Geringfügigkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungGe-ring-fü-gig-keit (computergeneriert)
Wortzerlegunggeringfügig-keit
eWDG, 1967

Bedeutung

Beispiele:
das Verfahren wurde wegen Geringfügigkeit eingestellt
Mit Rücksicht auf die Geringfügigkeit der mir zur Verfügung stehenden Mittel [DöblinAlexanderpl.96]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gering · geringfügig · Geringfügigkeit · geringschätzig · Geringschätzung · geringschätzen
gering Adj. ‘klein, unbedeutend, niedrig, minderwertig, wenig geachtet’, ahd. ringi Adj. ‘leicht’, giringo Adv. ‘auf leicht faßliche Weise’ (9. Jh.; vgl. ahd. ungiringi Adj. ‘gewichtig, inhaltsschwer’, 9. Jh.), mhd. ring(e), geringe ‘leicht, schnell bereit, behende, klein, wenig, unbedeutend’ (die unpräfigierte Form hält sich noch bis ins 17. Jh.), mnd. (ge)ringe Adj. Adv. ‘leicht, klein, wenig, unbedeutend, wertlos’ (adverbiell auch ‘behende, schnell, sofort’), mnl. gheringhe Adj. Adv. ‘leicht, schnell, rasch’, nl. gering Adj. ‘gering, niedrig, unbedeutend’, afries. ring Adv. ‘schnell, schleunig’. Für die nur dem Kontinentalwestgerm. angehörende Bildung *rengja- (schwed. ringa, dän. ringe ‘gering, geringfügig, wenig’ sind aus dem Mnd. entlehnt) fehlt eine sichere etymologische Herleitung. Da als älteste Bedeutungen ‘leicht an Gewicht’ und ‘behende, schnell’ bezeugt sind, während sich die modernen Verwendungen erst seit dem Hochmittelalter entwickeln, wird Verwandtschaft mit griech. rhímpha (ῥίμφα) ‘leicht, geschwind, schnell’, rhimphaléos (ῥιμφαλέος) ‘schnell, geschwind’ vermutet. Ein Zusammenhang mit ↗wringen (s. d.) ist unwahrscheinlich; vgl. de Vries Nl. 198 und Walde/Pokorny 2, 373. geringfügig Adj. ‘klein, unbedeutend’ (Ende 16. Jh.), weitergebildet vom gleichbed. Adjektiv frühnhd. geringfüge (16. Jh.), dessen zweites Glied auf mhd. vüege ‘angemessen, passend’ zurückgeht (s. ↗fügen); dazu Geringfügigkeit f. ‘Kleinheit, Unbedeutendheit’ (17. Jh.), dann auch (häufig im Plur.) ‘Kleinigkeit, unbedeutende Sache’ (18. Jh.). geringschätzig Adj. ‘verächtlich’ (Anfang 16. Jh.), zuvor bereits ‘wenig geschätzt, unbedeutend, von geringem Wert’ (15. bis 18. Jh.), Geringschätzung f. ‘Verachtung’ (Ende 15. Jh.), beide im Anschluß an die Fügung frühnhd. (ge)ring schätzen, die in jüngerer Zeit meist als Zusammenrückung geringschätzen Vb. ‘wenig schätzen’ erscheint (so schon ringschetzen, 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bagatelle · ↗Banalität · ↗Belanglosigkeit · Geringfügigkeit · ↗Kleinigkeit · ↗Lappalie · ↗Nebensache · ↗Nebensächlichkeit · ↗Nichtigkeit · ↗Petitesse · Unwichtiges · ↗Unwichtigkeit · keine große Geschichte · keine große Sache  ●  Sturm im Wasserglas  fig. · ↗Fliegenschiss  derb, fig. · ↗Kiki  ugs. · ↗Kinkerlitzchen  ugs. · ↗Kleckerkram  ugs. · Kleinkleckerkram  ugs. · ↗Kleinkram  ugs. · ↗Marginalie  geh. · ↗Peanuts  ugs., engl. · ↗Pillepalle  ugs. · ↗Pipifax  ugs. · ↗Quisquilien (Plur., lat.)  geh. · Schnullibulli  ugs. · Tüddelkram  ugs., norddeutsch, variabel
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Betrag Einstellung Ermittlung Schuld Verfahren Vergehen angeblich einstellen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geringfügigkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die tatsächliche Geringfügigkeit seiner Wirkungen verdeckte seinen funktionellen Charakter überhaupt.
Simmel, Georg: Philosophie des Geldes. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1900], S. 15071
Sie stellte das Verfahren schließlich wegen Geringfügigkeit und mangels öffentlichen Interesses ein.
Die Zeit, 12.04.1968, Nr. 15
Dann solle das Verfahren am Ende wegen Geringfügigkeit eingestellt werden.
Der Spiegel, 14.04.1986
Natürlich war wieder die Geringfügigkeit meiner Mittel ein arges Hindernis.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Der Platz, den sie einnahmen, stand im Widerspruch zu der Geringfügigkeit ihrer Bedeutung.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 63
Zitationshilfe
„Geringfügigkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geringfügigkeit>, abgerufen am 20.02.2019.

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