Geratewohl, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungGe-ra-te-wohl (computergeneriert)
WortzerlegunggeratenWohl
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich aufs Geratewohlauf gut Glück
Beispiele:
etw. aufs Geratewohl versuchen, unternehmen, tun
aufs Geratewohl weiterfahren, weitergehen
eine Richtung aufs Geratewohl einschlagen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

geraten · Geratewohl · entraten
geraten Vb. ‘gelingen, gedeihen, sich entwickeln’ und ‘(an einen Ort) gelangen, (in eine Situation, einen bestimmten Zustand) kommen’, ahd. girātan ‘beraten, beschließen’ (um 800), mhd. gerāten ‘raten, anordnen, gelingen, gedeihen, wohin gelangen, anfangen, entbehren’, asächs. girādan ‘verschaffen, ausführen, bewirken’, mnd. gerāden ‘zu etw. kommen, wohin geraten, anraten, gedeihen’, got. garēdan ‘Vorsorge treffen’. Die Präfixbildung, zunächst nur nachdrücklichere Variante des unter ↗raten (s. d.) behandelten Verbs, zeigt seit dem Mhd. und Mnd. die heutigen Verwendungsweisen, die sich vielleicht an die für mhd. gerāten vereinzelt bezeugte Bedeutung ‘treffen’ (vgl. mhd. rāten ‘erraten, das Richtige treffen’) anschließen lassen. Im Sinne von ‘entbehren’ (mhd. und frühnhd. geläufig, nach mhd. rāt ‘Entbehrung, Verzicht’, s. ↗Rat) tritt geraten im 17. Jh. literatursprachlich hinter (jetzt ebenfalls unüblichem) entraten zurück. Substantivierung einer imperativischen Wunschformel (vgl. mhd. wol gerāten ‘gut gedeihen’) ist Geratewohl n. (älter auch m.), nur noch lebendig in der Wendung aufs Geratewohl ‘auf gut Glück’ (16. Jh., daneben auf ein Geratewohl bis ins 18. Jh., auf Geratewohl bis ins 19. Jh.). entraten Vb. ‘entbehren, ohne etw. auskommen’, mhd. entrāten.

Typische Verbindungen
computergeneriert

aufschlagen losfahren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geratewohl‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hunderttausende, denen das Fernsehen eine lockende unbekannte Welt vorführt, ziehen aufs Geratewohl in die Stadt.
Die Zeit, 07.04.1961, Nr. 15
Wogegen nun gerade die sogenannten gewachsenen Städte der vorkapitalistischen Zeit auf Grund der noch geregelteren Produktionsweise keineswegs aufs Geratewohl entstanden sind.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 2, Berlin: Aufbau-Verl. 1955, S. 304
Ihre wenigen Habseligkeiten waren hier und dort aufs Geratewohl verteilt.
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 960
Ich stahl mich aus der Stadt heraus und folgte aufs Geratewohl der Landstraße in nördlicher Richtung.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8771
Aufs Geratewohl zog er Süßigkeiten und Knabbergebäck aus den Regalen.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 206
Zitationshilfe
„Geratewohl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geratewohl>, abgerufen am 21.08.2019.

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