Geruch, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Geruch(e)s · Nominativ Plural: Gerüche
Aussprache 
Worttrennung Ge-ruch (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Geruch‹ als Erstglied: ↗Geruchsfilter · ↗Geruchsnerv · ↗Geruchsorgan · ↗Geruchssinn · ↗Geruchsstoff · ↗Geruchsvermögen · ↗Geruchsverschluss · ↗geruchfrei · ↗geruchlos · ↗geruchsempfindlich · ↗geruchsfrei · ↗geruchslos · ↗geruchsneutral
 ·  mit ›Geruch‹ als Letztglied: ↗Aasgeruch · ↗Ammoniakgeruch · ↗Armeleutegeruch · ↗Biergeruch · ↗Blumengeruch · ↗Bocksgeruch · ↗Brandgeruch · ↗Bratengeruch · ↗Erdgeruch · ↗Essengeruch · ↗Essensgeruch · ↗Fischgeruch · ↗Fuselgeruch · ↗Gasgeruch · ↗Katzengeruch · ↗Kellergeruch · ↗Körpergeruch · ↗Ledergeruch · ↗Leichengeruch · ↗Meergeruch · ↗Mundgeruch · ↗Schimmelgeruch · ↗Schweißgeruch · ↗Seegeruch · ↗Stallgeruch · ↗Tabakgeruch · ↗Teergeruch · ↗Verwesungsgeruch · ↗Wildgeruch · ↗Wohlgeruch

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Art, wie etw. riecht
  2. 2. [übertragen] Ruf
  3. 3. [umgangssprachlich] Sinn, Fähigkeit zu riechen, Geruchssinn
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Art, wie etw. riecht
Beispiele:
ein guter, feiner, köstlicher, süßer, süßlicher, säuerlicher, herber, würziger, starker, kräftiger, stechender, durchdringender, beißender, scharfer, strenger, betäubender, schlechter, übler, widerwärtiger, unangenehmer, fauler, fauliger, dumpfer, muffiger Geruch
der Geruch des frischen Brotes, Heus
der Geruch einer Blume, der Raubtiere
ein Geruch nach Braten, von verbranntem Fleisch durchzog das Haus
etw. strömt einen Geruch aus
ein Geruch geht von etw. aus
verschiedene Gerüche vermischten sich
Ich versuchte, wenigstens den Geruch des nicht allzu weiten Meeres in die Nase zu bekommen [ SchomburgkAfrika93]
2.
übertragen Ruf
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
er steht in keinem guten, in schlechtem, üblem Geruche
er ist in schlechten Geruch gekommen
daß ich wohl merken konnte, der Kanzler stehe hier ... im Geruche der Heiligkeit [ C. F. Meyer4,113]
der übrigens ... im Geruche eines großen Lüderjahns und unzüchtigen alten Sünders stand [ Th. MannKönigl. Hoheit7,119]
3.
umgangssprachlich Sinn, Fähigkeit zu riechen, Geruchssinn
Grammatik: nur im Singular
Beispiel:
er hat einen feinen Geruch (= kann gut riechen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Geruch · geruchlos
Geruch m. ‘Duft, Ausdünstung, Geruchssinn’, mhd. geruch ist eine verstärkende Bildung zu mhd. ruch ‘Geruch, Dampf, Dunst, Rauch’, dem Verbalabstraktum zu dem unter ↗riechen (s. d.) aufgeführten Verb, ahd. smac, gismac, mhd. smac, gesmac (s. ↗Geschmack) im Sinne von ‘Geruch’ verdrängend. Da das aus dem Nd. stammende ↗Gerücht n. (s. d.) nach Eindringen in die nhd. Literatursprache im Obd. vielfach sein auslautendes -t verliert, wird es volksetymologisch an Geruch m. angeschlossen und als zu riechen gehörig empfunden, so daß Geruch m. ‘Duft, Geruchssinn’ auch die Bedeutung ‘Ruf, guter Name, Ruhm’ annimmt; vgl. in den Geruch kommen (16. Jh.), im Geruch stehen (18. Jh.). geruchlos Adj. ‘ohne Duft, ohne Geruchsempfindung’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Aroma · ↗Ausdünstung · ↗Duft · Geruch
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Geruchssinn · Geruchswahrnehmung · Riechwahrnehmung · Wahrnehmung von Gerüchen · olfaktorische Wahrnehmung · olfaktorischer Sinn
Synonymgruppe
Anflug (von) · ↗Anstrich · ↗Beigeschmack · Geruch · ↗Touch · ↗Unterton · ↗Zwischenton (häufig: Zwischentöne) · etwas von (haben)
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Geruch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geruch‹.

Verwendungsbeispiele für ›Geruch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Geruch seines Vaters lag noch immer in der Luft.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 378
Dennoch hängt schon am ersten Tag ein übler Geruch im Saal.
Die Zeit, 30.06.2005, Nr. 27
Bereits nach zwei Tagen können sie sie von dem Geruch einer gleichaltrigen stillenden Mutter unterscheiden.
Der Tagesspiegel, 31.12.2002
Lange vor dieser Zeit auf der Couch in ihrem ehemaligen Zimmer habe ich mich schon an Gerüchen orientiert.
Rasp, Renate: Ein ungeratener Sohn, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1967, S. 97
Der Wind, der fast immer durch die Stadt zog, brachte den Geruch des Meeres mit.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 225
Zitationshilfe
„Geruch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geruch>, abgerufen am 30.09.2020.

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