Genuss, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Genusses · Nominativ Plural: Genüsse
Aussprache
WorttrennungGe-nuss (computergeneriert)
Ungültige SchreibungGenuß, s. Regelwerk: § 2, § 25 (E1)
Wortbildung mit ›Genuss‹ als Erstglied: ↗Genuss-Sucht · ↗Genuss-süchtig · ↗Genussmensch · ↗Genussmittel · ↗Genussrecht · ↗Genusssucht · ↗Genüssling · ↗genussfreudig · ↗genussfähig · ↗genussreich · ↗genusssüchtig · ↗genussvoll
 ·  mit ›Genuss‹ als Letztglied: ↗Alkoholgenuss · ↗Fleischgenuss · ↗Hochgenuss · ↗Kaffeegenuss · ↗Kunstgenuss · ↗Lebensgenuss · ↗Musikgenuss · ↗Naturgenuss · ↗Opiumgenuss · ↗Ruhegenuss · ↗Sinnengenuss · ↗Tabakgenuss · ↗Vollgenuss · ↗Zinsgenuss
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
nur im Singular
die Aufnahme von Essen und Trinken
Beispiele:
nach dem Genuss von Pilzen bekam er eine Vergiftung
der Genuss von Rauschgift ist verboten
der Genuss starker alkoholischer Getränke ist schädlich
2.
das, was jmdm. Freude, Annehmlichkeit bereitet, die Befriedigung
Beispiele:
ein erlaubter, hemmungsloser, ungeregelter, ungetrübter, verbotener, wilder Genuss
ein ästhetischer, künstlerischer, literarischer, lukullischer, musikalischer Genuss
das Konzert war ein Genuss
etw. zu einem Genuss machen
sich einem Genuss hingeben
sich [Dativ] einen Genuss gönnen, den Genuss von etw. verschaffen
[ein] Lüstling, der alle Genüsse dieser Welt gesucht hatte [FalladaJeder stirbt491]
3.
in den Genuss von etw. kommenetw. erhalten, bekommen
Beispiele:
er war nicht in den Genuss der ihm zustehenden Rente gekommen
sie kamen in den Genuss der Zinsen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Genuß · genüßlich · Genußmittel · Genußsucht · genußsüchtig
Genuß m. ‘was Freude, Wohlbehagen, tiefe Befriedigung bereitet’, enger (nur im Sing., den Vorgang bezeichnend) ‘Nahrungsaufnahme’ Das vom Verb ↗genießen (s. d.) abgeleitete Abstraktum mhd. genuʒ (13. Jh.?, Hs. aber 15. Jh., vgl. außerdem mnd. genüt, genütte ‘Nutzung, Vorteil’, spätmnl. ghenot ‘Ertrag, Vorteil, Gewinn’), tritt seit Anfang des 17. Jhs. an die Stelle des älteren Deverbativums mhd. genieʒ, nhd. Genieß (dieses ist im 18. Jh. noch lebendig, daneben um 1700 Genüß, wohl durch Vermischung beider Lautungen), zunächst in dessen Bedeutung ‘Nutznießung, Nutzen, Gewinn’, die die Wendung in den Genuß einer Sache kommen ‘Gelegenheit bekommen, über eine Sache zum eigenen Vorteil, Nutzen zu verfügen’ bis heute bewahrt. Der moderne Gebrauch setzt im 18. Jh. ein. genüßlich Adj. ‘einen Genuß bewußt auskostend, genießerisch’, seltener (nur attributiv) ‘Genuß gewährend, behaglich’, neben semantisch abweichendem genießlich ‘vorteilhaft, genießbar, gewinnsüchtig’ (16. bis 20. Jh.) seit dem 17. Jh. vereinzelt bezeugt, auch noch Anfang des 20. Jhs. kaum geläufig. Genußmittel n. ‘wegen seiner anregenden Wirkung oder bestimmter geschmacklicher Eigenschaften geschätztes Produkt’ (Anfang 19. Jh.); vorher in gleichem Sinne Genießmittel (18. Jh.), auch Genosmittel (Schottel 1663). Genußsucht f. ‘übersteigertes Streben nach Genüssen’, dazu genußsüchtig Adj. beide als Neubildungen bei Campe (1808) verzeichnet; älter ist genießsüchtig ‘eigennützig, gewinnsüchtig’ (16. Jh., von Genieß, s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Amüsement · ↗Begeisterung · ↗Belustigung · ↗Entzücken · ↗Erheiterung · ↗Faszination · ↗Freude · ↗Lust · ↗Spaß · ↗Vergnügen · ↗Wohlgefallen  ●  ↗Pläsier  veraltet · Spass  österr. · ↗Bock  ugs. · ↗Fez  ugs. · ↗Gaudi  ugs.
Unterbegriffe
  • Häme · boshaftes Vergnügen · diebische Freude  ●  ↗Schadenfreude  Hauptform · Schadensfreude  selten
Assoziationen
Synonymgruppe
(eine) Köstlichkeit · ↗(lukullischer) Hochgenuss · ↗Delikatesse · ↗Gaumenfreude · ↗Gaumenkitzel · Gaumenschmaus · ↗Leckerbissen · ↗Leckerli (beim Sprechen über Tiere) · ↗Spezialität · kulinarische Offenbarung  ●  ↗Gustostückerl  österr. · ↗Schmankerl  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alkohol Amnestie Freude Förderung Gaststätten Getränke Nahrung Reue Steuervorteile Vergünstigungen Wein geistigen gelangen hingeben irdischen kommen kulinarischen leiblichen lukullische musikalischen optischen purer sichtlichem sinnlichen ungetrübten vollen weltlichen zweifelhaften ästhetischen übermäßigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Genuss‹.

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Innerhalb weniger Jahre kamen zwei bekannte Genüsse zu ihrem Namen.
Süddeutsche Zeitung, 30.07.2004
Die türkischen Kunden reagierten erfreut und stolz auf das erweitere Angebot, und die Deutschen seien neugierig auf die neuen Genüsse gewesen, hieß es.
Der Tagesspiegel, 28.10.2003
Nach dem Genuß des ersten Glases kann er die Qualität des Weines beurteilen.
Neumann, Heinz u. Scharfe, Adolf: Gekonnt serviert, Berlin: Verl. Die Wirtschaft 1967, S. 153
Wenn uns die Zeit nicht so drängte, wäre es mir ein besonderer Genuß, dieses Schreiben in extenso hier vorzutragen.
o. A.: Einhundertundneunzehnter Tag. Donnerstag, 2. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 10031
Es war ein großer Genuß, und hier gab uns das Auto nun wirklich, was wir von ihm ersehnt hatten.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1936. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1936], S. 86
Zitationshilfe
„Genuss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Genuss>, abgerufen am 21.09.2017.

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