der alle Genüsse dieser Welt gesucht hatte [ FalladaJeder stirbt491]
3.
in den Genuss von etw. kommenetw. erhalten, bekommen
Beispiele:
er war nicht in den Genuss der ihm zustehenden Rente gekommen
sie kamen in den Genuss der Zinsen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Genuß · genüßlich · Genußmittel · Genußsucht · genußsüchtig
Genuß m. ‘was Freude, Wohlbehagen, tiefe Befriedigung bereitet’, enger (nur im Sing., den Vorgang bezeichnend) ‘Nahrungsaufnahme’ Das vom Verb genießen (s. d.) abgeleitete Abstraktum mhd. genuʒ (13. Jh.?, Hs. aber 15. Jh., vgl. außerdem mnd. genüt, genütte ‘Nutzung, Vorteil’, spätmnl. ghenot ‘Ertrag, Vorteil, Gewinn’), tritt seit Anfang des 17. Jhs. an die Stelle des älteren Deverbativums mhd. genieʒ, nhd. Genieß (dieses ist im 18. Jh. noch lebendig, daneben um 1700 Genüß, wohl durch Vermischung beider Lautungen), zunächst in dessen Bedeutung ‘Nutznießung, Nutzen, Gewinn’, die die Wendung in den Genuß einer Sache kommen ‘Gelegenheit bekommen, über eine Sache zum eigenen Vorteil, Nutzen zu verfügen’ bis heute bewahrt. Der moderne Gebrauch setzt im 18. Jh. ein. – genüßlich Adj. ‘einen Genuß bewußt auskostend, genießerisch’, seltener (nur attributiv) ‘Genuß gewährend, behaglich’, neben semantisch abweichendem genießlich ‘vorteilhaft, genießbar, gewinnsüchtig’ (16. bis 20. Jh.) seit dem 17. Jh. vereinzelt bezeugt, auch noch Anfang des 20. Jhs. kaum geläufig. Genußmittel n. ‘wegen seiner anregenden Wirkung oder bestimmter geschmacklicher Eigenschaften geschätztes Produkt’ (Anfang 19. Jh.); vorher in gleichem Sinne Genießmittel (18. Jh.), auch Genosmittel (Schottel 1663). Genußsucht f. ‘übersteigertes Streben nach Genüssen’, dazu genußsüchtig Adj. beide als Neubildungen bei Campe (1808) verzeichnet; älter ist genießsüchtig ‘eigennützig, gewinnsüchtig’ (16. Jh., von Genieß, s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Genuss · Verbrauch
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Freude · Genuss · Lust · Spaß · Vergnügen · Wohlgefallen  ●  Bock  ugs. · Fez  ugs. · Fun  ugs., engl., Jargon · Gaudi  ugs.
Unterbegriffe
  • Häme · boshaftes Vergnügen · diebische Freude  ●  Schadenfreude Hauptform · Schadensfreude selten
Assoziationen
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Genuss‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›Genuss‹ und ›Genuß‹.

Verwendungsbeispiele für ›Genuss‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach dem Genuß des ersten Glases kann er die Qualität des Weines beurteilen. [Neumann, Heinz u. Scharfe, Adolf: Gekonnt serviert, Berlin: Verl. Die Wirtschaft 1967, S. 153]
Das Aufblähen zeigt sich leicht nach gierigem Genuß am frühen Morgen. [Die Landfrau, 20.06.1925]
Über das Dasein des Bösen muß man sich durch den Genuß des Guten trösten. [Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 13662]
In den kommenden Jahrhunderten neigt die Kirche immer stärker dazu, körperliche Genüsse als schädlich anzusehen. [Bauer, Hans: Wenn einer eine Reise tat, Leipzig: Koehler & Amelang 1973, S. 128]
Leider wird der Genuss durch den etwas nachlässigen editorischen Service des Verlages gemindert. [Die Zeit, 18.11.1999, Nr. 47]
Zitationshilfe
„Genuss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Genuss>.

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