Gesäß, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gesäßes · Nominativ Plural: Gesäße
Aussprache
WorttrennungGe-säß
Wortbildung mit ›Gesäß‹ als Erstglied: ↗Gesäßtasche
eWDG, 1967

Bedeutung

Sitzfläche des Menschen, Hinterteil
Beispiel:
und dann schieben die livrierten Diener und der Haushofmeister den geehrtesten Gästen die Stühle unter das Gesäß [UnruhNike177]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gesäß n. ‘Hintern’, ahd. gisāʒi ‘Sitz, Wohnsitz, Niederlassung’ (um 800), mhd. gesæʒe ‘Sitz, Wohnsitz, Lagerung, Lager, Belagerung, Hintern’, mnd. gesāte ‘Niederlassung, Wohnplatz’, gesēte ‘Sitz, Stuhl, Gesäß’, mnl. ghesāte ‘Gebäude, Wohnstätte, Sitzplatz, Gesäß’ stehen als neutrale ja-Stämme dehnstufig zu ↗sitzen (s. d.; vgl. ahd. gisizzen ‘sitzen, sich niederlassen’, 8. Jh.) und den dort aufgeführten Formen. Im Sinne von ‘Ort, wo man sitzt’ wird der Ausdruck schon früh auf den ‘Körperteil, auf dem man sitzt’ übertragen. Diese heute allein übliche Bedeutung gilt vorwiegend in der Fachsprache der Medizin und der Bekleidungsindustrie (auch für ‘Hosenboden’).

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Gesäß · ↗Hinterteil · ↗Steiß  ●  ↗Kehrseite  scherzhaft · verlängerter Rücken  euphemistisch · (das) hintere Ende (von jemandem)  geh. · Allerwertester  ugs. · ↗Arsch  derb · Clunium  fachspr., lat. · Fott  ugs., rheinisch · Fudi  ugs., schweiz. · Futt  ugs., rheinisch · Füdli  ugs., schweiz. · Glutealregion  fachspr., lat. · Hinterbacken  ugs. · ↗Hintern  ugs. · ↗Kiste  ugs. · Nates  fachspr., anatomisch, lat. · ↗Po  ugs. · Pobacken  ugs. · ↗Podex  ugs. · ↗Popo  ugs. · Pöter  ugs. · Regio glutea  fachspr., lat. · Regio glutealis  fachspr., lat. · ↗Schinken  ugs. · ↗Sitzfleisch  ugs. · vier Buchstaben  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • attraktives Hinterteil · schöner Hintern  ●  ↗Knackarsch  ugs.
  • (einen) dicken Hintern (haben)  ●  (einen) Hintern wie ein Brauereipferd (haben)  ugs., variabel
  • Bein · ↗Lauf (Wildtiere)  ●  Kackstelze(n)  derb · Pinn(e)  ugs., norddeutsch · hintere Extremität  fachspr. · untere Extremität  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauch Bein Bißwunde Bluterguss Brust Busen Ferse Fistel Fußtritt Genitale Hüfte Messerstich Muskelfaserriss Oberschenkel Prellung Rücken Sattel Schenkel Spritze Stempel Stempelaufdruck Stockhieb Streifschuß Tritt anspannen ausladend beißen blank entblößt nackt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gesäß‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kurz vor Schluss rutscht sie dann noch mit ihrem Gesäß glissandoartig auf den Tasten herum.
Die Welt, 05.10.2000
Natürlich möchte man sich in solch einem Moment selbst ins Gesäß beißen.
Süddeutsche Zeitung, 06.10.1995
Der Übende gelangt dann oft gar nicht wieder auf die Füße, sondern landet auf dem Gesäß.
Borrmann, Günter u. Mügge, Hans: Gerätturnen in der Schule, Berlin: Volk u. Wissen 1957, S. 242
Die Haut des Gesäßes entzündete sich und löste sich ab.
Schücking, Beate: Wir machen unsere Kinder krank, München: List 1971, S. 177
Ich massierte einmal kurz mein Gesäß, trat zurück und krümmte mich unter dem immer noch erhobenen Stock.
Lenz, Siegfried: Deutschstunde, Hamburg: Hoffmann u. Campe 1997 [1968], S. 55
Zitationshilfe
„Gesäß“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gesäß>, abgerufen am 09.12.2019.

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