Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Geruch, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Geruch(e)s · Nominativ Plural: Gerüche
Aussprache 
Worttrennung Ge-ruch (computergeneriert)

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Art, wie etw. riecht
  2. 2. [übertragen] Ruf
  3. 3. [umgangssprachlich] Sinn, Fähigkeit zu riechen, Geruchssinn
eWDG

Bedeutungen

1.
Art, wie etw. riecht
Beispiele:
ein guter, feiner, köstlicher, süßer, süßlicher, säuerlicher, herber, würziger, starker, kräftiger, stechender, durchdringender, beißender, scharfer, strenger, betäubender, schlechter, übler, widerwärtiger, unangenehmer, fauler, fauliger, dumpfer, muffiger Geruch
der Geruch des frischen Brotes, Heus
der Geruch einer Blume, der Raubtiere
ein Geruch nach Braten, von verbranntem Fleisch durchzog das Haus
etw. strömt einen Geruch aus
ein Geruch geht von etw. aus
verschiedene Gerüche vermischten sich
Ich versuchte, wenigstens den Geruch des nicht allzu weiten Meeres in die Nase zu bekommen [ SchomburgkAfrika93]
2.
übertragen Ruf
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
er steht in keinem guten, in schlechtem, üblem Geruche
er ist in schlechten Geruch gekommen
daß ich wohl merken konnte, der Kanzler stehe hier … im Geruche der Heiligkeit [ C. F. Meyer4,113]
der übrigens … im Geruche eines großen Lüderjahns und unzüchtigen alten Sünders stand [ Th. MannKönigl. Hoheit7,119]
3.
umgangssprachlich Sinn, Fähigkeit zu riechen, Geruchssinn
Grammatik: nur im Singular
Beispiel:
er hat einen feinen Geruch (= kann gut riechen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geruch · geruchlos
Geruch m. ‘Duft, Ausdünstung, Geruchssinn’, mhd. geruch ist eine verstärkende Bildung zu mhd. ruch ‘Geruch, Dampf, Dunst, Rauch’, dem Verbalabstraktum zu dem unter riechen (s. d.) aufgeführten Verb, ahd. smac, gismac, mhd. smac, gesmac (s. Geschmack) im Sinne von ‘Geruch’ verdrängend. Da das aus dem Nd. stammende Gerücht n. (s. d.) nach Eindringen in die nhd. Literatursprache im Obd. vielfach sein auslautendes -t verliert, wird es volksetymologisch an Geruch m. angeschlossen und als zu riechen gehörig empfunden, so daß Geruch m. ‘Duft, Geruchssinn’ auch die Bedeutung ‘Ruf, guter Name, Ruhm’ annimmt; vgl. in den Geruch kommen (16. Jh.), im Geruch stehen (18. Jh.). – geruchlos Adj. ‘ohne Duft, ohne Geruchsempfindung’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausdünstung · Duft · Geruch  ●  Aroma  griechisch · Odeur  franz. · Odor  lat.
Synonymgruppe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Geruch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geruch‹.

Verwendungsbeispiele für ›Geruch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Geruch seines Vaters lag noch immer in der Luft. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 378]
Und ich bekam den Geruch von »nassem Hund« nicht aus der Nase. [Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 74]
Sie wollten nicht in den Geruch kommen, die legitime Ordnung einzureißen. [Heuß, Alfred: Das Zeitalter der Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 20614]
Den Übelkeit erregenden Geruch, der aus der frisch aufgeworfenen Erde steigt, lassen wir besser weg. [Die Zeit, 01.07.1999, Nr. 27]
Eine Kamera registriert ein spezifisches optisches Muster für jeden Geruch. [Die Zeit, 06.09.1996, Nr. 37]
Zitationshilfe
„Geruch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geruch>.

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