Geringschätzung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Geringschätzung · Nominativ Plural: Geringschätzungen
Aussprache 
Worttrennung Ge-ring-schät-zung
Wortzerlegung geringschätzen -ung
eWDG

Bedeutung

Verachtung
Beispiele:
jmdn. mit Geringschätzung behandeln
von jmdm. mit Geringschätzung sprechen
sich über etw. mit Geringschätzung äußern
seine Geringschätzung zum Ausdruck bringen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gering · geringfügig · Geringfügigkeit · geringschätzig · Geringschätzung · geringschätzen
gering Adj. ‘klein, unbedeutend, niedrig, minderwertig, wenig geachtet’, ahd. ringi Adj. ‘leicht’, giringo Adv. ‘auf leicht faßliche Weise’ (9. Jh.; vgl. ahd. ungiringi Adj. ‘gewichtig, inhaltsschwer’, 9. Jh.), mhd. ring(e), geringe ‘leicht, schnell bereit, behende, klein, wenig, unbedeutend’ (die unpräfigierte Form hält sich noch bis ins 17. Jh.), mnd. (ge)ringe Adj. Adv. ‘leicht, klein, wenig, unbedeutend, wertlos’ (adverbiell auch ‘behende, schnell, sofort’), mnl. gheringhe Adj. Adv. ‘leicht, schnell, rasch’, nl. gering Adj. ‘gering, niedrig, unbedeutend’, afries. ring Adv. ‘schnell, schleunig’. Für die nur dem Kontinentalwestgerm. angehörende Bildung *rengja- (schwed. ringa, dän. ringe ‘gering, geringfügig, wenig’ sind aus dem Mnd. entlehnt) fehlt eine sichere etymologische Herleitung. Da als älteste Bedeutungen ‘leicht an Gewicht’ und ‘behende, schnell’ bezeugt sind, während sich die modernen Verwendungen erst seit dem Hochmittelalter entwickeln, wird Verwandtschaft mit griech. rhímpha (ῥίμφα) ‘leicht, geschwind, schnell’, rhimphaléos (ῥιμφαλέος) ‘schnell, geschwind’ vermutet. Ein Zusammenhang mit wringen (s. d.) ist unwahrscheinlich; vgl. de Vries Nl. 198 und Walde/Pokorny 2, 373. geringfügig Adj. ‘klein, unbedeutend’ (Ende 16. Jh.), weitergebildet vom gleichbed. Adjektiv frühnhd. geringfüge (16. Jh.), dessen zweites Glied auf mhd. vüege ‘angemessen, passend’ zurückgeht (s. fügen); dazu Geringfügigkeit f. ‘Kleinheit, Unbedeutendheit’ (17. Jh.), dann auch (häufig im Plur.) ‘Kleinigkeit, unbedeutende Sache’ (18. Jh.). geringschätzig Adj. ‘verächtlich’ (Anfang 16. Jh.), zuvor bereits ‘wenig geschätzt, unbedeutend, von geringem Wert’ (15. bis 18. Jh.), Geringschätzung f. ‘Verachtung’ (Ende 15. Jh.), beide im Anschluß an die Fügung frühnhd. (ge)ring schätzen, die in jüngerer Zeit meist als Zusammenrückung geringschätzen Vb. ‘wenig schätzen’ erscheint (so schon ringschetzen, 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Geringschätzung · Herablassung · Menschenverachtung · Verachtung · Zynismus
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Geringschätzung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geringschätzung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Geringschätzung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es drückt zugleich auch die Geringschätzung vor dem Stand der Wirte aus. [Röhrich, Lutz: Wirt. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 6844]
So viel Geringschätzung über viele Jahre würde ein Mann schwerer aushalten. [Die Zeit, 09.09.2013, Nr. 36]
Auch in der arabischen Kultur gibt es eine Geringschätzung der linken Hand. [Die Zeit, 18.06.2012, Nr. 25]
Was ihr aber zu denken gibt, ist die offenkundige Geringschätzung, die ihr entgegen gebracht wird. [Die Zeit, 17.01.2011, Nr. 03]
Auch anderen sitzt die Geringschätzung von gestern noch in den Knochen. [Die Zeit, 18.10.2010, Nr. 42]
Zitationshilfe
„Geringschätzung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geringsch%C3%A4tzung>.

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