Geräusch, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Geräusch(e)s · Nominativ Plural: Geräusche
Aussprache 
Worttrennung Ge-räusch
eWDG

Bedeutung

unregelmäßiges Gemisch aus einer großen Anzahl von Tönen wechselnder Höhe und Stärke
Beispiele:
ein leises, lautes, dumpfes, gedämpftes, monotones, eigenartiges, verdächtiges, unheimliches Geräusch
ein Geräusch hören, vernehmen
jedes Geräusch vermeiden
ohne Geräusch arbeiten
ein Geräusch verursachen
Durch das offene Fenster kamen schon morgendliche Geräusche [ BöllHaus109]
Lärm
Beispiele:
das macht soviel Geräusch
traten die Junker Wulf und Kurt mit großem Geräusch ins Zimmer [ StormAquis submersus3,218]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geräusch1 · geräuschlos · geräuschvoll · Geräusch2
Geräusch1 n. ‘aus Tönen wechselnder Höhe, Stärke und Klangfarbe zusammengesetzter Schall’, mhd. geriusche, (md.) gerūsche, frühnhd. Geräusch(e), Gerausch ‘Lärm, Getöse’, mnd. gerūsche, nl. geruis ‘Rauschen’. Das zu dem bei rauschen (s. d.) dargestellten westgerm. Verb gebildete, im Hd. aber seine Bedeutung erweiternde Substantiv wird nhd. in der umgelauteten Form Geräusch(e) üblich, wobei das schon im Frühnhd. häufig fehlende Suffix -e im 18. Jh. völlig schwindet. Dagegen ist umlautloses Gerausche seit dem 17. Jh. als unmittelbar zum Verb rauschen gehörende Vorgangsbezeichnung in Gebrauch. Zu Geräusch stellen sich die Adjektive geräuschlos ‘still, lautlos’ und geräuschvoll ‘laut’ (beide 18. Jh.). Etymologisch hiervon zu trennen ist das in der Jägersprache vorkommende Geräusch2 n. (ohne Plur.) ‘Herz, Lunge, Nieren und Leber des Schalenwildes’ (älter überhaupt ‘Eingeweide’, 16. Jh.), das wie frühnhd. ingereusch (15. Jh.), mnd. rūsch, nd. Rüsch ‘Eingeweide’ wohl an die Wurzel ie. *reu-, *reu̯ə- ‘aufreißen, aufwühlen, ausreißen’ (s. auch Raub, raufen, Riemen1, roden) angeschlossen werden kann; vgl. Kaspers in: PBB (H) 80 (1958) 174 ff.

Typische Verbindungen zu ›Geräusch‹ (berechnet)

Bohrer Motors Preßlufthammer Spülung dringen dumpf ertönen erzeugen hören klatschend knackend knirschend kratzend lauschen laut lauten merkwürdig metallisch quietschend schabend schleifend schmatzend seltsam stören störend surrend verdächtig vernehmen zischend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geräusch‹.

Verwendungsbeispiele für ›Geräusch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und jetzt merke ich, daß ich unwillkürlich nach diesen Bildern suche, den einzelnen Geräuschen hinter dem Klang. [Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 6]
Er hätte geschworen, ein Geräusch gehört zu haben, das er nicht einordnen konnte. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 168]
Doch zucken seine Flügel nervös bei jedem Geräusch, bei jeder Bewegung in seiner Umgebung. [Mach, Ernst: Erkenntnis und Irrtum. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1905], S. 9630]
Der Wind fächelt Sand über das Pflaster, ein leises Rieseln, das einzige Geräusch. [Die Zeit, 17.09.1998, Nr. 39]
Während man noch versucht, seine Wahrnehmungen zu koordinieren, hört man altbekannte Geräusche wie zum ersten Mal. [Die Zeit, 25.06.1998, Nr. 27]
Zitationshilfe
„Geräusch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ger%C3%A4usch#1>.

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Geräusch, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Geräusch(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ge-räusch
eWDG

Bedeutung

Jägersprache Herz, Lunge, Nieren und Leber des Schalenwildes
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geräusch1 · geräuschlos · geräuschvoll · Geräusch2
Geräusch1 n. ‘aus Tönen wechselnder Höhe, Stärke und Klangfarbe zusammengesetzter Schall’, mhd. geriusche, (md.) gerūsche, frühnhd. Geräusch(e), Gerausch ‘Lärm, Getöse’, mnd. gerūsche, nl. geruis ‘Rauschen’. Das zu dem bei rauschen (s. d.) dargestellten westgerm. Verb gebildete, im Hd. aber seine Bedeutung erweiternde Substantiv wird nhd. in der umgelauteten Form Geräusch(e) üblich, wobei das schon im Frühnhd. häufig fehlende Suffix -e im 18. Jh. völlig schwindet. Dagegen ist umlautloses Gerausche seit dem 17. Jh. als unmittelbar zum Verb rauschen gehörende Vorgangsbezeichnung in Gebrauch. Zu Geräusch stellen sich die Adjektive geräuschlos ‘still, lautlos’ und geräuschvoll ‘laut’ (beide 18. Jh.). Etymologisch hiervon zu trennen ist das in der Jägersprache vorkommende Geräusch2 n. (ohne Plur.) ‘Herz, Lunge, Nieren und Leber des Schalenwildes’ (älter überhaupt ‘Eingeweide’, 16. Jh.), das wie frühnhd. ingereusch (15. Jh.), mnd. rūsch, nd. Rüsch ‘Eingeweide’ wohl an die Wurzel ie. *reu-, *reu̯ə- ‘aufreißen, aufwühlen, ausreißen’ (s. auch Raub, raufen, Riemen1, roden) angeschlossen werden kann; vgl. Kaspers in: PBB (H) 80 (1958) 174 ff.

Typische Verbindungen zu ›Geräusch‹ (berechnet)

Bohrer Motors Preßlufthammer Spülung dringen dumpf ertönen erzeugen hören klatschend knackend knirschend kratzend lauschen laut lauten merkwürdig metallisch quietschend schabend schleifend schmatzend seltsam stören störend surrend verdächtig vernehmen zischend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geräusch‹.

Verwendungsbeispiele für ›Geräusch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und jetzt merke ich, daß ich unwillkürlich nach diesen Bildern suche, den einzelnen Geräuschen hinter dem Klang. [Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 6]
Er hätte geschworen, ein Geräusch gehört zu haben, das er nicht einordnen konnte. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 168]
Doch zucken seine Flügel nervös bei jedem Geräusch, bei jeder Bewegung in seiner Umgebung. [Mach, Ernst: Erkenntnis und Irrtum. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1905], S. 9630]
Der Wind fächelt Sand über das Pflaster, ein leises Rieseln, das einzige Geräusch. [Die Zeit, 17.09.1998, Nr. 39]
Während man noch versucht, seine Wahrnehmungen zu koordinieren, hört man altbekannte Geräusche wie zum ersten Mal. [Die Zeit, 25.06.1998, Nr. 27]
Zitationshilfe
„Geräusch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ger%C3%A4usch#2>.

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