Genussmittel, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungGe-nuss-mit-tel
WortzerlegungGenussMittel
Ungültige SchreibungGenußmittel
Rechtschreibregeln§ 2, § 25 (E1)
Wortbildung mit ›Genussmittel‹ als Erstglied: ↗Genussmittelindustrie
eWDG, 1967

Bedeutung

Produkt, das unabhängig von seinem Nährwert wegen seiner anregenden geschmacklichen Eigenschaften genossen wird
Beispiele:
die Ausfuhr von Genussmitteln
besteuerte Genussmittel
Gewürze, alkoholische und koffeinhaltige Getränke sowie Tabakwaren gehören zu den Genussmitteln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Genuß · genüßlich · Genußmittel · Genußsucht · genußsüchtig
Genuß m. ‘was Freude, Wohlbehagen, tiefe Befriedigung bereitet’, enger (nur im Sing., den Vorgang bezeichnend) ‘Nahrungsaufnahme’ Das vom Verb ↗genießen (s. d.) abgeleitete Abstraktum mhd. genuʒ (13. Jh.?, Hs. aber 15. Jh., vgl. außerdem mnd. genüt, genütte ‘Nutzung, Vorteil’, spätmnl. ghenot ‘Ertrag, Vorteil, Gewinn’), tritt seit Anfang des 17. Jhs. an die Stelle des älteren Deverbativums mhd. genieʒ, nhd. Genieß (dieses ist im 18. Jh. noch lebendig, daneben um 1700 Genüß, wohl durch Vermischung beider Lautungen), zunächst in dessen Bedeutung ‘Nutznießung, Nutzen, Gewinn’, die die Wendung in den Genuß einer Sache kommen ‘Gelegenheit bekommen, über eine Sache zum eigenen Vorteil, Nutzen zu verfügen’ bis heute bewahrt. Der moderne Gebrauch setzt im 18. Jh. ein. genüßlich Adj. ‘einen Genuß bewußt auskostend, genießerisch’, seltener (nur attributiv) ‘Genuß gewährend, behaglich’, neben semantisch abweichendem genießlich ‘vorteilhaft, genießbar, gewinnsüchtig’ (16. bis 20. Jh.) seit dem 17. Jh. vereinzelt bezeugt, auch noch Anfang des 20. Jhs. kaum geläufig. Genußmittel n. ‘wegen seiner anregenden Wirkung oder bestimmter geschmacklicher Eigenschaften geschätztes Produkt’ (Anfang 19. Jh.); vorher in gleichem Sinne Genießmittel (18. Jh.), auch Genosmittel (Schottel 1663). Genußsucht f. ‘übersteigertes Streben nach Genüssen’, dazu genußsüchtig Adj. beide als Neubildungen bei Campe (1808) verzeichnet; älter ist genießsüchtig ‘eigennützig, gewinnsüchtig’ (16. Jh., von Genieß, s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Genussmittel · ↗Stimulans  ●  Stimulanzien  Plural
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alkohol Bekleidung Droge Erzeugnis Förderungsgesellschaft Gebrauchsgegenstand Getränk Kaffee Kakao Konsum Konsumgut Kosmetik Kosmetikum Lebensmittel Lederware Medizin Nahrung Nahrungsmittel Nikotin Rohstoff Schokolade Spirituose Tabak Tabakware Tee Textilie Verbrauch Zigarette entwenden legal

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Genußmittel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie entzieht man einem Genussmittel das Mittel, nicht aber den Genuss?
Die Zeit, 29.05.2012, Nr. 22
Für den einen ist Bier lediglich ein durststillendes Getränk, für den anderen ein Genußmittel.
Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 116
Wein ist ein Genußmittel und sollte auch als solches gebraucht werden.
Die Welt, 12.11.2005
Solange es Genußmittel gibt und der Genuß nicht Zweck ist, gibt es keinen Genuß.
Müller, Heiner: Ich wünsche mir Brecht in der Peep-Show. In: “Zur Lage der Nation“, Berlin: Rotbuch-Verl. 1990 [1988], S. 65
Pizarro fand schon 1533 die Pflanze überall in Peru vor und sah sie als Genußmittel gebrauchen.
Welt und Wissen, 1927
Zitationshilfe
„Genussmittel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Genussmittel>, abgerufen am 21.10.2019.

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