Gerippe, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gerippes · Nominativ Plural: Gerippe
Aussprache
WorttrennungGe-rip-pe
formal verwandt mitRippe
Wortbildung mit ›Gerippe‹ als Letztglied: ↗Knochengerippe · ↗Pferdegerippe · ↗Schiffsgerippe · ↗Totengerippe
eWDG, 1967

Bedeutung

Knochengerüst, Skelett
Beispiele:
das Gerippe eines Menschen, Pferdes, Mammuts
das menschliche Gerippe
salopp sie sieht aus wie ein wandelndes Gerippe, ist nur noch ein dürres, mageres Gerippe (= sie ist sehr mager)
bildlich
Beispiel:
das Gerippe eines Schiffes
übertragen
Beispiel:
das Gerippe (= Gerüst) des Dramas, Aufsatzes
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rippe · Gerippe · Rippenspeer
Rippe f. einer der gebogenen Knochen, die den Brustkorb von Menschen und Wirbeltieren bilden, ahd. ribbi, rippi n. (9. Jh.), ribba, rippa f. (10. Jh.), mhd. rippe, rib(b)e, riebe f. n., asächs. ribbi n., mnd. ribbe, rebbe m. n., mnl. ribbe, rebbe, nl. rib(be), afries. rib, reb m. n., aengl. rib(b), engl. rib, anord. rif, auch ‘Riff’ (s. ↗Riff), schwed. rev führen als j-Ableitungen (germ. *rebja-) mit der ro-Ableitung aslaw. rebro ‘Rippe, Seite’, russ. rebró (ребро) ‘Rippe’ sowie mit griech. eréphein (ἐρέφειν) ‘überdecken, überdachen’ und (ablautend) órophos (ὂροφος) ‘Bedeckung, Dach’ auf eine Wurzel ie. *rebh- ‘überwölben, überdachen’. Die Rippen sind also die Bedeckung der Brusthöhle. Gerippe n. ‘Knochengerüst der Brust, des Körpers, Skelett’ (17. Jh.), gebildet mit kollektivem ↗ge- (s. d.). Rippenspeer m. ‘gepökeltes Rippenstück vom Schwein’, Rippspeer (18. Jh.), mnd. ribbespēr; das Grundwort (s. ↗Speer) bezeichnet zunächst den Bratspieß, auf den das Rippenstück gesteckt wird, danach im Kompositum das Fleisch selbst.

Thesaurus

Synonymgruppe
Außenhaut · Gerippe · ↗Muschel · ↗Schale
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Gebeine · ↗Knochengerüst · ↗Skelett  ●  Gerippe  ugs.
Oberbegriffe
  • Teil eines Lebewesens
Unterbegriffe
Anatomie, Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Gerippe · Grundlage für Soße · ↗Karkasse · ↗Knochengerüst
Synonymgruppe
Anordnung · ↗Aufbau · ↗Beschaffenheit · ↗Form · ↗Geflecht · ↗Gefüge · Gerippe · ↗Gerüst · ↗Konsistenz · ↗Organisation · ↗Qualität · ↗Struktur · ↗Zustand
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beton Dinosaurier Fleisch Gerüst Knochen Palast Skelett Stahl Totenkopf abmagern ausgebrannt bleich dürr eisern grau hohl hölzern kahl klappern menschlich nackt organisatorisch ragen scheußlich starr stählern tanzend tragend verkohlt übrigbleiben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gerippe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von dem einstigen Ort der Arbeit ist nichts übrig geblieben als ein Gerippe.
Der Tagesspiegel, 29.04.2004
Von den ausgebrannten Wagen ist nur noch das Gerippe übriggeblieben.
Bild, 13.03.1999
Es soll eben vorerst hier nur ein Gerippe gegeben werden, hinlänglich, um mit leidlich eindeutig bestimmten Begriffen operieren zu können.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 56
Ich erschrak furchtbar und fiel mit dem Gerippe zusammen um.
Holtz-Baumert, Gerhard: Alfons Zitterbacke, Berlin: Kinderbuchverlag 1981 [1958], S. 31
Aber auch sie verschwinden in den Feldern, bleiben verschollen, sind auffindbar als Gerippe nur noch.
Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 619
Zitationshilfe
„Gerippe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gerippe>, abgerufen am 19.10.2019.

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