Gerste, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Gerste · Nominativ Plural: Gersten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungGers-te (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Gerste‹ als Erstglied: ↗Gerstenbier · ↗Gerstenbrot · ↗Gerstengraupe · ↗Gerstengrütze · ↗Gerstenkaffee · ↗Gerstenkaltschale · ↗Gerstenkorn · ↗Gerstensaft · ↗Gerstenstroh · ↗Gerstensuppe · ↗Gerstentrank · ↗Gerstenzucker
 ·  mit ›Gerste‹ als Letztglied: ↗Braugerste · ↗Futtergerste · ↗Industriegerste · ↗Mähnengerste · ↗Mäusegerste · ↗Sommergerste · ↗Strandgerste · ↗Wintergerste
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
bis zum hohen Norden gedeihende Getreidepflanze mit kurzem Halm und langen Grannen, deren Körner besonders zum Bierbrauen und zu Futterzwecken verwendet werden
Beispiel:
Gerste säen, mähen, ernten
2.
Frucht von 1
Beispiel:
die Gerste mahlen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gerste · Gerstenkorn · Gerstensaft
Gerste f. Getreideart mit langen Grannen. Die Herleitung des nur im Kontinentalwestgerm. bezeugten Namens ahd. gersta ‘Gerste, Gerstengrütze’ (9. Jh.; vgl. girstīn Adj., um 800), mhd. gerste, asächs. gersta, mnd. gerste, mnl. gherste, gheerste, garste, nl. gerst, germ. *gerstō ist nicht sicher geklärt. Erwogen wird Verwandtschaft mit (schwundstufigem) lat. hordeum ‘Gerste’ (der Bildung nach ein abgeleitetes Stoffadj.) und alban. dritḣë ‘Getreide’. Erschließbar ist ie. *g̑herzd(h)-, *g̑hṛzd(h)- ‘Stachliges, Grannenkorn’, wozu vielleicht auch griech. krī́, krīthḗ (κρῖ, κριθή) ‘Gerste’ zu stellen ist. Formen ohne d(h)-Erweiterung können (bei Annahme eines Gutturalwechsels) in lit. gìrsa, lett. dzirši ‘Trespe’ (ein Rispengras) vorliegen. Da einige germ. Sprachen andere Namen für Gerste aufweisen (vgl. got. barizeins Adj. ‘aus Gerste’, abgeleitet von *bariz-, aengl. bere ‘Gerste’, anord. barr ‘Getreide’), darf in der hier genannten Gruppe wohl eine gemeinsame Neuerung gesehen werden. Vergleicht man aind. hárṣatē ‘ist erregt, ist ungeduldig, freut sich’, auch ‘steht zu Berge, starrt’ (vom Haar), griech. chérsos (χέρσος) ‘Festland, trockenes, unfruchtbares, unbebautes Land’, adjektivisch ‘trocken, unfruchtbar’, lat. horrēre ‘emporstarren, starr sein’ und aengl. gors, gorst, engl. gorse ‘Stechginster’, so ergibt sich eine Wurzel ie. *g̑her(s)- ‘starren, beben’, aus der Gerste und seine möglichen Verwandten ableitbar sind. Gerstenkorn n. ‘Samenkorn der Gerste’ (14. Jh.), vgl. die genitivische Fügung ahd. gerstūn korn (9. Jh.); ‘kleines Gewicht und Längenmaß’ (15. Jh.); vergleichend ‘(eitrige) kleine Geschwulst am Augenlid’ (16. Jh.), in der Übersetzung von medizin.-lat. Hordeolum (nach gleichbed. lat. hordeolus m., dem Deminutivum von lat. hordeum n. ‘Gerste’). Gerstensaft m. ‘Saft der ausgekochten Gerste’ (16. Jh.), ‘Bier’ (um 1700).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bohne Buchweizen Dinkel Emmer Erbse Flachs Futtergetreide Hafer Hartweizen Hefe Hirse Hopfen Hülsenfrucht Kartoffel Mais Malz Rap Reis Roggen Rübe Soja Sojabohne Sorghum Weizen Zuckerrübe anbauen gekeimt gemalzt gemälzt geröstet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gerste‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch bei Mais und Gerste seien die Preise dramatisch gestiegen.
Die Zeit, 10.09.2010 (online)
Gerste wurde mit 490 bis 510 M. bezahlt und notiert.
Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 01.03.1915
Da kommt ein Bauer, um Geld für Gerste zu zahlen; bringt aber zu wenig.
Fath, Rolf: Werke - P. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 17942
Die Abneigung gegen gesund geerntete trockene Gerste, die manche Pferdebesitzer noch haben, ist unbegründet.
Die Landfrau, 09.08.1925
Wir wollen schon Gerste schneiden, aber bis jetzt war das unmöglich wegen dem nassen Wetter.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 17.07.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„Gerste“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gerste>, abgerufen am 19.10.2019.

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