Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Genussmittel, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Genussmittels · Nominativ Plural: Genussmittel
Aussprache 
Worttrennung Ge-nuss-mit-tel
Wortzerlegung Genuss Mittel
Ungültige Schreibung Genußmittel
Rechtschreibregeln § 2, § 25 (E1)
Wortbildung  mit ›Genussmittel‹ als Erstglied: Genussmittelindustrie
eWDG

Bedeutung

Produkt, das unabhängig von seinem Nährwert wegen seiner anregenden geschmacklichen Eigenschaften genossen wird
Beispiele:
die Ausfuhr von Genussmitteln
besteuerte Genussmittel
Gewürze, alkoholische und koffeinhaltige Getränke sowie Tabakwaren gehören zu den Genussmitteln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Genuß · genüßlich · Genußmittel · Genußsucht · genußsüchtig
Genuß m. ‘was Freude, Wohlbehagen, tiefe Befriedigung bereitet’, enger (nur im Sing., den Vorgang bezeichnend) ‘Nahrungsaufnahme’ Das vom Verb genießen (s. d.) abgeleitete Abstraktum mhd. genuʒ (13. Jh.?, Hs. aber 15. Jh., vgl. außerdem mnd. genüt, genütte ‘Nutzung, Vorteil’, spätmnl. ghenot ‘Ertrag, Vorteil, Gewinn’), tritt seit Anfang des 17. Jhs. an die Stelle des älteren Deverbativums mhd. genieʒ, nhd. Genieß (dieses ist im 18. Jh. noch lebendig, daneben um 1700 Genüß, wohl durch Vermischung beider Lautungen), zunächst in dessen Bedeutung ‘Nutznießung, Nutzen, Gewinn’, die die Wendung in den Genuß einer Sache kommen ‘Gelegenheit bekommen, über eine Sache zum eigenen Vorteil, Nutzen zu verfügen’ bis heute bewahrt. Der moderne Gebrauch setzt im 18. Jh. ein. – genüßlich Adj. ‘einen Genuß bewußt auskostend, genießerisch’, seltener (nur attributiv) ‘Genuß gewährend, behaglich’, neben semantisch abweichendem genießlich ‘vorteilhaft, genießbar, gewinnsüchtig’ (16. bis 20. Jh.) seit dem 17. Jh. vereinzelt bezeugt, auch noch Anfang des 20. Jhs. kaum geläufig. Genußmittel n. ‘wegen seiner anregenden Wirkung oder bestimmter geschmacklicher Eigenschaften geschätztes Produkt’ (Anfang 19. Jh.); vorher in gleichem Sinne Genießmittel (18. Jh.), auch Genosmittel (Schottel 1663). Genußsucht f. ‘übersteigertes Streben nach Genüssen’, dazu genußsüchtig Adj. beide als Neubildungen bei Campe (1808) verzeichnet; älter ist genießsüchtig ‘eigennützig, gewinnsüchtig’ (16. Jh., von Genieß, s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Genussmittel · Stimulans  ●  Stimulanzien  Plural
Unterbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Genussmittel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›Genussmittel‹ und ›Genußmittel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Genussmittel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für den einen ist Bier lediglich ein durststillendes Getränk, für den anderen ein Genußmittel. [Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 116]
Wie entzieht man einem Genussmittel das Mittel, nicht aber den Genuss? [Die Zeit, 29.05.2012, Nr. 22]
Der Kaffee ist auf dem Wege, aus einem Genußmittel zu einem Mittel des täglichen Bedarfs zu werden. [Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 130]
Wein ist ein Genußmittel und sollte auch als solches gebraucht werden. [Die Welt, 12.11.2005]
Nach durchzechten Nächten und Missbrauch von anderen Genussmitteln bekommt man ja kaum etwas anderes runter. [Der Tagesspiegel, 02.05.2003]
Zitationshilfe
„Genussmittel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Genussmittel>.

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