Gereiztheit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gereiztheit · Nominativ Plural: Gereiztheiten
Aussprache  [gəˈʀaɪ̯ʦthaɪ̯t]
Worttrennung Ge-reizt-heit
Wortzerlegung gereizt -heit
eWDG

Bedeutung

gereizte Stimmung
Beispiele:
er war in einem Zustand nervöser, ständiger Gereiztheit
an den Abenden brach ihre unterdrückte Gereiztheit oft aus [ BöllHaus104]
so ging es auch hier nicht ohne Gereiztheiten und Zänkereien ab [ Bergengr.Rittmeisterin262]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reizen · gereizt · Gereiztheit · reizend · Reiz · reizbar · Reizbarkeit
reizen Vb. ‘in Erregung versetzen, herausfordern, schädlich auf einen Organismus einwirken’, ahd. reiʒen ‘anregen, verletzen’ (um 1000), reiʒōn ‘kratzen, ritzen’ (Hs. 11./12. Jh.), mhd. reiʒen, reizen ‘(an)reizen, antreiben, (ver)locken, anregen, (sich) erregen, verlangen’, mnd. rei(t)zen ‘anreizen, antreiben’, anord. reita ‘reizen, aufhetzen’ sind im Sinne von ‘reißen machen’ (übertragen ‘machen, daß jmd. aus sich herausgeht’) Kausativa zu dem unter reißen (s. d.) behandelten Verb. Zum Wechsel von Spirans und Affrikata s. beizen. gereizt Part.adj. ‘empfindlich, erregt, nervlich angespannt’ (18. Jh.); Gereiztheit f. (Mitte 19. Jh.). reizend Part.adj. ‘verführerisch, erregend’ (1. Hälfte 15. Jh.), ‘anmutig, Wohlgefallen erweckend’ (18. Jh.), vgl. liebreizend (17. Jh.). Reiz m. ‘Einwirkung auf Psyche und Sinnesorgane, verlockende Wirkung, Anmut, Schönheit’ (18. Jh.); vgl. älteres Anreiz (Ende 15. Jh.), Liebreiz (Mitte 17. Jh.), ferner Lach-, Nies-, Husten-, Brechreiz. reizbar Adj. ‘leicht erregbar, nervös’, Reizbarkeit f. (beide 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufgebrachtheit · Aufgebrachtsein · Aufgeregtheit · Aufregung · Echauffiertheit · Echauffierung · Empörtheit · Entrüstung · Erbostheit · Feindseligkeit · Furor · Gereiztheit · Indignation · Jähzorn · Rage · Raserei · Stinkwut · Verärgerung · Wut · Wut im Bauch · Wüterei · Zorn · heiliger Zorn · Ärger  ●  Empörung  Hauptform · Ingrimm  veraltend · Gefrett  ugs., österr., süddt. · Gfrett  ugs., österr., süddt. · Scheißwut  derb · böses Blut  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (die) Gemüter erregen · (ein) Aufreger sein · (einen) Sturm der Entrüstung auslösen · Kreise ziehen · Wirbel machen · die Wellen der Empörung schlagen hoch · für Aufregung sorgen · hohe Wellen schlagen  ●  Wind machen  fig. · (die) Gemüter erhitzen  ugs. · (die) Nerven liegen blank  ugs. · (jemandes) Blut in Wallung bringen  ugs. · einschlagen wie eine Bombe  ugs.
  • Aufruhr · Volkszorn · allgemeine Empörung

Typische Verbindungen zu ›Gereiztheit‹ (berechnet)

ewig gewiß grosse nervös wachsend zunehmend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gereiztheit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gereiztheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zur allgemeinen Gereiztheit kam also auch noch die ständige Übermüdung hinzu. [Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 316]
Über wiederholte Gereiztheiten gegenüber Kohl hat er sich nicht hinausgewagt. [Die Zeit, 05.03.1998, Nr. 11]
Eine Musik, die keine Melodie hat, ruft nichts hervor außer Gereiztheit. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1963]]
Er verbirgt nicht seine Gereiztheit bei jeder Szene, in der er kritisch dargestellt wird. [Die Welt, 22.08.2003]
Zeichen der Gereiztheit, so viel steht fest, häufen sich bei ihm. [Die Welt, 18.11.1999]
Zitationshilfe
„Gereiztheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gereiztheit>.

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