Geschehnis, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Geschehnisses · Nominativ Plural: Geschehnisse
Aussprache
WorttrennungGe-scheh-nis
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben Ereignis, Begebenheit
Beispiele:
seit dem Geschehnis sind drei Jahre vergangen
die Schilderung abenteuerlicher, unerhörter Geschehnisse
sich an ein Geschehnis erinnern
Indessen war das Gerücht von dem Geschehnis durch die ganze Stadt geflogen [le FortPapst237]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

geschehen · Geschehen · Geschehnis
geschehen Vb. ‘sich ereignen, vor sich gehen’, ahd. giskehan (um 1000), mhd. geschehen, mnd. geschēn, mnl. ghescien, nl. (mit Dentaleinschub) geschieden, aengl. gescēon ist zu den Formen eines (im Nhd. untergegangenen) Simplexes ahd. skehan ‘umherstreifen, eilen’ (9. Jh.), mhd. schehen ‘jagen, rennen, eilen’, aengl. scēon gebildet; dazu das Abstraktum ahd. giskiht, s. ↗Geschichte. Verwandt sind russ. skok (скок) ‘Sprung’, aslaw. skočiti, russ. skočít’ (скочить) ‘springen’, air. scochid ‘weicht, geht fort, hört auf’ und wohl auch (mit Anlautvariante) lit. šókti ‘springen, hüpfen’. Auszugehen ist von einer Wurzel ie. *(s)kek- ‘springen, lebhafte Bewegung’, so daß sich als Ausgangsbedeutung des präfigierten germ. Verbs ‘schnell vor sich gehen, eine schnelle Wendung machen’ ergibt. S. dazu das Kausativum ↗schicken, eigentlich ‘jmdn. schnell fortgehen machen’. Geschehen n. ‘Entwicklungsablauf’, mhd. geschehen. Geschehnis n. ‘Ereignis’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Begebenheit · ↗Episode · Geschehnis · ↗Vorfall · ↗Vorgang · ↗Vorkommnis · ↗Zwischenfall  ●  ↗Ereignis  Hauptform · ↗Geschehen  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Ablauf · ↗Hergang · ↗Prozess · ↗Verlauf · ↗Vorgang  ●  ↗Verfolg  fachspr.
  • ereignisgesteuerte Programmierung · ereignisgetriebene Programmierung · ereignisorientierte Programmierung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abfolge Ablauf Aufarbeitung Augenzeug Chronologie Deutung Einordnung Nazizeit Rekonstruktion Schilderung aktuell alltäglich aufarbeiten berichtet blutig damalig entsetzlich furchtbar geschildert grauenhaft grauenvoll grausam rekapitulieren rekonstruieren schrecklich tragisch traumatisch unfassbar ungeheuerlich weltpolitisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Geschehnis‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nein, oft sind es die grausamen Geschehnisse in unserer unmittelbaren Nähe.
Süddeutsche Zeitung, 16.06.2001
Dabei gibt es Geschehnisse, die auch ohne triumphale Erfolge gewürdigt werden sollten.
Der Tagesspiegel, 23.09.1999
Erst bei näherem Zusehen zeigt sich die nachhaltige Wirkung politischer Geschehnisse.
Gurland, A. R. L.: Wirtschaft und Gesellschaft im Übergang zum Zeitalter der Industrie. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 15437
Im anschaulichen Denken ist das Kind gebunden an das konkrete Geschehnis.
Bohne, G.: Kinderpsychologie. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 25333
Die Jahre 1928, 1929 bedeuten einen zehnjährigen Abstand von den umwälzenden Geschehnissen der Jahre 1918, 1919, im baltischen Gebiet.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1931, S. 1045
Zitationshilfe
„Geschehnis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Geschehnis>, abgerufen am 20.10.2019.

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