Genusssucht, die

Alternative SchreibungGenuss-Sucht
GrammatikSubstantiv (Femininum)
WorttrennungGe-nuss-sucht · Ge-nuss-Sucht
WortzerlegungGenussSucht
Ungültige SchreibungGenußsucht
Rechtschreibregeln§ 2, § 25 (E1), § 45 (4)
eWDG, 1967 und DWDS, 2017

Bedeutung

Sucht nach Genuss, Befriedigung
Beispiele:
Die Zähne des Menschen sind für das Zermahlen von Getreide und anderer pflanzlicher Kost prädestiniert; es besteht also keinerlei Anlass außer dem der Genuss-Sucht, sie in Rumpsteak und Hummer, in Bistecca alla Romana und Perlhuhnbrüste zu schlagen. [Berliner Zeitung, 30.09.2000] Quelle: DWDS, 2017
Den Gegenpol zur Genusssucht bildet die scheinheilige Moral der dargestellten Gesellschaft, die durch die Gebote und Verbote der katholischen Kirche geprägt ist. [Neue Zürcher Zeitung, 04.11.2013]Quelle: DWDS, 2017

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Genuß · genüßlich · Genußmittel · Genußsucht · genußsüchtig
Genuß m. ‘was Freude, Wohlbehagen, tiefe Befriedigung bereitet’, enger (nur im Sing., den Vorgang bezeichnend) ‘Nahrungsaufnahme’ Das vom Verb ↗genießen (s. d.) abgeleitete Abstraktum mhd. genuʒ (13. Jh.?, Hs. aber 15. Jh., vgl. außerdem mnd. genüt, genütte ‘Nutzung, Vorteil’, spätmnl. ghenot ‘Ertrag, Vorteil, Gewinn’), tritt seit Anfang des 17. Jhs. an die Stelle des älteren Deverbativums mhd. genieʒ, nhd. Genieß (dieses ist im 18. Jh. noch lebendig, daneben um 1700 Genüß, wohl durch Vermischung beider Lautungen), zunächst in dessen Bedeutung ‘Nutznießung, Nutzen, Gewinn’, die die Wendung in den Genuß einer Sache kommen ‘Gelegenheit bekommen, über eine Sache zum eigenen Vorteil, Nutzen zu verfügen’ bis heute bewahrt. Der moderne Gebrauch setzt im 18. Jh. ein. genüßlich Adj. ‘einen Genuß bewußt auskostend, genießerisch’, seltener (nur attributiv) ‘Genuß gewährend, behaglich’, neben semantisch abweichendem genießlich ‘vorteilhaft, genießbar, gewinnsüchtig’ (16. bis 20. Jh.) seit dem 17. Jh. vereinzelt bezeugt, auch noch Anfang des 20. Jhs. kaum geläufig. Genußmittel n. ‘wegen seiner anregenden Wirkung oder bestimmter geschmacklicher Eigenschaften geschätztes Produkt’ (Anfang 19. Jh.); vorher in gleichem Sinne Genießmittel (18. Jh.), auch Genosmittel (Schottel 1663). Genußsucht f. ‘übersteigertes Streben nach Genüssen’, dazu genußsüchtig Adj. beide als Neubildungen bei Campe (1808) verzeichnet; älter ist genießsüchtig ‘eigennützig, gewinnsüchtig’ (16. Jh., von Genieß, s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Genusssucht · ↗Hedonismus
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und so genießt man dann Geschichten, scheinbar schön, und fällt dauernd herein mit seiner Genußsucht.
Die Zeit, 17.05.1974, Nr. 21
Er ist zu lax dem Reich gegenüber, seine Genußsucht macht ihn flau.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 364
Dicke, schwammige Nasen deuten auf Phlegma und Dummheit, dicke fleischige Nasen auf fleischliche Genußsucht (die fünfte Karikatur).
Welt und Wissen, 1929, Nr. 1, Bd. 18
So bleibt auch beim Introvertierten der Komplex der Sexualität oder des egoistischen Machtstrebens oder der Genußsucht isoliert und möglichst scharf geschieden von andern Komplexen.
Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 293
Sanftmut und Genusssucht leuchten beim Verzehr eines lukullischen Nachtmahls mitten in Bristols Amüsiermeile aus seinen Augen.
Die Welt, 13.03.2002
Zitationshilfe
„Genusssucht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Genusssucht>, abgerufen am 17.07.2019.

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