Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Geringfügigkeit, die

Grammatik Substantiv (Femininum)
Aussprache 
Worttrennung Ge-ring-fü-gig-keit
Wortzerlegung geringfügig -keit
eWDG

Bedeutung

Beispiele:
das Verfahren wurde wegen Geringfügigkeit eingestellt
Mit Rücksicht auf die Geringfügigkeit der mir zur Verfügung stehenden Mittel [ DöblinAlexanderpl.96]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gering · geringfügig · Geringfügigkeit · geringschätzig · Geringschätzung · geringschätzen
gering Adj. ‘klein, unbedeutend, niedrig, minderwertig, wenig geachtet’, ahd. ringi Adj. ‘leicht’, giringo Adv. ‘auf leicht faßliche Weise’ (9. Jh.; vgl. ahd. ungiringi Adj. ‘gewichtig, inhaltsschwer’, 9. Jh.), mhd. ring(e), geringe ‘leicht, schnell bereit, behende, klein, wenig, unbedeutend’ (die unpräfigierte Form hält sich noch bis ins 17. Jh.), mnd. (ge)ringe Adj. Adv. ‘leicht, klein, wenig, unbedeutend, wertlos’ (adverbiell auch ‘behende, schnell, sofort’), mnl. gheringhe Adj. Adv. ‘leicht, schnell, rasch’, nl. gering Adj. ‘gering, niedrig, unbedeutend’, afries. ring Adv. ‘schnell, schleunig’. Für die nur dem Kontinentalwestgerm. angehörende Bildung *rengja- (schwed. ringa, dän. ringe ‘gering, geringfügig, wenig’ sind aus dem Mnd. entlehnt) fehlt eine sichere etymologische Herleitung. Da als älteste Bedeutungen ‘leicht an Gewicht’ und ‘behende, schnell’ bezeugt sind, während sich die modernen Verwendungen erst seit dem Hochmittelalter entwickeln, wird Verwandtschaft mit griech. rhímpha (ῥίμφα) ‘leicht, geschwind, schnell’, rhimphaléos (ῥιμφαλέος) ‘schnell, geschwind’ vermutet. Ein Zusammenhang mit wringen (s. d.) ist unwahrscheinlich; vgl. de Vries Nl. 198 und Walde/Pokorny 2, 373. geringfügig Adj. ‘klein, unbedeutend’ (Ende 16. Jh.), weitergebildet vom gleichbed. Adjektiv frühnhd. geringfüge (16. Jh.), dessen zweites Glied auf mhd. vüege ‘angemessen, passend’ zurückgeht (s. fügen); dazu Geringfügigkeit f. ‘Kleinheit, Unbedeutendheit’ (17. Jh.), dann auch (häufig im Plur.) ‘Kleinigkeit, unbedeutende Sache’ (18. Jh.). geringschätzig Adj. ‘verächtlich’ (Anfang 16. Jh.), zuvor bereits ‘wenig geschätzt, unbedeutend, von geringem Wert’ (15. bis 18. Jh.), Geringschätzung f. ‘Verachtung’ (Ende 15. Jh.), beide im Anschluß an die Fügung frühnhd. (ge)ring schätzen, die in jüngerer Zeit meist als Zusammenrückung geringschätzen Vb. ‘wenig schätzen’ erscheint (so schon ringschetzen, 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bagatelle · Banalität · Belanglosigkeit · Geringfügigkeit · Kleinigkeit · Nebensache · Nebensächlichkeit · Nichtigkeit · Pappenstiel · Unwichtiges · Unwichtigkeit · keine große Geschichte · keine große Sache · unwichtige Sache  ●  Sturm im Wasserglas  fig. · Fliegenschiss  derb, fig. · Kiki  ugs. · Kinkerlitzchen  ugs. · Kleckerkram  ugs. · Kleinkleckerkram  ugs. · Kleinkram  ugs. · Lappalie  ugs., latinisiert, Studentensprache · Marginalie  geh. · Peanuts  ugs., engl. · Petitesse  geh., franz. · Pillepalle  ugs. · Pipifax  ugs. · Quisquilien (Plur., lat.)  geh. · Schnullibulli  ugs. · Tüddelkram  ugs., norddeutsch, variabel
Assoziationen
Synonymgruppe
Geringfügigkeit · Wimpernschlag · Winzigkeit · geringe Differenz · kleiner Unterschied  ●  Kleinigkeit  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Geringfügigkeit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geringfügigkeit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Geringfügigkeit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die tatsächliche Geringfügigkeit seiner Wirkungen verdeckte seinen funktionellen Charakter überhaupt. [Simmel, Georg: Philosophie des Geldes. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1900], S. 15071]
Sie stellte das Verfahren schließlich wegen Geringfügigkeit und mangels öffentlichen Interesses ein. [Die Zeit, 12.04.1968, Nr. 15]
Dann solle das Verfahren am Ende wegen Geringfügigkeit eingestellt werden. [Der Spiegel, 14.04.1986]
Als er nicht bezahlte, wurde das Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt. [Süddeutsche Zeitung, 21.04.1995]
Ich rechne damit, dass das Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt wird. [Süddeutsche Zeitung, 30.01.2003]
Zitationshilfe
„Geringfügigkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geringf%C3%BCgigkeit>.

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