Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Gesang, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Gesang(e)s · Nominativ Plural: Gesänge
Aussprache  [gəˈzaŋ]
Worttrennung Ge-sang
Grundformsingen
eWDG

Bedeutungen

1.
das Singen
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
mit, unter fröhlichem Gesang hinauswandern
ein leiser, lauter, falscher, schwermütiger Gesang
jmdn. durch seinen Gesang aufheitern
der Gesang riss, brach ab, verstummte
den Gesang auf dem Klavier begleiten
die Kunst des Singens
Beispiele:
Gesang studieren
Unterricht in Gesang nehmen
der Gesang der Vögel, Nachtigall
sprichwörtlichwer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang
bildlich
Beispiel:
gehobender Gesang der Geige
2.
vertonte Dichtung, Lied
Beispiele:
die Gesänge der Afrikaner
geistliche Gesänge
einen Gesang anstimmen
3.
Abschnitt eines epischen Gedichtes
Beispiele:
der letzte Gesang von Homers ›Ilias‹
da er … versprochen, bei ihr Tee zu trinken und ihr sein neuestes Heldengedicht in zwölf Gesängen vorzulesen [ E. T. A. Hoffm.Serapionsbrüder3,129]
4.
dichterisch Dichtkunst, Dichtergabe
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
Singe, wem Gesang gegeben in dem deutschen Dichterwald [ Uhland1,32]
Ihm schenkte des Gesanges Gabe, / Der Lieder süßen Mund Apoll [ SchillerKraniche]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gesang · Gesangbuch
Gesang m. ‘das Singen, Vortrag eines Liedes, Abschnitt einer Dichtung’, ahd. gisang (Hs. 12. Jh.), mhd. gesanc, mnd. gesanc, nl. gezang ist Verbalabstraktum zu dem unter singen (s. d.) behandelten Verb, das Simplex Sang in seiner Gebrauchshäufigkeit einschränkend (doch vgl. Singsang, mit Sang und Klang). Gesangbuch n. ‘Liederbuch’ (15. Jh.), heute überwiegend ‘Sammlung von Kirchenliedern’ (im Unterschied zum Liederbuch).

Thesaurus

Musik
Synonymgruppe
Choral · Gesang · Kirchengesang
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(das) Singen · (das) Summen · Gesang  ●  Gesinge  abwertend · (das) Dudeln  ugs. · (das) Flöten  ugs. · (das) Gedudel  ugs. · (das) Gejaule  ugs., abwertend · (das) Gejodel  ugs. · (das) Jodeln  ugs. · (das) Jubilieren  ugs. · (das) Kreischen  ugs. · (das) Schallen  geh. · (das) Schmettern  ugs. · (das) Tirilieren  ugs. · (das) Trillern  ugs. · (das) Trällern  ugs. · (das) Zwitschern  ugs. · (die) Singerei  ugs., abwertend · Kunstgesang  geh.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Gesang‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gesang‹.

Verwendungsbeispiele für ›Gesang‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Gesang wird von Vers zu Vers kräftiger, mutiger, erotischer. [Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 321]
Der sonore Gesang der Motoren zog über das schweigende Lager hinweg. [Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 261]
Jedes entspricht nur einem Gesang des Epos; allerdings haben beide Überarbeitungen erfahren. [Gigon, Olof: Das hellenische Erbe. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 8142]
Bei seinem Erklingen aber als Gesang taucht ein Moment auf, das nicht allein vom Sprechen abzuleiten ist. [Mezger, M.: Musik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 12676]
Da weckt mich mitten in der Nacht ein von weit her hallender Gesang. [Die Zeit, 02.03.2000, Nr. 10]
Zitationshilfe
„Gesang“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gesang>.

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