Gerümpel, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gerümpels · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGe-rüm-pel
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend altes, abgenutztes Gerät, wertloses Zeug
Beispiele:
der Keller, Boden steht voll Gerümpel, ist mit Gerümpel vollgestopft, angefüllt
etw. unter altem, staubigem Gerümpel finden, ausgraben
übertragen
Beispiel:
das Gerümpel nationaler Vorurteile, das sich zwischen uns aufgetürmt hatte [HagelstangeSpielball225]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gerümpel · Gerumpel · entrümpeln
Gerümpel n. ‘unbrauchbarer alter Hausrat’. Das Verbalabstraktum mhd. gerumpel, gerümpel ‘Getöse, Gepolter’ (s. ↗rumpeln) entwickelt im 16. Jh. die Bedeutung ‘alter Hausrat’ (wohl ‘was mit Gepolter zusammenbricht’). Parallel dazu läuft eine lautliche Trennung in Gerumpel n. ‘polternder Lärm’ und Gerümpel ‘alter Kram, wertloses Zeug’, das die Neubildung entrümpeln Vb. (20. Jh.) veranlaßt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gerümpel · ↗Klüngel · ↗Kram  ●  ↗(wertloses) Zeug  Hauptform · ↗Klumpert  österr. · Driss  ugs., kölsch · ↗Firlefanz  ugs. · ↗Gedöns  ugs., norddeutsch · ↗Gelumpe  ugs. · ↗Geraffel  ugs. · Gesumsel  ugs. · Glump  ugs., mitteldeutsch, süddt., bair. · ↗Glumpert  ugs., bair., österr. · Graffel  ugs., österr., bair. · Grusch  ugs. · ↗Kladderadatsch  ugs. · ↗Klimbim  ugs. · Kramuri  ugs., österr. · ↗Krempel  ugs., Hauptform · ↗Krimskrams  ugs. · Krusch(t)  ugs. · ↗Müll  derb · ↗Nippes  ugs. · ↗Plunder  ugs. · Plörren  ugs., ruhrdt. · ↗Ramsch  ugs. · ↗Schnickschnack  ugs. · ↗Schrott  derb, abwertend · ↗Tand  geh., veraltet · ↗Tinnef  ugs. · ↗Trödel  ugs. · ↗Zeugs  ugs., abwertend · ↗Zinnober  ugs.
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alltag Barrikade Bauschutt Berg Brand Brett Dachboden Flamme Hausrat Hinterhof Hof Keller Kiste Müll Schrott Schutt Staub abgestellt anzünden befreien brennen entfernen herumliegen herumliegend lagern sonstig stapeln türmen verstecken wertlos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gerümpel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im weltweiten Netz ist allein auf politischem Gebiet schon jetzt allerhand Gerümpel enthalten.
Die Welt, 14.07.2000
Hier gibt es nur winzige einstöckige Gebäude, auf den kleinen Höfen stapeln sich alle Arten von Gerümpel.
Der Tagesspiegel, 08.02.1997
Der vordere Raum unten steht voll Gerümpel und kann auch nicht benutzt werden.
o. A.[Autorenkollektiv am Psychologischen Institut der Freien Universität Berlin]: Sozialistische Projektarbeit im Berliner Schülerladen Rote Freiheit. Frankfurt: Fischer Bücherei 1971, S. 317
Er weiß nicht, was er mit dem häßlichen Gerümpel anfangen soll, und verfällt dann oft auf sonderbare Ideen.
Schalcher, Traugott: Die Reklame der Straße, Wien: C. Barth 1927, S. 105
Jetzt hockte er droben auf dem wackligen Gerümpel, dicht unter der Kellerdecke.
Matthiessen, Wilhelm: Das Mondschiff. In: ders., Das Rote U, Bayreuth: Loewes 1980 [1949], S. 271
Zitationshilfe
„Gerümpel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gerümpel>, abgerufen am 19.11.2019.

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