Germanistik, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Germanistik · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ger-ma-nis-tik
Herkunft Latein
Wortzerlegung germanistisch-ik
Wortbildung  mit ›Germanistik‹ als Letztglied: ↗Indogermanistik
eWDG, 1967

Bedeutung

Wissenschaft von den germanischen Sprachen und Literaturen, besonders von der deutschen Sprache und Literatur
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Germanist · Germanistik · germanistisch
Germanist m. ‘Lehrer, Forscher auf dem Gebiet der Germanistik’. Die wohl dem Muster von älterem, zunächst allerdings in anderen Verwendungen bezeugtem ↗Romanist (s. d.) folgende Bildung ist seit dem frühen 19. Jh. im juristischen Sprachgebrauch für ‘Vertreter des germanischen Rechts’ üblich. Mit dem Aufblühen der historisch-philologischen Wissenschaft erweitert sich der Anwendungsbereich dieser Bezeichnung. Sie wird auf der ersten „Gelehrten-Versammlung“ der Germanisten 1846 ausdrücklich (durch J. Grimm, der sich auf bereits in entsprechendem Sinne gebräuchliches ↗Slawist, s. d., und auf frz. latiniste ‘Kenner des Lateinischen’ beruft) auch für Erforscher der germanischen Sprachen und Literaturen und der Geschichte der Germanen in Anspruch genommen und gilt seitdem vor allem für die Vertreter der germanischen, in engerem Sinne auch der deutschen Philologie. Die Herkunft des zugrunde liegenden Namens Germanen, der zuerst in der Form lat. Germānī als zusammenfassende Benennung für die Angehörigen der in den letzten Jahrhunderten vor der Zeitenwende nördlich der Alpen und östlich des Rheins ansässigen Stämme auftritt, ist trotz vieler Etymologisierungsversuche ungeklärt; u. a. wird Identität mit dem Adjektiv lat. germānus ‘leiblich, echt, wahr’ oder kelt. Ursprung (vgl. etwa air. gairm ‘Ruf, Schrei’ oder air. gair ‘Nachbar’) erwogen. Germanistik f. ‘Wissenschaft von den germanischen Sprachen und Literaturen’ (2. Hälfte 19. Jh.), bald auch enger (im Unterschied zu ↗Anglistik, s. d., und Nordistik) ‘deutsche Philologie’; germanistisch Adj. ‘in das Gebiet der Germanistik gehörend’, daneben in der Rechtswissenschaft ‘das germanische Recht vertretend’ (1. Hälfte 19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Germanistik‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Germanistik‹.

Verwendungsbeispiele für ›Germanistik‹

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Als Leser kann man das Entstehen einer Wissenschaft, der Germanistik, beobachten.
Süddeutsche Zeitung, 04.12.2002
Vor 800 Jahren lebten deutsche Dichter, deren Verse nur kennt, wer die Chance hatte, Germanistik studieren zu dürfen.
Die Zeit, 26.11.1998, Nr. 49
Die Jargons der Germanistik gehören zu den scheußlichsten und unverständlichsten Dialekten, die irgendwo gesprochen werden.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 24
So vortrefflich wie es mit der Germanistik damals in Leipzig stand, so wenig bot der Unterricht in den anderen neueren Sprachen.
Witkowski, Georg: Von Menschen und Büchern, Erinnerungen 1863-1933. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 4686
Auf Nachbargebieten sind einige Untersuchungen über Germanistik im weiteren Sinne erschienen.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 618
Zitationshilfe
„Germanistik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Germanistik>, abgerufen am 01.12.2020.

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