Genusssucht, die

Alternative Schreibung Genuss-Sucht
Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Genusssucht · Nominativ Plural: Genusssüchte
Worttrennung Ge-nuss-sucht ● Ge-nuss-Sucht
Wortzerlegung Genuss Sucht
Ungültige Schreibung Genußsucht
Rechtschreibregeln § 2, § 25 (E1), § 45 (4)
eWDG und DWDS

Bedeutung

Sucht nach Genuss, Befriedigung
Beispiele:
Die Zähne des Menschen sind für das Zermahlen von Getreide und anderer pflanzlicher Kost prädestiniert; es besteht also keinerlei Anlass außer dem der Genuss-Sucht, sie in Rumpsteak und Hummer, in Bistecca alla Romana und Perlhuhnbrüste zu schlagen. [Berliner Zeitung, 30.09.2000] DWDS
Den Gegenpol zur Genusssucht bildet die scheinheilige Moral der dargestellten Gesellschaft, die durch die Gebote und Verbote der katholischen Kirche geprägt ist. [Neue Zürcher Zeitung, 04.11.2013]DWDS

letzte Änderung:

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Genuß · genüßlich · Genußmittel · Genußsucht · genußsüchtig
Genuß m. ‘was Freude, Wohlbehagen, tiefe Befriedigung bereitet’, enger (nur im Sing., den Vorgang bezeichnend) ‘Nahrungsaufnahme’ Das vom Verb genießen (s. d.) abgeleitete Abstraktum mhd. genuʒ (13. Jh.?, Hs. aber 15. Jh., vgl. außerdem mnd. genüt, genütte ‘Nutzung, Vorteil’, spätmnl. ghenot ‘Ertrag, Vorteil, Gewinn’), tritt seit Anfang des 17. Jhs. an die Stelle des älteren Deverbativums mhd. genieʒ, nhd. Genieß (dieses ist im 18. Jh. noch lebendig, daneben um 1700 Genüß, wohl durch Vermischung beider Lautungen), zunächst in dessen Bedeutung ‘Nutznießung, Nutzen, Gewinn’, die die Wendung in den Genuß einer Sache kommen ‘Gelegenheit bekommen, über eine Sache zum eigenen Vorteil, Nutzen zu verfügen’ bis heute bewahrt. Der moderne Gebrauch setzt im 18. Jh. ein. genüßlich Adj. ‘einen Genuß bewußt auskostend, genießerisch’, seltener (nur attributiv) ‘Genuß gewährend, behaglich’, neben semantisch abweichendem genießlich ‘vorteilhaft, genießbar, gewinnsüchtig’ (16. bis 20. Jh.) seit dem 17. Jh. vereinzelt bezeugt, auch noch Anfang des 20. Jhs. kaum geläufig. Genußmittel n. ‘wegen seiner anregenden Wirkung oder bestimmter geschmacklicher Eigenschaften geschätztes Produkt’ (Anfang 19. Jh.); vorher in gleichem Sinne Genießmittel (18. Jh.), auch Genosmittel (Schottel 1663). Genußsucht f. ‘übersteigertes Streben nach Genüssen’, dazu genußsüchtig Adj. beide als Neubildungen bei Campe (1808) verzeichnet; älter ist genießsüchtig ‘eigennützig, gewinnsüchtig’ (16. Jh., von Genieß, s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Genusssucht · Hedonismus
Assoziationen
Zitationshilfe
„Genusssucht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Genusssucht>.

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